zur AREF-Startseite
Das Kalenderblatt

Eine Kalenderwoche zurück

KW 49 / 2022

Eine Kalenderwoche weiter

Logo der Hamas 

Aufstand

Vor 35 Jahren: Beginn der 1. Intifada und Gründung der Hamas

Emblem der Hamas. Es zeigt zwei gekreuzte Schwerter, den Felsendom und eine Karte vom heutigen Israel unter Einbeziehung des Westjordanlands und des Gaza-Streifens, welches sie komplett als Palästina beanspruchen. Die Umrahmung besteht aus zwei palästinensischen Nationalflaggen
Mosab Hassan Yousef 2019 in Budapest. Durch seine Informationen gelang es den Israelis, während der 2. Intifada (2000 bis 2004) Attentate zu verhindern. Sein israelischer Führungsoffizier bestätigte nach seiner Pensionierung den Wert des unter dem Decknamen «Grüner Prinz» geführten Informanten. (Grün ist die Farbe der Hamas, "Prinz" weist auf seine Herkunft als Sohn des Hamas-Mitgründers Scheich Hassan Jussef. Im Jahr 2010 erschien seine Geschichte als Buch "Sohn der Hamas"
09.12.1987: In Gaza beschließen palästinensische Muslimbrüder, sich am Aufstand, der Intifada, gegen die israelische Besatzung zu beteiligen. Fünf Tage später gründen sie die Hamas.

Den Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen feiern sie 2005 als ihren Sieg, weil sie nach eigenen Angaben die meisten Terroranschläge durchgeführt haben. Im Jahr darauf erreichen sie dort bei den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit (2006).

* * *

Bis heute wird spekuliert, ob die radikal-islamische Hamas als Gegengewicht zur links-nationalistischen PLO des Jassir Arafat von den Israelis gefördert wurde. Tatsache ist, dass die israelische Besatzungsmacht sich bei der Gründung von religiösen, kulturellen und sozialen Einrichtungen im Gazastreifen nicht einmischte. Die Hamas, die ihr Handeln mit Koranzitaten begründet, wurde so vor allem unter den arabischen Flüchtlingen zu einer glaubhaften politischen Macht.

Scheich Hassan Jussef gehörte 1987 zu den Gründungsmitgliedern der Hamas. Sein Sohn Jussef (Mosab Hassan Yousef) schlug die gleiche "Laufbahn" ein. Nach Verbüßung einer Haftstrafe in einem israelischen Gefängnis las er die Bibel und wurde Christ. In einem TV-Interview sagte er darüber:

Je mehr er dem Propheten des Islam gefolgt wäre, desto mehr sei er dahin gelangt, Terrorist zu werden. "Als ich die Bibel aufmerksam las, wurde mir klar, dass sie das Buch Gottes ist ... Ich sah die Dinge auf einmal mit anderen Augen", so Jussef. Das Problem sei nicht die Hamas, und es seien nicht die Menschen. Die Wurzel des Problems sei der Islam. 95% der Muslime weltweit hätten ihre eigene Religion nicht wirklich verstanden, so Jussef, und er fordert die Muslime dazu auf, ihre Augen zu öffnen und ihren Verstand zu gebrauchen.

Das sollten wir auch tun, egal in welcher Tradition wir aufgewachsen sind.

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller
Der Kalenderblatt-Autor auf Twitter Der Kalenderblatt-Autor auf Twitter

 

mehr bei uns
über die Hamas:

Terror der Hamas
2010: Sohn von Hamasgründer erhält in den USA politisches Asyl
2011: Hamas fordert für die Freilassung des israelischen Soldaten Schalit die Freilassung von über 1000 palästinensische Häftlingen
mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns über den Nahostkonflikt:  
1986 : Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
1987 : Der Waterkant-Skandal
1987 : Muslimbrüder gründen Hamas
1988 : Geiseldrama von Gladbeck
1988 : Terroranschluss auf US-Jumbo über Lockerbie
1989 : Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan

1945 : Gründung der arabischen Liga
1947 : UNO beschließt Teilung Palästinas
1948 : Gründung des Staates Israel
1949 : Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und den Nachbarstaaten
1967 : Sechs-Tage-Krieg
1972 : Attentat auf israelische Olympia-Mannschaft
1973 : Jom-Kippur-Krieg
1987 : Gründung der radikal-islamischen Hamas
1990 : 22 Tote bei Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem
1994 : Autonomie-Abkommen zwischen Israel und PLO
2002 : Operation Arche Noah - Israelis kapern Frachter mit Waffen
2005 : Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen

Nahostkonflikt Israel - Palästina seit 1917

Die Radioversion anhören
Die Radioversion anhören
1:53 s, mp3, 64 kbit/s, 898 KB