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Schüler nach Alkoholexzess gestorben

16-jähriger Berliner Schüler an Alkoholvergiftung gestorben

29.03.: Der vor knapp fünf Wochen nach einem Alkoholexzess ins Koma gefallene Berliner Schüler ist in der vergangenen Nacht gestorben. Es werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft werde geprüft, ob eine Obduktion erfolgen solle. Ende Februar soll der Schüler in einer Kneipe große Mengen Tequila getrunken haben. Noch in dem Lokal brach er zusammen und lag seitdem im Koma . Der Fall hatte eine bundesweite Debatte über Alkoholmissbrauch unter Kindern und Jugendlichen ausgelöst.

Alkoholmissbrauch hat unter jungen Leuten stark zugenommen

2005 mussten in Berlin 274 Kinder und Jugendliche wegen akuten Rausches stationär behandelt werden. Im Jahr 2000 waren es 156. Erst am vergangenen Wochenende war eine 15-Jährige mit einer Alkoholvergiftung und Unterkühlung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das Mädchen soll im Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg mit anderen Jugendlichen getrunken haben. Nach Polizeiangaben stürzte sie und wurde bewusstlos.

FDP: Wir müssen alle die Verantwortung übernehmen

Anlässlich des Todes eines 16-jährigen Schülers in Berlin nach einer Alkoholvergiftung erklärt der sucht- und drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Detlef PARR:

Die FDP-Bundestagsfraktion ist erschüttert über den Tod des 16-jährigen Berliner Schülers, der nach wochenlangem Koma gestorben ist. Wir müssen den Jugendschutz endlich konsequent umsetzen, und dass nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im Handel. Dass ein 16-jähriger unbehelligt Unmengen von Tequila trinken kann, so dass er mit 4,8 Promille zusammenbricht, ist unverantwortlich und darf sich nicht wiederholen. Es ist traurig, dass dieser Fall, der Anstoß für die Diskussion um die so genannten Flatrate-Partys war, diesen Ausgang genommen hat.

Vor allem brauchen wir Vorbilder und ein verändertes Bewusstsein, aber auch Zivilcourage, um die Jugendlichen zu erreichen. Prävention und Aufklärung sind wirkungsvoller als Verbote.

PDS: Jugendliche betreiben das „Kampftrinken" und "Komasaufen“ als Sport

Berlins Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (PDS) hatte kürzlich an die Eltern appelliert, ihre Kinder verstärkt auf die Gefahren des Alkohols hinzuweisen und selbst Vorbild zu sein. Eine „kleine Gruppe von Kindern und Jugendlichen“ betreibe das „Kampftrinken und Komasaufen“ als Sport, sagte die Politikerin. Besonders in der Kritik stehen so genannte Flatrate-Partys, bei denen die Gäste für einen Pauschalpreis unbegrenzt Alkohol trinken können.

CSU: Jugendschutzgesetz auf dem Prüfstand

Bayerns Innenminister Beckstein fordert eine Überprüfung des Jugendschutzgesetzes. Die dort verankerte Regelung, wonach Eltern mit einer Bescheinigung die Aufsicht über ihr Kind in einer Disco einem erwachsenen Begleiter übertragen dürfen, sei kontraproduktiv, sagte Beckstein der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag.

Der Minister bezog sich auf Berichte, wonach in der Praxis 19-Jährige mit echter oder gefälschter Unterschrift der Eltern die Verantwortung für Freunde oder Geschwister übernehmen und diesen so ermöglichen, sich auch nach Mitternacht noch in Discotheken aufzuhalten. Man werde in der Koalition darüber reden, ob diese Regelung eventuell zurückgenommen werden müsse, kündigte Beckstein an.

Uwe Schütz, 29.03.2007

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