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„Open Doors“-Tag

Über 900 Besucher kamen am 17. November zum Open Doors Tag nach Marburg

Open Doors Logo20.11.07: Über 900 Besucher kamen zum "Open Doors"-Tag, zu dem , das internationale Hilfswerk für verfolgte Christen "Open Doors" nach Marburg eingeladen hatte. Derzeit schätzt das Werk werden über 200 Millionen Christen verfolgt und benachteiligt. Weltweit sieht der internationale Leiter des Hilfswerkes Johan Companjen (Niederlande) einerseits eine Verschärfung, andererseits wachse die Kirche gerade in Ländern mit hoher Verfolgungen.

Hinter Christenverfolgung steht der geistliche Kampf

Hinter der Verfolgung von Christen steht in erster Linie ein „geistlicher Kampf“, bei dem Jesus Christus, der in seinen Anhängern „lebt“, verfolgt werde. Verhindert werden soll die Ausbreitung des Evangeliums. So hätte Jesus Christus in einer Vision den damaligen Christenverfolger Saulus auch gefragt: „Warum verfolgst du mich?“ (Apg 9,4)

Trotz Verfolgung wächst die Kirche

Derzeit schätzt das Werk werden über 200 Millionen Christen verfolgt und benachteiligt. Weltweit sieht Companjen einerseits eine Verschärfung, andererseits wachse die Kirche gerade in Ländern mit hoher Verfolgung. Der ehemalige Vietnam-Missionar beobachte, dass die Kirche in Vietnam derzeit sechs Mal größer sei, als zu vorkommunistischen Zeiten. Besonders hart geht die Regierung des Landes gegen christliche Minderheiten in den Bergvölkern vor, die als Staatsfeinde gelten. Companjen rief die 900 Besucher des Treffens dazu auf, mit anhaltenden Gebeten den Glaubensgeschwistern weltweit beizustehen.

Palästinensergebiete: Christen massiv angefeindet

Unter dem Tagesmotto „Gesendet wie Schafe unter die Wölfe“ erinnerte der Projektleiter für Bibelverteilung der Palästinensischen Bibelgesellschaft, Albert Yacoub (Jerusalem), daran, dass die Christen in den Palästinensergebieten wie kaum eine andere Glaubensgruppe massiv angefeindet werden. Sein Kollege Rami Ayyad (30), Leiter des Buchladens der Gesellschaft im Gazastreifen, wurde Anfang Oktober entführt und ermordet, nachdem er mehrfach von Extremisten bedroht wurde. In einer Schweigeminute wurde ihm sowie seiner schwangeren Witwe und den beiden Kindern gedacht. Auch im Westjordanland, so Yacoub, werde die Situation für Christen immer bedrohlicher. So wurden Projekte der Bibelgesellschaft mehrfach angegriffen. Besonders ehemalige Muslime, die Christen wurden, erleben Verfolgung von ihren Familien und radikalen Islamisten. Mit sozialen Initiativen und in persönlichen Beziehungen werde daher der friedliche Dialog mit Muslimen wie Juden gesucht und das Evangelium weitergegeben. Albert Yacoub bittet die Christen in Deutschland, für Frieden in Israel, den Palästinensergebieten und für Jerusalem zu beten. Er ermutigte dazu, auch hierzulande auf Nichtchristen zuzugehen und ihnen das Evangelium weiterzusagen.

Mit speziellen Seminaren bereitet Open Doors Christen auf Verfolgung vor

Gerade in schnell wachsenden Gemeinden in Verfolgungsländern - etwa im Untergrund - mangle es häufig an gut ausgebildeten Pastoren, die die Gemeinden vor Irrlehren, Gesetzlichkeit oder Stagnation schützen. Mit speziellen theologischen Seminaren bereitet Open Doors Christen darauf und auf aktuelle und kommende Verfolgung vor. Dr. Swart Booysen (Südafrika), Afrika-Schulungsleiter des Werkes, berichtete, dass die „Mutig gegen den Sturm“-Seminare häufig im Untergrund oder im Ausland stattfinden müssen. Schulungen von Leitern etwa aus Somalia, wo die wenigen Christen, meist Konvertiten aus dem Islam, heftig verfolgt werden, wären zu gefährlich. Laut Booysen fanden in Kenia, Nigeria, Uganda und Äthiopien in diesem Jahr 24 Seminare mit über 1.500 Teilnehmern statt. In Nigeria seien in den vergangenen Jahren tausende Christen von muslimischen Söldnern ermordet worden. Deshalb müssen die Gemeinden weiterhin auf neue Verfolgungswellen vorbereitet werden.

Ehemalige Terroristin wurde Christ

Einen Augenzeugenbericht aus Indonesien gab Dr. Rebekka Zakaria (West Java). Die Ärztin und Pastorin einer freien Gemeinde saß Jahre im Gefängnis, weil sie mit zwei weiteren Frauen muslimischen Kindern mit Erlaubnis ihrer Eltern das Evangelium weitergegeben hatte. Erst vor einigen Monaten wurden die Frauen vorzeitig entlassen. Während ihrer Haft arbeitete Frau Zakaria als Ärztin im Gefängnis. Durch ihr evangelistisches Zeugnis wurden 30 Mitinsassen Christen, darunter eine ehemalige Terroristin. Ermutigt hätten sie die über 20.000 Briefe von Christen weltweit, die sie erhalten habe. Auch auf dem Open Doors-Tag in Marburg schrieben die Besucher Grußkarten an gefangene und Not leidende Christen. Gegen die Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge aus China nach Nordkorea unterschrieb die Mehrheit der Besucher eine Petition an die chinesische Botschaft.

Über Open Doors

In rund 45 Ländern versorgt Open Doors Christen, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden, mit Bibeln, christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. In der freien Welt hält das Werk Vorträge und Veranstaltungen u. a. in Kirchen und Gemeinden, um für das Thema Christenverfolgung zu sensibilisieren und zum Gebet für die verfolgte Kirche aufzurufen. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüf-Zertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz. mehr Informationen unter www.opendoors-de.org

Quelle: Pressemitteilung von open-doors vom 20.11.2007

Autor: Uwe Schütz, 20. November 2007

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