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"Evolution - der Glaubenskrieg"

"Wort und Wissen" kritisiert ZDF-Sendung mit Joachim Bublath als bloße "Stimmungsmache"

Joachim Bublath in seiner ZDF-Sendung "Evolution - der Glaubenskrieg" am 07.12.2005
Joachim Bublath verabschiedete sich in seiner ZDF-Sendung "Evolution - der Glaubenskrieg" am 07.12.2005 Er verabschiedet sich mit den Worten: "Zu hoffen bleibt, dass die Freiheit der Wissenschaften in unseren Gesellschaften erhalten bleibt und wir nicht zurück fallen in die Finsternis willkürlich aufgestellter Weltbilder. Das war's für heute. Bis zum nächsten Mal. Dann einen guten Abend und ein frohes Weihnachtsfest."

09.12.05: Joachim Bublath hat in seiner ZDF-Sendung "Evolution - der Glaubenskrieg" (Sendung am 07.12.2005) die Ansichten der Evolutionskritiker nicht ausreichend dargestellt; Diese Meinung vertritt die Studiengemeinschaft "Wort und Wissen", die sich für die Vereinbarung von christlicher Schöpfungslehre und Naturwissenschaft einsetzt. Bublath stellte die "Kreationisten" als "religiöse Eiferer" dar, die unsere Gesellschaft mit ihrem "simplen Weltbild" ins Mittelalter zurückbrächten.

Für "Wort und Wissen" diente die Sendung einer "Stimmungsmache gegen Kreationisten, die davon abhalten soll, sich ernsthaft mit deren Argumenten auseinander zu setzen". "Religiöse Eiferer" oder gar "Sektierer" versuchten laut Bublath, die Wissenschaft und Schulen einer "wissenschaftsfeindlichen Gehirnwäsche" zu unterziehen. "Manipulation statt Einsicht und Erkenntnis", so der Moderator.

"Die eigentlichen Kritikpunkte der Kreationisten an der Evolution wurden gar nicht genannt", kommentierte Reinhard Junker von "Wort und Wissen" die Sendung. Auch sei kein Vertreter des Kreationismus zu Wort gekommen. Die Sendung habe zahlreiche Beispiele gebracht, die zwar Phänomene in der Biologie beschrieben, aber nicht erklärten. So wurden in einer Grafik zwar die einzelnen Körperregionen von verschiedenen Lebewesen miteinander verglichen; dass diese jedoch von einer Ur-Form abstammen, beweise dies noch lange nicht, so Junker.

Dass aus "niederen" Tieren höhere und letztendlich daraus der Mensch entstanden, sehe in einer Computer-Animation schön aus und beeindrucke die Zuschauer. Nicht klar werde jedoch, dass die dahinter stehende Theorie keinesfalls bewiesen sei, so Junker.

Ein Beitrag in der Sendung behandelte ein wichtiges Argument der Kreationisten, das Auge. Dessen Aufbau sei so komplex, dass eine Entstehung aus sich selbst heraus äußerst unwahrscheinlich sei, so die Kreationisten. Die ZDF-Autoren wollten nun darlegen, dass dies gerade nicht der Fall sei: Gezeigt wurde die Animation eines fiktiven wurmähnlichen Wesens, das bereits Grundformen von Lichtsensoren hat. Aus denen entwickelt sich dann das Auge. So kam es demnach auch, dass die Netzhaut heute im hinteren Teil des Auges liegt. "Medizinisch gesehen ist schon lange klar, warum die Netzhaut so gebaut ist, wie sie ist und hinten liegt", kritisiert Junker. "Der Grund ist die enorme Blutversorgung der Netzhaut, die nur so gewährleistet ist."

Der "Besser-Mensch" in der ZDF-Sendung "Evolution - der Glaubenskrieg" am 07.12.2005: "In der virtuellen Welt kann das Design des Menschen ohne Schwierigkeiten verbessert werden." ... Seine Schöpfer haben ihn von einigen Volksleiden erlöst. Sieht so intelligentes Design aus?"

