AREF-Startseite

AREF-News

Religion wird in der Politik immer wichtiger

Schäuble bezeichnet den Umgang mit Religion als zentrale Herausforderung der Politik

28.10.2005: Der Umgang mit Religion ist zu einer zentralen Herausforderung für die nationale wie die internationale Politik geworden. Diese Auffassung vertrat der designierte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 25. Oktober in seiner Rede "Religion als Herausforderung für die Politik" an der Berliner Humboldt-Universität. Dies meldet die Nachrichtenagentur idea.

Religionen haben an Bedeutung gewonnen

Obwohl der Mitgliederschwund der großen Kirchen anhalte und das christliche Grundwissen abnehme hätten die Religionen in Deutschland in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Vielen Menschen rück die Bedeutung von Werten, die Orientierung geben, stärker in das Bewusstsein. Das lasse sich etwa an den Debatten um ethische Grenzen in der Stammzellforschung und um den Gottesbezug in der EU-Verfassung ablesen.

Schäuble begann seine Rede mit den Worten:

"Politik agiere nicht im luftleeren Raum. Sie hat es immer mit Menschen zu tun. Diese sind in ihrem Leben und Zusammenleben durch bestimmte Gepflogenheiten, Überzeugungen, Grundsätze und Traditionen geprägt. Politik kann nicht erfolgreich betrieben werden, wenn sie diese Einsicht vernachlässigt. Macht man sich klar, dass einige der wichtigsten Gepflogenheiten, Überzeugungen, Grundsätze und Traditionen religiöser Art sind, kann es keinem Zweifel unterliegen, dass Religion immer eine Herausforderung für die Politik darstellt"

Ohne Zweifel zeichne sich das religiöse Leben in Deutschland durch eine größere Vielfalt aus als früher. Schäuble: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Religion in Deutschland tatsächlich Religionen bedeutet, wobei wir uns einig sein werden, dass darunter insbesondere dem Islam eine herausgehobene Bedeutung zukommt." Das Grundgesetz verpflichte zur prinzipiellen Gleichbehandlung aller Religionen.

"Krieg der Kulturen" muss verhindert

Einschreiten müsse der Staat allerdings, wo eine Religion zu einer Bedrohung für das Gemeinwesen werde. Wenn etwa von einem "Krieg der Kulturen" zwischen der christlichen und der islamischen Welt geredet werde, sei die Religion Hauptkampfplatz einer solchen Auseinandersetzung. "Dieses Problem ist für uns längst nicht nur ein außenpolitisches", so Schäuble. Auch im Inland gebe es Konflikte zwischen Christen und Moslems zu lösen.

Politik braucht religiöse Menschen

Der evangelische CDU-Politiker betonte, dass Menschen mit religiösem Hintergrund politisch gebraucht würden, denn sie verfügten über eine klare Lebensorientierung. Schäuble: "Von der Politik wird zu Recht Orientierung für unsere Gesellschaft erwartet. Orientieren aber kann nur, wer selbst orientiert ist."

Schäuble trat auch für einen Gottesbezug in der EU-Verfassung ein. Ein solcher Verweis könne Europäer verschiedener Konfessionen und Religionen einen. Schäuble kann nicht verstehen, warum sich ein Gottesbezug etwa gegen die in der EU lebenden Muslime richten sollte. Selbst Atheisten kämen etwa bei existentiellen Fragen nach Anfang und Ende des Lebens nicht ohne absolute Wahrheiten aus.

Die gesamte Rede : http://www.wolfgang-schaeuble.de/texte/051025hu.pdf

AREF, 28.10.2005

mehr bei uns :
60 Jahre CDU als Bundespartei
Kritik an Werteumsetzung der CDU
Evangelikale wollen sich mehr in die Politik einmischen
EU-Verfassung ohne Gottesbezug


 

Hinweis: Für die Inhalte anderer Web-Seiten - auch über Links von dieser Seite - sind ausschließlich deren Autoren verantwortlich!

menus supported by: Deluxe-Menu.com

Impressum