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KW 39 / 2010

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Presse- und Meinungsfreiheit

Vor 5 Jahren: Dänische Tageszeitung veröffentlicht Mohammed-Karikaturen

08.09.2010: Der Karikaturist Kurt Westergaard (links im Bild), der eine der dänischen Mohammed-Karikaturen gezeichnet hat, erhält in Potsdam sein unbeugsames Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit und für seinen Mut, zu diesen demokratischen Werten zu stehen und sie trotz Gewalt- und Todesdrohungen zu verteidigen. Die Hauptrede des Abend hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts im Bild)
08.09.2010: Der Karikaturist Kurt Westergaard (links im Bild), der eine der dänischen Mohammed-Karikaturen gezeichnet hat, erhält für sein unbeugsames Eintreten für Pressefreiheit und Meinungsfreiheit und für seinen Mut, zu diesen demokratischen Werten zu stehen und sie trotz Gewalt- und Todesdrohungen zu verteidigen, den Potsdamer Medienpreis. Die Hauptrede des Abend hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts im Bild) Foto: Pressefoto von www.m100potsdam.org

30.09.2005: In der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten erscheinen zwölf Karikaturen über den islamischen Propheten Mohammed. Sie finden keine besondere Beachtung. Monate später verfassen dänische Imame eine Sammlung von islamkritischen Karikaturen, die neben den 12 dänischen Karikaturen bisher unbekannte Zeichnungen mit zum Teil obszönen Zeichnungen enthalten. Sie wird islamischen Geistlichen und der arabischen Liga übergeben. *)

In zahlreichen islamischen Ländern kommt es daraufhin zu heftigen Protesten und gewalttätigen Auseinandersetzungen.

(bei denen auch skandinavische Botschaften gestürmt und in Brand gesetzt werden. In westlichen Ländern warnen Journalistenverbände vor einer Einschränkung der Medienfreiheit.)

* * *

Spätestens nachdem man die Kruzifix-Karikatur zum Thema Kindesmissbrauch in kirchlichen Einrichtungen mit dem Titel "Kirche heute" auf Titelseite des Satiremagazin "Titanic" gesehen hat, kann man die Proteste von Muslimen verstehen. Aber die meisten werden nicht mitbekommen haben, dass die obszönen Zeichnungen gar nicht aus der dänischen Zeitung stammten.

Meines Erachtens passen die Ereignisse zu einem weltweiten Trend, denn mit Hilfe von immer neuen Resolutionen bringt die "Organisation der Islamischen Konferenz" (OIC) (mit ihren 57 Mitgliedsstaaten) regelmäßig Resolutionen gegen die "Diffamierung von Religionen" beim UN-Menschenrechtsrat ein. Die Resolutionen klingen einleuchtend. Kritiker fürchten jedoch, dass solche UN-Resolutionen in islamischen Ländern schwerwiegende Folgen für religiöse Minderheiten haben werden. Vor allem Konvertiten zum Christentum könnte dies treffen, aber selbst Gottesdienste könnten als Kritik am Islam verstanden und kriminalisiert werden.

Und deshalb muss uns klar sein: Resolutionen gegen die "Diffamierung von Religionen" schützen den Islam, aber untergraben die allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Uwe Schütz

*) Quelle: wikipedia.de

mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns über den Mohammed-Karikaturen-Streit:  
2003 : Katastrophe der US-Raumfähre Columbia
2003 : Beginn der Operation "Iraqi Freedom"
2003 : Der "Tätervolk"-Polit- und Medienskandal
2004 : Mel Gibsons "The Passion of Christ" startet in Kinos
2004 : EGMR-Urteil: Lebensrecht gilt nicht für Ungeborene
2005 : Tod von Papst Johannes Paul II.
2005 : Erste Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen

2006: Streit um Mohammed-Karikaturen eskaliert

2010: Dänischer Karikaturist Kurt Westergaard erhält Preis für Mohammed-Karikatur

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