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KW 36 / 2021

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Arabischer Frühling

Vor 10 Jahren: Interpol schreibt Libyens Staatschef Gaddafi zur Fahndung aus

22.02.2011: In einer Fernsehansprache kündigt Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi an, die Stadt Begansi von den Rebellen zurückzuerobern. Er sagte aber auch: "Wenn ihr eure Waffen niederlegt, wird euch vergeben."
Foto: AREF-Screenshot der Arte-Doku Killing Gaddafi - Jagd auf den Diktator
Am 23.02.2011, am Tag nach Gaddafis Fernsehansprache, sagt US-Präsident Barack Obama: "Die Gewalt muss aufhören. Muammar al-Gaddafi hat jeglichen Führungsanspruch verwirkt. Er muss gehen."
Im Wahlkampf hatte er versprochen, das militärische Engagement in der islamischen Welt zu beenden. Ein Jahr nach Amtsantritt ändert er seine Meinung. Foto: AREF-Screenshot der Arte-Doku Killing Gaddafi - Jagd auf den Diktator
20.10.2011: Die Nato nimmt den Konvoi, mit dem Gaddafi aus Sirte flüchtet, unter Beschuss. Foto: AREF-Screenshot der Arte-Doku Killing Gaddafi - Jagd auf den Diktator
Heute ist Libyen in verschiedene Zonen aufgeteilt, die von verschiedenen Milizen kontrolliert werden, darunter auch Muslimbrüder, IS und Al Qaida. Foto: AREF-Screenshot der Arte-Doku Killing Gaddafi - Jagd auf den Diktator

09.09.2011: Auf Antrag des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag schreibt Interpol den gestürzten libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi zur Fahndung aus. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Vier Tage später beginnen die Rebellen aus Misrata mit der Belagerung seiner Heimatstadt Sirte, in der er sich seit Eroberung der Hauptstadt versteckt hält. Am 20. Oktober gelingt ihm in einem Konvoi aus 40 Fahrzeugen (s. 3. Bild) die Flucht, er wird aber von einer US-Drohne und einem französischen Kampfjet unter Beschuss genommen. Gaddafi überlebt zwar den Angriff, aber wenige Tage später wird seine Leiche in Misrata öffentlich präsentiert. Die Todesumstände werden nie geklärt.

* * *

Anfang 2011 sorgte der sogenannte „arabische Frühling“ nach Tunesien und Ägypten auch in Libyen für Aufruhr. Die Unruhen in der Hauptstadt ließ Gaddafi gewaltsam niederschlagen. Als die Aufständischen im Osten des Landes die Stadt Bengasi eingenommen hatten, kündigte Gaddafi an, die Stadt „Straße für Straße, Haus für Haus, zurückzuholen“ (s. 1. Bild).

Von da an galt er in der westlichen Welt als Tyrann, der sein eigenes Volk massakriert. Am 19. März flogen daraufhin die Franzosen einen Luftangriff, um Gaddafis Armee vor Bengasi zu stoppen. Doch sie fanden nur vier Panzer. Trotzdem bombten die USA, wie im Irak 2003, auch Libyen ins Chaos und zogen sich zurück.

2016 kommt eine britische Untersuchungskommission zu dem Schluss: Es gab keine Beweise für einen Völkermord, sondern „eine organisierte Desinformationskampagne“ führte zu Krieg und Chaos. In das Machtvakuum stießen Russland und die Türkei. Bis heute ist Libyen in verschiedene Zonen aufgeteilt (s. 4. Bild), die von Milizen kontrolliert werden, darunter Muslimbrüder, IS und Al Qaida.

Sein Geld verdiente man seit Gaddafis Tod nicht mehr mit Erdöl, sondern mit Menschenschmuggel, denn Libyen wurde das bevorzugte Transitland für afrikanische Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa. Aber es sind die Wohlhabenderen und nicht die, bei denen die Not am größten ist.

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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Kriege werden mit Lüge und Propaganda begonnen:
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1941 : Eintritt der USA in 2.Weltkrieg
1964 : Eintritt der USA in Vietnam-Krieg
1991 : US-Propaganda zum Golfkrieg 1991
1999 : Deutschlands Lüge zum Kosovo-Krieg gegen Serbien
2003 : Krieg wegen Massenvernichtungswaffen im Irak
2011 : Jagd auf Libyens Staatschef Gaddafi

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