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KW 22 / 2026

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Vor 595 Jahren: Jeanne d’Arc wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Frankreich-Karte zur Zeit des Hunderjährigen Kriegs 1429 bis 1453. Die Gebiete in gelb sind von England besetzt
Frankreich-Karte zur Zeit des Hunderjährigen Kriegs 1429 bis 1453. Die Gebiete in gelb sind von England besetzt. Wikipedia, CC BY-SA 3.0
Standbild der Jeanne d’Arc auf dem Place du Parvis, Reims wikipedia, CC BY-SA 1.0

30.05.1431: Auf dem Marktplatz von Rouen wird die 19-jährige Jeanne d’Arc öffentlich verbrannt.

Im aussichtslosen 100-jährigen Krieg mit England hatte sie durch ihr Auftreten die französischen Truppen zu vielen Siegen geführt. Nach der Niederlage der Franzosen in der Schlacht von Compiègne ein Jahr zuvor wurde Jeanne d’Arc gefangen genommen, an die Feinde ausgeliefert und in einem kirchlichen Verfahren zum Tode verurteilt.

24 Jahre nach ihrem Tod hob die Kirche das Urteil auf und erklärte sie zur Märtyrerin. Heute gilt sie in Frankreich als Nationalheldin und in der römisch-katholischen Kirche als Heilige.

* * *

Um Jeanne d'Arc ranken sich viele Mythen und Heldengeschichten. Bei uns ist sie als „Johanna von Orléans“ oder aus Schillers Tragödie als „Die Jungfrau von Orléans“ bekannt.

Laut Gerichtsprotokoll hatte Jeanne d’Arc mit 13 Jahren ihre ersten Visionen. Sie erhielt darin wiederholt den Auftrag, Frankreich von den Engländern zu befreien und den französischen Kronprinzen auf den Thron zu führen. Mit 16 verließ sie deshalb ihr Elternhaus und bekam schließlich eine Audienz bei ihm. Nachdem Geistliche ihre Aussagen auf Glaubwürdigkeit geprüft hatten, stellte man ihr eine kleine militärische Einheit zur Seite. Irgendwann reichte die bloße Ankündigung ihres Erscheinens bei den Feinden aus, dass sie sich auf der Stelle ergaben oder die Flucht ergriffen.

Wie konnte es dazu kommen, dass ausgerechnet die Kirche eine junge Frau zum Tode verurteilt, die so viele Menschen mit ihrem schlichten, aber starken Glauben an Jesus Christus ansteckte? Irgendwann war es der Kirche wohl zu viel: Das einfache Bauernmädchen maßte sich an, Gottes Stimme zu hören, ohne die Kirche zu fragen. Schließlich ging es wohl nicht mehr um theologische Fragen, sondern um Macht.

Schon Jesus selbst geriet so in Bedrängnis, nachdem ein blind Geborener plötzlich sehen konnte. Von den jüdischen Wortführern zur Rede gestellt entgegnete Jesus: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ (Johannes 10, 27-28)

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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