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KW 15 / 2021

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Hochverrat

Vor 500 Jahren: Martin Luther muss sich in Worms vor dem Kaiser verantworten

Luther 1521 auf dem Reichstag in Worms

Luther 1521 auf dem Reichstag in Worms (kolorierter Holzschnitt, 1556)
Die bkanntesten Luther-Worte „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders“ sind nicht gefallen. Luther beendete seine Verteidigung mit dem schlichten „Gott helfe mir. Amen“. Aber die von Luther nicht gesagten Worte prägen die Tradition der Ev.-Luth. Kirche bis heute. Quelle: wikipedia.de

 

Wormser Edikt 1521
Wormser Edikt 1521, der Erlass, der über Martin Luther die Reichsacht verhängte.
Damit wurde Lektüre und Verbreitung seiner Schriften und seine Beherbergung verboten. Martin Luther könnte von jedem getötet werden, ohne dafür bestraft zu werden. Da Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Worms dafür keine Mehrheit erzielen konnte, erließ er es unmittelbar nach der Schlusssitzung, datierte es aber um drei Wochen zurück. Deshalb kam es zum Streit über dessen Gültigkeit. Das Wormser Edikt konnte deshalb in reformatorischen Territorien nicht durchgesetzt werden. Luthers Landesherr, Kurfürst Friedrich von Sachsen, verbat sich gegenüber dem Kaiser die Zustellung des Edikts – was dieser auch beachtete. Bild: Stadtarchiv Worms

17.04.1521: Der seit drei Monaten exkommunizierte Theologieprofessor und Augustinermönch Martin Luther muss wegen seiner kirchen-kritischen Veröffentlichungen um 16 Uhr vor Kaiser Karl V. erscheinen. Wegen des Reichstages hält der sich seit Ende Januar in Worms auf.

Luther wird gefragt, ob er die ausgelegten Bücher als seine Schriften anerkenne, ob er sich dazu bekenne und ob er davon etwas widerrufen wolle? Luther erkennt die Bücher als seine an und bittet um Bedenkzeit.

Am nächsten Tag fordert er, durch biblische Beweise widerlegt zu werden. Der Sprecher des Kaisers geht darauf nicht ein und fragt, ob er nun widerrufe oder nicht? Der 37-jährige Luther antwortet daraufhin, er sei in seinen Aussagen an das Evangelium gebunden und kann und will nichts widerrufen.

Auch nach mehreren Beratungen sind sich Kaiser und Reichsstände in der Beurteilung nicht einig. Ein Schutzbrief gewährt Luther schließlich für 21 Tage freies Geleit unter der Bedingung, dass er unterwegs nichts predigt oder schreibt.

* * *

Luther hielt sich nicht daran. Er wäre wohl als Ketzer getötet worden, wenn der sächsische Kurfürst Friedrich III. ihn nicht entführt und unter falschem Namen in der Wartburg einquartiert hätte.

Auch heute wäre Martin Luther für die Obrigkeit der nach ihm benannten Kirche als „theologisch Konservativer“ eine Bedrohung und würde wohl zumindest an den Rand gedrängt.

Angesichts ständig sinkender Mitgliederzahlen sollte die Kirche nicht für sich werben, als wäre sie eine Sozialbehörde, meint der Schweizer Publizist Roger Köppel. Die Kirche solle sich vielmehr auf ihr „Alleinstellungsmerkmal“ konzentrieren.

Und damit meint er wohl Jesus Christus, der – nach Martin Luthers Bibelübersetzung - von sich gesagt hat: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit und ich bin das Leben! Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ (Johannes 14, 6 aus Hoffnung für alle, Brunnen-Verlag)

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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1483 : Geburt von Martin Luther
Martin Luther 1522
1521: Papst Leo X. verbannt Martin Luther aus der Kirche
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1553 : Calvin reinigt das Land von "Irrlehrern"
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1517 : Luther begehrt gegen Missstände in der Kirche auf
1520 : Luther verbrennt Bannbulle des Papstes
1521 : Papst Leo X. exkommuniziert Martin Luther
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1536 : Hinrichtung von Jakob Hutter als Ketzer
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