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Drei Christen zum Tode verurteilt

Hinrichtung von drei Christen in Indonesien verschoben

Foto: (c) P. Benny Salombre / AsiaNews

Am Samstag, 12. August um 00.15 Uhr Ortszeit (18.15 Uhr in Europa) sollten die drei Christen Fabianus Tibo, Dominggus Da Silva und Marinus Riwu hingerichtet werden. Die Exekution wurde jedoch um mindestens eine Woche verschoben, wie der indonesische Polizeichef, General Sutanto, mitteilte.

„Ich kann bestätigen, dass die Exekution nicht durchgeführt wird“, sagte er laut Meldung von AsiaNews. Zuvor hatte es ein Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen Staatspräsident Susilo und mehreren Ministern und hochrangigen Beamten gegeben. Die Exekution ist jedoch nicht aufgehoben sondern nur aufgeschoben.

Todesstrafe wegen angeblicher Teilnahme an den blutigen Kämpfen

Die drei Katholiken Fabianus Tibo, Dominggus da Silva und Marianus Riwa wird vorgeworfen, für Unruhen zwischen Christen und Muslimen im Jahr 2000 verantwortlich zu sein, bei denen Hunderte von Menschen ums Leben kamen.

Am April 2001 waren sie vom Bezirksgericht von Palu in der Provinz Zentralsulawesi zum Tode verurteilt worden. Noch im selben Jahr wurden die Urteile vom Obersten Gerichtshof des Landes bestätigt.

amnesty international ist angesichts von Berichten besorgt, wonach der Prozess gegen die drei Männer vor dem Bezirksgericht von Palu nicht internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren entsprach. Insbesondere gibt es Hinweise darauf, dass entlastende Zeugenaussagen, die von der Verteidigung vorgelegt wurden, vom Gericht bei der Urteilsfindung nicht berücksichtigt worden sein sollen. Auch liegen Meldungen vor, wonach bewaffnete Demonstranten vor dem Gericht die Verurteilung der drei Angeklagten gefordert hatten. amnesty international befürchtet, dass diese Einschüchterungen den Ausgang des Verfahrens möglicherweise beeinflusst haben.

Der protestantische Pastor Rinaldy Damanik ist laut einer Meldung von opendoors-de.org von ihrer Unschuld überzeugt

Spekulation über Gründe des Aufschubs

Als Grund gaben die Politiker an, dass ganz Indonesien derzeit mit den Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten für den 61. Jahrestag der Unabhängigkeit am 17. August beschäftigt sei. Die Exekution finde erst drei Tage danach statt, sagte Sutanto.

Tatsächlich dürfte das Motiv für den plötzlichen Sinneswandel ein anderes sein: Seit geraumer Zeit wird von Menschenrechtsorganisationen, NGO, Kirchenvertretern und Diplomaten politischer Druck auf die Regierung ausgeübt. Auch der Heilige Stuhl schaltete sich mehrfach ein. Zuletzt bat der Papst persönlich um Gnade für die drei Katholiken.

Zehntausende beteiligten sich an Gebetswachen

Indonesien: Gebetswachen für die zum Tode verurteilten Foto: AsiaNews
Indonesien: Gebetswachen für die zum Tode verurteilten Foto: AsiaNews

Zehntausende Katholiken halten seit Tagen Gebetswachen. Für P. Norbert Bethan, geistlicher Begleiter der Verurteilten, ist ein Wunder geschehen: „Das ist ein Werk Gottes“, meinte er. Und erzählt ein makabres Detail: „Erst vor wenigen Minuten hat ein Wächter den Presseleuten die drei Särge gezeigt, die für die Leichen bereit stehen.“

Die drei Männer hatten sich Stunden vor der geplanten Hinrichtung gelassen gezeigt. Sie empfingen das Sakrament der Versöhnung und die Eucharistie. „Ich bin fast sicher, dass die Hinrichtung nicht stattfinden wird“, meinte Fabianus Tibo noch kurz vor Ablauf der Frist. Bitte betet für die drei Christen !

Quellen: kath.net und opendoors-de.org und amnesty.de

Autor: Uwe Schütz, AREF, 15.08.2006

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