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KW 07 / 2021

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Vor 165 Jahren: Tod des Schriftstellers Heinrich Heine

Heinrich Heine, * 13.12.1797, † 17.02.1856
Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim, 1831, Ausschnitt

17.02.1856: In Paris stirbt mit Heinrich Heine einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts.

Er wird am 13.12.1797 als Harry Heine in eine jüdische Familie in Düsseldorf geboren. Nach kaufmännischer Lehre studiert er in Bonn, Göttingen und Berlin und promoviert 1825 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Um als Jurist ein öffentliches Amt zu bekommen, lässt Heine sich ev.-luth. taufen und nennt sich fortan Heinrich Heine.

Weil er keine Anstellung bekommt, wird er freischaffender Schriftsteller. Finanziell unterstützt wird er dabei von seinem Onkel Salomon Heine in Hamburg. Durch Gedichte und Reiseberichte wird Heinrich Heine international bekannt.

Mit 32 Jahren (1830) geht er nach Paris und schreibt für deutsche und französische Zeitungen. Trotz seiner Sehnsucht zu Deutschland kehrt er nie wieder dauerhaft in seine Heimat zurück. 1848 wird Heine unheilbar krank und ist die letzten acht Jahre bettlägerig. Im Alter von 58 Jahren stirbt Heinrich Heine in Paris und wird dort auf dem Montmartre-Friedhof beerdigt.

Loreley-Brunnen / Heinrich-Heine-Denkmal von Ernst Herter in New York. Es sollte ursprünglich zum 100. Geburtstag in Heines Geburtsstadt Düsseldorf aufgestellt werden. Doch der Stadtrat zog seine Zustimmung wegen Anfeindungen zurück
Loreley-Brunnen / Heinrich-Heine-Denkmal von Ernst Herter in New York. Es sollte ursprünglich zum 100. Geburtstag in Heines Geburtsstadt Düsseldorf aufgestellt werden. Doch der Stadtrat zog seine Zustimmung wegen Anfeindungen zurück Foto: public domain, wikipedia

* * *

Seine Werke sind gespickt mit Sprachwitz und Ironie. Wenn Heine heute leben würde, wäre er wohl auch Kabarettist. Sein Ziel war, Deutschland, das damals nur ein rückständiger loser Staatenbund war, zu einem politischen Erwachen zu verhelfen. Bissig nahm er dazu alles aufs Korn, was dem im Wege stand.

So hatte Heine auch für die Kirche viel Spott übrig. Sie würde die Menschen nur aufs Jenseits vertrösten, anstatt für ein besseres Leben in dieser Welt einzutreten.

In seinen letzten Lebensjahren vollzog Heinrich Heine eine Lebenswende. Im Nachwort seines letzten Gedichtbandes beschrieb er es so: „Ich bin zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn (Lukas-Evangelium 15,11-32), nachdem ich lange Zeit bei den Hegelianern die Schweine gehütet“ („Romanzero“, 1851). Dass Heinrich Heine mit Gott Frieden schloss, irritiert viele Fachleute bis heute.

Als er seine Frau Mathilde an seinem Sterbebett beten hörte, Jesus möge ihm vergeben, soll Heine sie unterbrochen haben: „Zweifle nicht daran! Das ist sein Job!“ (franz.: „son Métier“).

Uwe Schütz

mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns über Schriftsteller:  

1850 : Geburt des Physikers Karl Ferdinand Braun
1852 : Buch "Onkel Toms Hütte" erscheint
1854 : Beginn des Suez-Kanal-Projekts
1856 : Tod des Schriftstellers Heinrich Heine
1856 : Pariser Frieden beendet Krimkrieg
1856 : Geburt des Erfinders Nikola Tesla
1859 : Geburt von Kaiser Wilhelm II.
1860 : Geburt von Theodort Herzl
1861 : Geburt von Robert Bosch
1871 : Gründung des Deutschen Reichs

1797 : Heinrich Heine (* 13.12.1797, † 17.02.1856)
1811 : Harriet Beecher Stowe (* 14.06.1811, † 01.07.1896)
1828 : Henrik Ibsen (* 20.03.1828, † 23.05.1906)
1828 : Leo Tolstoi (* 1828, †1910)
1844 : Friedrich Nietzsche (* 15.10.1844, † 25.08.1900)
1862 : Gerhart Hauptmann (* 15.11.1862, † 06.06.1946)
1877 : Hermann Hesse (* 02.07.1877, † 09.08.1962)
1881 : Stefan Zweig (* 28.11.1881, † 23.02.1942)

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