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Die Zahl der gemeldeten Abtreibungen ist 2008 um 2% auf 114.484 gesunken

24.08.09: Im Berichtsjahr 2008 wurden in Deutschland 114.484 Schwangerschaftsabbrüche an das Statistische Bundesamt gemeldet. Das waren 2.387 Meldungen (2,0 Prozent) weniger als im Vorjahr.

41,2 Prozent der Frauen waren zum Zeitpunkt des Eingriffs verheiratet, 53,6 Prozent ledig. 72,6 Prozent der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15,1 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. 7,7 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter und 4,7 Prozent minderjährig.

40,8 Prozent der Frauen hatten zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs noch keine Kinder geboren. Hier ist der Anteil gegenüber dem Vorjahr fast gleich geblieben. Von den Frauen über 30 Jahren entschieden sich 16,1 Prozent gegen die Schwangerschaft, obwohl sie bisher kinderlos waren. Bei den über 35-Jährigen betrug dieser Anteil noch 12,8 Prozent.

Auffallende Unterschiede bestehen zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern (jeweils ohne Berlin – Auswertung nach
dem Wohnsitz der Schwangeren). Im früheren Bundesgebiet hatten 42,5 Prozent aller Frauen, die einen Abbruch vornehmen ließen, noch keine Lebendgeburt. In den neuen Ländern lag dieser Anteil mit 32,3 Prozent wesentlich niedriger.

Über 97% der Eingriffe wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen

Mit 97,4 Prozent wurden die meisten Eingriffe nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine medizinische oder kriminologische Indikation war in 2,6 Prozent der Fälle die Begründung für den Schwangerschaftsabbruch. In 13,4 Prozent der Fälle wurde die Schwangerschaft vor der sechsten Schwangerschaftswoche abgebrochen.

Die bereits in den Vorjahren registrierten Unterschiede zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern (jeweils ohne Berlin) hinsichtlich des Zeitpunktes des Abbruchs waren auch 2008 zu beobachten. In 49,2 Prozent der gemeldeten Fälle im früheren Bundesgebiet wurde die Schwangerschaft vor der achten Schwangerschaftswoche beendet, wohingegen dieser Anteil in den neuen Ländern bei 42,1 Prozent lag. Der Anteil der Abbrüche in der zehnten bis zwölften Woche betrug im früheren Bundesgebiet 16,9 Prozent. Höher war dieser Anteil in den neuen Ländern mit 21,6 Prozent.

Der Abbruch geschieht am häufigsten durch die Absaugmethode

Die häufigste Abbruchmethode war auch im Jahr 2008 die Vakuumaspiration (Absaugmethode) mit 74,0 Prozent. Schwangerschaftsabbrüche mit dem Wirkstoff Mifepriston, der unter dem Markennamen Mifegyne® vertrieben wird, wurden 13.917 Mal vorgenommen (früher auch als RU-486 bezeichnet) . Das war ein Anteil von 12,2 Prozent an der Gesamtzahl der Abbrüche. Im Vorjahr erreichte diese Eingriffsart einen Anteil von 10,0 Prozent.

78,9 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche wurden ambulant in gynäkologischen Praxen vorgenommen. 5,4 Prozent der Frauen ließen den Schwangerschaftsabbruch in einer Einrichtung außerhalb des Bundeslandes, in dem sie wohnen, vornehmen.

Quelle: © Statistisches Bundesamt, erschienen am 09.03.2009, korrigiert am 25.05.2009; Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.

 

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