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KW 28 / 2021

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Unverhältnismäßig?

Vor 15 Jahren: Hisbollah-Überfall auf israelische Militärpatrouille

21.07. 2006: Ein durch einen israelischen Luftangriff zerstörtes Gebäude in Ghaziyeh bei Sidon, Südlibanon
21.07. 2006: Ein durch einen israelischen Luftangriff zerstörtes Gebäude in Ghaziyeh bei Sidon, Südlibanon
Foto: wikipedia.de Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0
Raketendepot der Hisbollah im Süden Libanons
Raketendepot der Hisbollah im Süden des Libanon
Foto: Israel Defense Force (IDF), flickr | CC BY-NC 2.0
Unifil, UN-Friedenstruppe im Libanon
Seit 2006 sind auch Fregatten der Bundesmareine an der UNIFIL-Mission (United Nations Interim Force in Lebanon). Ziel ist es, die Einfuhr von Waffen und anderen illegalen Gütern zu verhindern. Die Mission begann 1978 als Beobachtermission an Land. soll den Frieden im Libanon sichern und gleichzeitig die staatlichen Strukturen stärken. Foto: Bundeswehr im Einsatz, Twitter

12.07.2006: Am Morgen schlagen im Norden Israels Raketen ein. Gleichzeitig überfallen Hisbollah-Kämpfer eine israelische Militärpatrouille. Dabei werden mehrere israelische Soldaten getötet und zwei verletzte Soldaten in den Libanon entführt.

Israelische Truppen nehmen die Verfolgung auf: Mit Panzern dringen sie in den Libanon ein, und die israelische Luftwaffe bombardiert Straßen und Brücken, um eine Verschleppung der Entführten in den Norden zu verhindern.

Dank akribischer geheimdienstlicher Aktivitäten zerstören sie Raketenarsenale und Stellungen der Hisbollah. Weil die Raketenangriffe auf Israel trotzdem weitergehen, verhängt Israel eine Luft- und Seeblockade und bombardiert Nachschubwege nach Syrien.

Nach 33 Tagen, am 14.08.2006, tritt ein von Frankreich und den USA ausgehandelter Waffenstillstand in Kraft, und die UN-Friedenstruppen (UNIFIL) werden um ein robustes Mandat zur Kontrolle der israelisch-libanesischen Grenze erweitert.

* * *

36 Jahre lang hatte die libanesische Armee keinen Zugriff mehr auf den Süden ihres Landes: Nach dem „Schwarzen September“ 1970 wurde das Gebiet 12 Jahre lang von Arafat und seinen PLO-Kämpfern kontrolliert und nach dem 1. Libanonkrieg von der schiitischen Hisbollah. Seit der israelischen Intervention 2006 hat die libanesische Armee, die sich aus dem Krieg weitestgehend heraushielt, wieder Zugriff auf ihren Süden.

Aber keiner traut sich, die vom Iran versorgte Hisbollah gemäß UN-Resolution (1701) zu entwaffnen. Mit Kritik am harten militärischen Vorgehen Israels tun wir uns leicht. Aber niemand traut sich, dem „bewaffneten Arm“ der „Partei Allahs“, der seine Waffenlager und Raketenstellungen auch in der Moschee und in Privathäusern einrichtet, auf die Füße zu treten. Wir sind schon zufrieden, wenn es von irgendwo heißt: „Das Existenzrecht Israels wird nicht infrage gestellt“.

In meinen Ohren klingt das zynisch. Der Publizist Henryk M. Broder kommentierte den Satz einmal mit der Frage: „Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Nachbar Ihnen jeden Tag versichern würde, er habe nicht vor, Sie umzubringen!“

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns über Nahostkonflikt:  

2005 : Dänische Tageszeitung veröffentlicht Mohammed-Karikaturen
2005 : Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen
2006 : „The Da Vinci Code“ startet im Kino
2006 : 2. Libanonkrieg
2007 : Einführung des Elterngeldes
2007 : Erste Veröffentlichung von "WikiLeaks"

1947 : UN-Teilungsplan für Palästina
1948 : Gründung des Staates Israel
1948 - 1949: 1. arabisch-israelischer Krieg
1967 : Sechs-Tage-Krieg
1973 : Willy Brandt besucht als erster Bundeskanzler Israel
1973 : Jom-Kippur-Krieg
1981 : Friedensvertrag Israel - Ägypten
1987 : Mulimbrüder gründen die Hamas
1994 : Autonomie-Abkommen zwischen Israel und PLO
2005 : Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen
2006 : 2. Libanonkrieg
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