zur AREF-Startseite

AREF-Medien-News


Paradise Now - Sympathie für Terror ?

Am 29.09. startet "Paradise Now" von Abu-Assad in den deutschen Kinos

Filmplakat "Paradise Now"
Paradise Now, Filmplakat
© 2005 Constantin Film, München

26.09.2005: PARADISE NOW startet am Donnerstag, 29. September, in den deutschen Kinos. Regisseur Hany Abu-Assad erzählt in dem Film die Geschichte von zwei jungen Palästinensern, die Selbstmordattentate begehen sollen. Kein Film hat Publikum und Presse auf der diesjährigen Berlinale mehr begeistert.

PARADISE NOW, der in den vergangenen Wochen immens zur internationalen Diskussion über die aktuelle politische Lage im Nahen Osten beigetragen hat, wurde bereits in über 50 Länder verkauft und wird im Oktober auch in die israelischen Kinos kommen. In den USA wird der Film zum Jahresende bei dem US-Studiolabel Warner Independent veröffentlicht werden.

Preise bei den Filmfestspielen in Berlin

Der Film lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo er mit dem Publikumspreis sowie dem Blauen Engel für den besten europäischen Film ausgezeichnet wurde. Zudem erhielt der Film den Friedenspreis von Amnesty International, mit folgender Begründung:

"PARADISE NOW ist eine kleine Geschichte über einen großen Konflikt - moralisch, aber nicht moralisierend; berührend, aber nicht sentimental. Ein Film, der zum Nachdenken zwingt, ohne belehrend zu sein. Ein Plädoyer dafür, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann."

Oscar®-Nominierung von Paradise Now für "Palästina"

Der umstrittene Film "Paradise Now" ist vom palästinensischen Auswahlkomitee für Palästina für das OSCAR-Rennen 2005 nominiert worden. Das gab die Filmgesellschaft "Constantin Film" bekannt. "Paradise Now" tritt in der Rubrik "Bester ausländischer Film" an.

Die Story

Khaled (Ali Suliman) und Said (Kais Nashef) sind seit ihrer Kindheit gute Freunde. Jetzt hat man sie dazu bestimmt, sich als Selbstmordattentäter in Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Die voraussichtlich letzte Nacht ihres Lebens dürfen sie noch einmal im Kreise ihrer Familien verbringen. Selbstverständlich aber muss ihr Vorhaben streng geheim bleiben, so dass ihnen ein wirklicher Abschied von ihren Angehörigen verwehrt ist. Am nächsten Morgen werden sie an die Grenze gebracht. Die Bomben sind unsichtbar an ihren Körpern befestigt. Doch dann verläuft die Operation nicht wie geplant: Die beiden Freunde verlieren sich aus den Augen. Getrennt und ganz auf sich allein gestellt müssen sie ihr Schicksal meistern und für ihre Überzeugungen einstehen…

Paradise-Now-Szenenbild: Said (Kais Nashef, vorne) und Khaled (Ali Suliman) sollen in wenigen Stunden ein Selbstmordattentat in Tel Aviv, Israel, begehen
Paradise-Now-Szenenbild: Said (Kais Nashef, vorne) und Khaled (Ali Suliman) sollen in wenigen Stunden ein Selbstmordattentat in Tel Aviv, Israel, begehen
© 2005 Constantin Film, München / © 2005 Augustus Film, Lama Productions, Razor Film, Lumen Films, ARTE France Cinéma

Verständnis für Attentäter, aber nicht für die Folgen

Während auf der Homepage der Berliner Filmfestspiele die Aussage gemacht wird, "Paradise Now" sei ein Film, "der sich auf die stillen Momente inmitten einer von Gewalt und Vergeltung bestimmten Realität konzentriert", gibt es auch Gegenstimmen. Filmkritiker schreiben, dass der Regisseur dem Zwiespalt zwischen Parteinahme und Schuldzuweisung nur teilweise gerecht wird. Weil die Folgen eines Attentats "ausgeklammert werden" und die Protagonisten als sympathisch beschrieben würden, werde ein einseitiges Bild gezeichnet. Der Film biete "weder Lösung noch Legimation noch Sicherheit", schreibt ein Kritiker auf cineman.ch.

Noch deutlichere Kritik äußern Gegner des Films in einem offenen Brief an einen Kölner Kinobetreiber. In dem Brief fordern sie dazu auf, den Film nicht zu zeigen, da er die palästinensischen Selbstmordanschläge beschönige und diese sogar indirekt "glorifiziere". "Paradise Now" bemühe sich keinesfalls um "Verständnis füreinander", so die Kritiker. Verständnis werde allein den Attentätern entgegengebracht, die in der Opferrolle Sympathie beim Publikum erweckten, obwohl sie doch Massenmörder seien.

Quellen: Constanin-Film, Israelnetz.de-Newsletter-Newsletter vom 26.09.2005

Paradise Now ist freigegeben ab 12 Jahren (FSK), Länge: 90 Minuten, mehr: www.paradise-now.film.de

Uwe Schütz, 26.09.2005

mehr bei uns:
2006 : Paradise Now für Deutschen Filmpreis nominiert

Nahostkonflikt Palästina / Israel, UN-Teilungsplan 1948

Gazastreifen-News 2005
Islam-News 2005


 

Hinweis: Für die Inhalte anderer Web-Seiten - auch über Links von dieser Seite - sind ausschließlich deren Autoren verantwortlich!

menus supported by: Deluxe-Menu.com

Impressum