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Das Kalenderblatt

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KW 42 / 2021

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Fremdherrschaft

Vor 65 Jahren: Beginn des Volksaufstandes in Ungarn

Demonstration auf dem Kossuth Lajos tér vor dem Parlamentsgebäude während des Volksaufstandes 1956 in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Foto: wikipedia.de, Fortepan / Nagy Gyula
Nach heftigen Kämpfen zerstörter sowjetischer T-34 Panzer und beschädigte Häuser am Nagykörút (deutsch: Große Ringstraße), Budapest, während des Volksaufstandes 1956. Foto: wikipedia.de, Fortepan / Nagy Gyula

23.10.1956: In der ungarischen Hauptstadt Budapest ziehen Studenten durch die Straßen und fordern Meinungs- und Pressefreiheit, die Zulassung mehrerer Parteien und geheime Wahlen. Sie treffen damit den Nerv der Ungarn, und immer mehr Menschen schließen sich dem Demonstrationszug an. Als sie am Abend ihre Forderungen über den staatlichen Rundfunk verbreiten wollen, fallen die ersten Schüsse.

Am nächsten Morgen rollen russische Panzer durch Budapest, doch der Widerstand wächst von Tag zu Tag. Entgegen der Befehle schießt die ungarische Armee nicht auf die Demonstranten, sondern auf die russischen Panzer. Ungarn erklärt schließlich seinen Austritt aus dem Warschauer Pakt und ruft die Sowjetarmee zum Verlassen des Landes auf.

Aber am 4. November marschiert eine übermächtige Sowjetarmee in Budapest ein, sie schlägt den Volksaufstand blutig nieder und installiert wieder eine von ihr gesteuerte Regierung. Erst am 23.10.1989 endet die Fremdherrschaft.

* * *

Der Westen hielt sich damals zwar militärisch zurück, unterstützte den Aufstand in Ungarn aber verbal.

Heute hagelt aus dem Westen viel Kritik. Dabei vertritt Ungarns nationalkonservative Regierung Positionen, die zum Zeitpunkt von Ungarns EU-Beitritt 2004 auch ganz normale CDU-Positionen waren: z.B. die klassische Ehe und Familie und der Schutz ihrer minderjährigen Kinder vor homosexueller Propaganda.

Während bei uns heute fast alles auf den Prüfstand kommt, wollen die Ungarn offenbar ihre christlich-konservative Identität bewahren. Wir müssen diese Überzeugung nicht teilen, aber wir sollten sie respektieren, denn sie haben das Völkerrecht meines Erachtens auf ihrer Seite: Es besagt nämlich, dass ein Volk das Recht hat, frei über seine Staats- und Regierungsform und seine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden.

Und der 23. Oktober ist ein guter Zeitpunkt, uns bewusst zu machen, dass es 1989 die Ungarn waren, die als erste den eisernen Vorhang öffneten und 700 DDR-Flüchtlingen den Weg in den Westen ermöglichten.

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns über Länder hinter dem eisernen Vorhang:  

1955 : Geburt von Steve Jobs
1955 : Tod von Albert Einstein
1955 : Beginn des Busstreiks in Montgomery
1956 : Beginn der Bundeswehr
1956 : 1. Telefonseelsorge in Deutschland
1956 : Volksaufstand in Ungarn
1957 : Römische Verträge
1957 : In Little Rock sichern US-Soldaten den Schulweg für farbige Kinder
1957 : Sputnik als erster künstlicher Satellit in einer Erdumlaufbahn
1958 : Beginn der Verkehrssünderkartei
1959 : Kommunistisches Castro-Regime übernimmt die Macht auf Kuba

1945 : Gipfelkonferenz auf Jalta - Die Anti-Hitler-Koalition
1949 : Gründung der DDR
1953 : Tod Stalins
1953 : Arbeiteraufstand in der DDR
1955 : Die letzten 10.000 deutschen Kriegsgefangenen in sibirischen Arbeitslagern kommen frei
1955 : Der Niederländer Anne van der Bijl (Schmuggler Gottes) reist nach Polen
1956 : Volksaufstand in Ungarn
1961 : Berliner Mauer stopft letztes Loch im "Eisernen Vorhang"
1976 : Pfarrer in der DDR protestiert gegen Sozialismus
1989 : DDR-Flüchtlingsdrama in der Prager Botschaft
1989 : Reisefreiheit für DDR-Bürger - "Fall" der Berliner Mauer
1989 : Revolution in Rumänien
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