Der "Besser-Mensch" von Bublath wirkte lächerlich

Die Kreationisten (vor allem "wiedergeborene Christen" in den USA) versuchen laut Bublath, ihr Weltbild "geschickt zu tarnen" mittels eines neuen Begriffes: "Intelligent Design". Dahinter steckt die Ansicht, dass das Leben so komplex sei, dass es unmöglich aus sich selbst heraus durch Zufall entstanden sein kann. Um die Unsinnigkeit einer solchen Haltung zu demonstrieren, spielen die Autoren der Sendung das "intelligente Design" nach: ein Mensch sei biologisch besser, wenn er größere Ohren, bessere Augen und einen Schwanz bekäme. Der "Besser-Mensch", der in dem Beitrag dabei herauskommt, hat zerfetzte Kleider an und wirkt lächerlich (rechts im Bild). Der Kommentar: "Sieht so intelligentes Design aus?" "Das war ein Schuss in den Ofen", sagt der studierte Biologe und Mathematiker Junker. Es sei kein stichhaltiges Argument, wenn Menschen versuchten, Gottes Schöpfungsplan weiterzuführen.

Auch die Wirbelsäule des Menschen sei ein Beispiel für (noch) nicht perfekte Aspekte der evolutionären Natur, so der Beitrag. Deswegen würde dem Menschen auch ein Schwanz gegen Rückenschmerzen helfen. Junker erwidert: "Jeder Mediziner kann bestätigen, dass die Wirbelsäule genial ist. Nicht jeder hat Rückenschmerzen. Rückenprobleme kommen durch eine falsche Lebensweise. Ein Schwanz nützte da nichts."

Beide Seiten gründeten ihre Meinungen auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf Beweisen

"Man muss sich immer klar sein: Was sind Erkenntnisse, und wo kommen Mutmaßungen ins Spiel?", betont Junker. Letztendlich hänge die Diskussion an der Frage, ob die Evolutionstheorie als Tatsache anerkannt sei oder nur als eine Theorie gelte. Es gehe den Kreationisten nicht darum, den Glauben durch Wissenschaft zu begründen, sondern darum, die Wissenschaft aus der Sicht eines Gläubigen mit dem biblischen Weltbild zu vereinbaren. Beide Seiten gründeten ihre Meinungen letztendlich auf Annahmen und Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Beweisen.

Für Bublath und die Autoren der Sendung jedenfalls ist klar: "An der Evolutionstheorie gibt es unter Wissenschaftlern keinen Zweifel. (...) Sicher existieren in der Evolutionstheorie noch einige Lücken." Doch "Heerscharen von Forschern arbeiten daran, um sie zu schließen."

Dem ZDF stand das Buch "Evolution - ein kritisches Lehrbuch" rechtzeitig zur Verfügung

Junker, der auf zahlreiche andere Beispiele der Sendung kontert, dass sie keine wirklichen "Beweise" der Evolutionisten seien, verweist auf das Buch "Evolution - ein kritisches Lehrbuch", das die Studiengemeinschaft "Wort und Wissen" herausgegeben hat. Das ZDF habe dieses Buch bereits weit im Voraus erhalten, und daher eine Chance gehabt, sich ausgiebig mit den wahren Argumenten der Kreationisten auseinander zu setzen. Doch keines der darin enthaltenen Argumente sei wirklich gewürdigt worden. Joachim Bublath warnte: "Wenn Kreationisten mit ihren Ideen in den Schulunterricht weiter vordringen, dann droht die Gefahr, dass ganze Schülergenerationen gar nicht mehr in Kontakt mit den modernen Naturwissenschaften kommen." Wenn Fernsehjournalisten sich hingegen nicht ausführlicher mit der Kritik an der Evolutionstheorie beschäftigen, droht die Gefahr, dass diese Ansicht jedes Mal als mittelalterliche Kampfansage an die Naturwissenschaft empfunden wird.

Quelle: www.pro-medienmagazin.de, erschienen am 09.12.2005

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