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Kritik an wörtlicher Auslegung der Schöpfungsgeschichte

Ev. Weltanschauungsbeauftragter der EKD Hemminger kritisiert Kreationismus

06.10.08: Der evangelische Weltanschauungsbeauftragte Hansjörg Hemminger (Stuttgart) hat sich gegen eine wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte gewandt. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) lehne die vor allem in den USA immer einflussreichere Bewegung der Kreationisten ab, die eine biblisch begründete Alternative zur Evolutionstheorie konstruieren wolle, sagte Hemminger am Mittwoch in Celle. Zugleich warnte der Biologe vor einem neuen Atheismus, der wiederum Fortschritte der Naturwissenschaft zur Religionskritik missbrauche. Die Kreationisten interpretieren die biblische Schöpfungsgeschichte wörtlich und lehnen die von Charles Darwin (1809-1882) begründete Evolutionstheorie ab.

Warnung vor tief gespaltender Gesellschaft

Hemminger warnte vor einer unsachlichen Polarisierung der Debatte. Dies laufe darauf hinaus, «dass man als Christ für den Kreationismus sein müsse, weil die Gottesleugner dagegen sind und umgekehrt». Solche Feindbilder seien gefährlich. In den USA zeige sich, dass sie zu einer tief gespaltenen Gesellschaft führten: «Das kann sich niemand für Deutschland und Europa wünschen, weder die Kirchen, noch die Forschung.» Der Experte ist Autor der kritischen Schrift zum Kreationismus «Mit der Bibel gegen die Evolution».

Kreationisten wollen die Schöpfungslehre im Schulunterricht verankern

Zu den Forderungen der Kreationisten gehört die Verankerung der Schöpfungsgeschichte im Schulunterricht - nicht im Fach Religion, sondern in Biologie. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates in Straßburg habe dagegen im vergangenen Jahr eine Resolution verabschiedet, sagte Hemminger. Darin werde gefordert, dem Kreationismus im Schulunterricht energisch entgegenzutreten. Der Weltanschauungsbeauftragte kritisierte, dass der «neue Atheismus» als Versuch, die Religion mit pseudowissenschaftlichen Argumenten zu diffamieren, in der Resolution kein Thema sei. «Diese Ideen sind genaus unwissenschaftlich wie der Kreationismus und vermutlich im europäischen Erziehungswesen sehr viel häufiger.»

Quelle: jesus.de-Newsletter vom 04.10.2008 /epd

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