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KW 41 / 2015

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Brennpunkt

Vor 25 Jahren: 22 Tote bei Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem

Tempelberg in Jerusalem mit Al-Aqsa-Moschee und Felsendom

Tempelberg in Jerusalem von Süden. Im Vordergrund die Al-Aqsa-Moschee und dahinter der ebenfalls islamische Felsendom mit seiner goldenen Kuppel.
Foto: odot13 bei wikipedia unter Creative Commons Lizenz

08.10.1990: Am Fuße des Tempelbergs in Jerusalem feiern 20.000 Juden das Laubhüttenfest. Um 10.30 Uhr fliegen plötzlich in großer Zahl Steine, Eisenteile und Flaschen vom Tempelberg auf die an der Klagemauer betenden Juden herab. Als die israelische Polizei versucht, gegen die Steinewerfer auf dem Tempelberg vorzugehen, treffen sie auf über 3.000 junge Muslime, die sich dort verschanzt haben. Sie werfen Steine auf Autos und Touristenbusse, stürmen die Polizeiwache und setzen sie in Brand.

Als sie auch Jagd auf einzelnen Polizisten machen, setzt die Polizei Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition ein. Am Ende der Auseinandersetzungen sind 21 junge Muslime tot und 140 verletzt.

* * *

Jahrhundertelang lag der Tempelberg im Dornröschenschlaf. Seitdem die israelische Armee die Jerusalemer Altstadt im Sechstagekrieg (1967) von Jordanien eroberte, ist der Tempelberg allen Religionen zugänglich - ist aber auch immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Juden und Muslimen.

Die Klagemauer, die Westmauer des Tempelbergs. Hier dürfen Juden öffentlich beten
Die Klagemauer, die Westmauer des Tempelbergs. Hier dürfen Juden öffentlich beten. Auf dem Tempelberg dürfen nur Muslime beten.
Foto: Klagemauer EvgeniT bei wikipedia unter Creative-Commons-Lizenz

Das Recht auf öffentliches Gebet haben nur Muslime. Juden dürfen nur am Fuße des Tempelbergs, der sogenannten Klagemauer (links im Bild), beten.

Obwohl kein israelischer Regierungschef diesen Status infrage gestellt hat und Jerusalem im Koran nicht einmal namentlich erwähnt wird, gelingt es islamischen Führern mit Aufrufen, die heiligen Stätten des Islam zu schützen, immer wieder, das Volk gegen Israelis aufzuhetzen. 1990 war es die Ankündigung von ein paar jüdischen Sektierern zu einer symbolischen Grundsteinlegung für einen jüdischen Tempel.

Menschlich gesehen ist der Konflikt wohl unlösbar. Als Jerusalem 700 Jahre vor unserer Zeitrechnung der Zankapfel war, beschrieb der jüdische Prophet Jesaja seine Zukunftsvision:

„Am Ende der Zeit wird der Berg, auf dem der Tempel des Herrn steht, alle anderen Berge und Hügel weit überragen. Menschen aller Nationen strömen dann herbei.
Dort in Jerusalem wird Gott der ganzen Welt seinen Willen verkünden und den Streit zwischen den Völkern schlichten. Kein Volk wird mehr das andere angreifen; niemand lernt mehr, Krieg zu führen.“
(Jesaja 2, 2 + 4 nach der Übersetzung Hoffnung für alle)

Jesaja schloss mit dem Aufruf:

„Lasst uns schon jetzt mit dem Herrn leben. Er ist unser Licht!“
(Jesaja 2, 5 nach der Übersetzung Hoffnung für alle)

Uwe Schütz

mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns zum Thema:  

1989 : Chinesische Studenten im Hungerstreik
1989 : Revolution in Rumänien
1990 : Wiedervereinigung Deutschlands
1990 : 22 Tote bei Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem
1991 : 2. Golfkrieg
1991 : "Der mit dem Wolf tanzt" erhält 7 Oscars
1991 : Tod von Max Frisch
1991 : Kroatien und Slowenien erklären ihre Unabhängigkeit
1991 : Das Anfang vom Ende der Sowjet-Union
1999 : Nato-Krieg gegen Jugoslawien

173 : Das jüdische Volk verliert das letzte Stück Boden
1896 : Theodor Herzls Buch "Der Judenstaat" erscheint
1947 : UNO beschließt Teilung des britischen UN-Mandatsgebiet Palästina
1948 : Gründung des Staates Israel
1967 : Sechstagekrieg
1973 : Jom-Kippur-Krieg

1990 : 22 Tote bei Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem
2005 : Chronologie über israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen (2004 - 2005)
2005 : Hamas beansprucht, die meisten Terror-Angriffe durchgeführt zu haben
2012 : SPD-Vorsitzender Gabriel bezeichnet Israel als "Apartheid-Regime"
2014 : Siedlungspolitik - Israelnetz hat recherchiert, was hinter den Meldungen über Siedlungsbau steckt
2015 : „Reporter ohne Grenzen“ beklagt mangelnde Pressefreiheit in PA-Gebieten
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