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Das Kalenderblatt

Eine Kalenderwoche zurück

KW 47 / 2005

Eine Kalenderwoche weiter
 

Lizenz zum Töten

Vor 910 Jahren : Aufruf zum ersten Kreuzzug

Kreuzfahrer greift moslemischen Reiter an27.11.1095: Papst Urban II ruft beim Konzil von Clermont zum Krieg zur Befreiung Jerusalems auf. Die heilige Stadt ist von den Türken besetzt und soll wieder christianisiert werden. Damit beginnt eines der schwärzesten Kapitel "christlicher" Kirchengeschichte:

Die sogenannten "Kreuzfahrer" erhalten für die von ihnen eroberten Gebiete Anspruch auf Land, Güter, Adelstitel und Frauen und sie erhalten die Erlaubnis, die Heiden zum Töten. Der Papst verspricht Absolution für alle Sünden, wenn sie im Kampf sterben.

In Jerusalem richten die Kreuzfahrer ein entsetzliches Blutbad an. 1099, vier Jahre später, wird das "Christliche Königreich Jerusalem" ausgerufen.

* * *

Gut tausend Jahre vorher gab es in Jerusalems eine ähnliche Ausgangssituation. Nur war Jerusalem nicht von Türken, sondern von Römern besetzt. Die Juden warteten auf den Messias, den Erlöser.

Und dann kam einer, der sagte, das Reich Gottes sei nahe herbei gekommen. Aber Zeloten, bewaffnete Guerilla-Kämpfer am Rand der Zuhörerschaft, warteten vergeblich auf das Signal zum Kampf gegen die Besatzer.

Keine Spur von Gewalt geht von dem Mann aus. Im Gegenteil: Als einer seiner Anhänger ein Schwert zieht, weil die geistlichen Führer den Mann aus dem Verkehr ziehen wollen, heilt er die Wunden des Soldaten.

Unglaublich, was 1.000 Jahre danach Leute taten und heute tun, die seinen Namen tragen.

Uwe Schütz

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1095 : Papst ruft zum 1. Kreuzzug auf
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1517: Luther begehrt gegen (katholische) Kirche auf
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