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Das Kalenderblatt

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KW 37 / 2023

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Sexuelle Befreiung oder Sexualisierung?

Vor 70 Jahren: Kinsey-Report über „Das sexuelle Verhalten der Frau“ erregt die USA

Kinsey-Report "Das sexuelle Verhalten der Frau" 1953 Buch "What you can learn from the Kinsey Report" von Dr. Murray Banks
Die als Kinsey-Reports bekannt gewordenen Bücher haben provokativ die zoologischen Titel Sexual Behavior in the Human Male ("Sexualverhalten beim menschlichen Männchen", 1948) und "Sexual Behavior in the Human Female" ("Sexualverhalten beim menschlichen Weibchen", oben im Bild) Buch "What you can learn from the Kinsey Report" von Dr. Murray Banks

14.09.1953: In den USA kommt das Buch „Das sexuelle Verhalten der Frau“ auf den Markt. Sexualforscher Alfred Kinsey veröffentlicht darin u.a., 50% der Frauen habe voreheliche Sexualkontakte, 28% der Ehefrauen begingen Ehebruch und 90-95% seien zu einem gewissen Grad bisexuell.

Die meisten Medien feiern Kinsey auf ihren Titelseiten. In der US-Bevölkerung löst dieser zweite sogenannte Kinsey-Report eine noch größere Entrüstung aus als das fünf Jahre zuvor erschienene Buch „Das sexuelle Verhalten des Mannes“.

* * *

Die beiden Bücher erweckten in den 50er-Jahren den Eindruck, es orientiere sich kaum noch jemand an der bisherigen Sexualmoral. Wer Kinseys Ergebnisse und Methoden hinterfragte, galt als verklemmt, rückständig oder unwissenschaftlich.

Auch die sexuellen Experimente, die Kinsey an Kindern und selbst an Säuglingen durchführte, blieben unbestraft.

Heute wissen wir, dass Kinseys Forschungen weniger wissenschaftlich, als vielmehr ideologisch motiviert *) waren und dass das Verfahren, mit dem er seine Probanden auswählte, eigentlich keine Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung zuließ.

(So befragte er z.B. unverhältnismäßig viele Gefängnisinsassen. Und da viele Leute nicht zu einer Befragung bereit waren, stufte er z.B. Frauen, die länger als 12 Monate mit einem Mann liiert waren, als verheiratet ein.)

Trotzdem nahmen Kinseys „Forschungsergebnisse“ Einfluss auf Parteiprogramme, Gesetze und Gesellschaft. Und so wurde Sex seines besonderen Platzes in der Intimgemeinschaft der Ehe beraubt und wurde immer mehr auch zur Ersatzdroge und damit zur Ware.

Auch Sexualunterricht in der Grundschule, der Kinder zu sexuellen Experimenten ermutigt, hat seinen Ursprung in den vom Zoologen Kinsey veröffentlichten Daten. Im Jahr 2008 beschrieb das Buch „Deutschlands sexuelle Tragödie“ (von Archegründer Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher) die immer früheren sexuellen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen und ihre Folgen. Der Berliner Kurier resumierte über das Buch:

„Über Sex wissen sie viel, über Liebe nichts.
Und dieses Wissen frisst sich unaufhaltsam in die Kinderseelen.“

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller
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*) Kurz vor seinem Tod 1956 sagte er, dass er "sein Ziel der sexuellen Befreiung" nicht erreicht habe (wikipedia.de)

 

mehr bei uns:

05.09.2013 : Großrazzia der Bayerischen Polizei wegen Verweigerung des Sexualkundeunterrichts
19.08.2013: Erzwingungshaft wegen Widerstandes gegen Sexunterricht in der Grundschule
2010: Zwei Mütter wegen Verweigerung einer Schulveranstaltung im Gefängnis
Was sagt das Grundgesetz über Rechte und Pflichten der Eltern?
Pro Familia: Selbstbestimmung
1973 : Reform des Sexualstrafrechts
mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns zum Thema:  
1952 : Gründung von Pro Familia
1953 : Tod von Stalin
1953 : Vertriebenengesetz
1953 : Kinsey-Report "Das sexuelle Verhalten der Frau"
1953 : Geburt von Singer u. Songwriter Keith Green
1954 : Deutschland Fußball-Weltmeister
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