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KW 42 / 2011

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Heinz Rühmann als "Der Hauptmann von Köpenick" 

Der "Hauptmann" von Köpenick

Vor 105 Jahren : Ein arbeitsloser Schuster führt den preußischen Staat vor

Filmplakat 1956: Heinz Rühmann als "Der Hauptmann von Köpenick", Regie Helmut Käutner Quelle: www.deutscher-tonfilm.de

16.10.1906: In Köpenick bei Berlin besetzt ein Mann in Hauptmannsuniform gegen 14.30 Uhr mit 10 Soldaten das Rathaus. Er lässt den Bürgermeister und den Kassendirektor verhaften. Dann beschlagnahmt er die Stadtkasse, zahlt "seinen" Soldaten einen "Sold" aus und verschwindet mit dem "Rest".

Die Polizei kommt dem Täter schnell auf die Spur und identifiziert ihn als den Schuster Wilhelm Voigt. In der Haftanstalt ist er ein alter Bekannter. Das Kommandieren hat er nicht in der preußischen Armee gelernt, sondern im Knast. Und die Hauptmannsuniform hat er beim Trödler erstanden.

Aber Voigt plante mit seiner Aktion keinen Raubüberfall und auch keinen Staatsstreich, sondern er wollte sich mit der Aktion einen Pass ausstellen lassen, den man ihm immer wieder verweigerte. (Aber im Rathaus von Köpenick gab es kein Passamt.)

Völlig unbeachsichtigt stellt der arbeitslose Schuster den unerschütterlichen Glauben an Uniform und bedingungslosen Gehorsam bloß. Sogar Kaiser Wilhelm II. zeigt sich amüsiert.

Der Dramatiker Carl Zuckmayer macht die Geschichte als "Der Hauptmann von Köpenick" 1930 zu einem sehr erfolgreichen Theaterstück. Prominentester Darsteller der Titelrolle ist Heinz Rühmann.

* * *

"Der Hauptmann von Köpenick" hat neben der humorigen auch eine tiefe Seite. Voigt will "das bisschen Leben, was ihm noch bleibt", in geordnete Bahnen bringen.

Als er von der Beerdigung eines tuberkulose-kranken Mädchens kommt und sein Schwager (Hoprecht) ihn - völlig unpassend - an sein Pflichtgefühl, seine "innere Stimme", erinnern will, sagt Wilhelm Voigt (14.Szene):

"Vorhin, uff'm Friedhof, da hab' ick se jehört, die innere Stimme ...
Mensch, hat se jesagt, einmal kneift jeder 'n Arsch zu - du auch, hat se jesagt,
und dann stehste vor Jott dem Vater, der alles jeweckt hat, un der fragt dir ins Jesichte:
Schuster Willem Voigt, wat haste jemacht mit dein' Leben, un dann muss ick sagen:
Fußmatte ...Fußmatte, muss ick sagen, die hab ick jeflochen in Gefängnis, un da sind se alle drauf rumjetrampelt
und Gott der Vater sagt zu mir: Jeh weg, sagt er, Ausweisung, sagt er, detwegen hab ick dir det Leben nich jeschenkt, det biste m'r schuldig, sagt er, wo isset? Wat haste 'mit jemacht?
...Un denn, Friedrich, denn isset wieder nischt mit de Aufenthaltserlaubnis..."

... So knickrig will ich mal nicht vor meinem Schöpfer stehen. Ick wer' noch wat machen...mit mein' Leben".

Voigt möchte nicht wie so oft im Leben wieder abgewiesen werden und meint wohl, dazu "Leistung" bringen zu müssen. Aber bei Jesus ist das anders: Er hat darüber eine verbindliche Aussage gemacht:

Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat,
der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht,
sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5, 24

Uwe Schütz

 

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(mit O-Ton von Heinz Rühmann)
2:40 s, mp3, 64 kbit/s, 1.302 KB

 

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