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Sollen schwule Paare Kinder adoptieren dürfen?

Neue Vorsitzende der EKD-Synode Katrin Göring-Eckhardt will "Homo-Ehen" die Adoption nichtleiblicher Kinder ermöglichen

10.06.09: Die frisch gewählte neue Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt will Adoption nichtleiblicher Kinder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen ermöglichen. Sie argumentierte in der in der Wochenendausgabe der „taz“, ein volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben diene den Kindern. Diese bräuchten „auch die Rechtssicherheit im Unterhalts- und Erbrecht, die ihnen bisher verwehrt ist“. „Schließlich übernehmen beide Elternteile Verantwortung und sorgen für sie.“

Die neue Vorsitzende der EKD-Synode vertritt mit ihrer Position die Forderung ihrer Partei der Grünen, die in ihrem Wahlprogramm mit dem Titel "Neuer Generationenvertrag" schreiben: "Wir fordern die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare, einschließlich des Adoptionsrechts. Gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern dürfen nicht benachteiligt werden."

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, unterstützt die Forderung

Auch FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte: „Kinder aus Regenbogenfamilien brauchen den gleichen Respekt und die gleiche Sicherheit wie alle anderen Kinder auch.“ Spanien, Großbritannien und Schwede machten es vor, „im Interesse der Kinder“.

Bundesjustizministerin will überprüfen, ob es dafür einen gesellschaftlichen Konsens gibt

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte schon vor längerer Zeit angekündigt, Möglichkeiten für ein gemeinsames Adoptionsrecht von homosexuellen Paaren neu auszuloten. Sie wolle überprüfen, ob es dafür einen gesellschaftlichen Konsens gebe, sagte die Ministerin vor einigen Monaten. Das Ministerium habe eine Studie zur Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Auftrag gegeben. Zypries erhofft sich davon Argumente für eine Diskussion zur Änderung des Adoptionsrechtes.

Volker Kauder, CDU, kritisiert es gehe nicht um das Wohl der Kinder, sondern um Selbstverwirklichung

Für den CDU-Politiker Volker Kauder wäre, wie er bereits früher deutlich machte, ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben nicht mit dem christlichen Menschenbild seiner Partei vereinbar. „Es geht bei diesem Vorschlag allein um die Selbstverwirklichung von Lesben und Schwulen und nicht um das Wohl der Kinder“, sagte Kauder. „Volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben widerspricht den Interessen von Kindern. Das bestätigen Kinderpsychologen und Kindertherapeuten, die vor einer solchen Entwicklung warnen.“

Eine soziale Notwendigkeit besteht nicht

Sinn des Adoptionsrechts war in der Tat bisher, einem Kind, dessen leibliche Eltern ihre Elternrolle als Vater und Mutter - zum Beispiel in Todesfällen - nicht wahrnehmen konnten oder aufgrund ihrer Lebensverhältnisse nicht wahrnehmen wollen, die natürlichen Eltern in ihrer Rolle als Mutter und Vater zu ersetzen. Wer mit diesem rechtlich-finanziellen Argument für die Einführung eines uneingeschränkten Adoptionsrechtes für Lesben und Schwule plädiert, setzt sich also über den originären Sinn dieses Rechtes grundlegend hinweg. Erbrechte lassen sich auf andere Weise regeln. Außerdem ist die Zahl kindersuchender und adoptionswilliger Eltern wesentlich größer als die Zahl adoptionsfähiger Kinder.

Homosexuelle einer Lebenspartnerschaft haben das Recht der Stiefkind-Adoption

Homosexuelle, die in einer Lebenspartnerschaft leben, besitzen seit acht Jahren das Recht der Stiefkind-Adoption. So kann ein Lebensgefährte ein Kind seines Partners, das aus einer vorherigen Beziehung stammt, als seines annehmen. In der jetzigen Diskussion geht es um Kinder, die nicht von einem der Partner abstammen.

Seit dem 1. August 2001 können homosexuelle Paare ihre Beziehung als Lebenspartnerschaft eintragen lassen. Das Bundesverfassungsgericht hatte den Eilantrag der CDU/CSU mit knapper Mehrheit abgelehnt und am 17.07.02 eine Normenkontrollklage der unionsregierten Länder Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das rot-grüne Gesetz abgewiesen.

Autor: Uwe Schütz, 10.06.2009

 

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