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Wieder brennen Synagogen

Palästinenser zünden nach Abzug der Israelis im Gazastreifen die Synagogen an

Plünderungen und Zerstörung einer jüdischen Synagoge im Gazastreifen Foto: Screenshot von ARD-Tagesschau am 12.09.2005

12.09.2005: Palästinenser haben in der Nacht zum Montag im Gazastreifen mehrere Synagogen in Brand gesteckt. Zuvor hatte das israelische Kabinett mit großer Mehrheit beschlossen, die jüdischen Bethäuser in den geräumten Siedlungen nicht abzureißen.

Die Palästinenser zündeten mindestens vier Synagogen in Kfar Darom, Morag, Netzarim und Neveh Dekalim an. Als die Siedler im August evakuiert wurden, hatten sie Torah-Rollen, Gebetbücher und Kultgegenstände mitgenommen. Das sollte laut der Tageszeitung "Ha´aretz" symbolisieren, dass die Gebäude nicht mehr als Bethäuser genutzt würden.

Wenige Minuten nach dem Abzug der israelischen Armee stürmten Hunderte Palästinenser die verlassenen Siedlungen. Die Israelis hätten "unsere Häuser und unsere Moscheen zerstört", sagte ein Mann, der sich Abu Ahmed nannte. "Heute sind wir an der Reihe, ihre (Bethäuser) zu zerstören."

In Neveh Dekalim kletterten bewaffnete Palästinenser auf das Dach der Synagoge. Sie hissten Fahnen von Terrorgruppen. Dann riefen sie: "Allah ist groß" und "Wir wollen nicht, dass uns irgendetwas an die Besatzung erinnert".

Palästinensische Polizisten standen daneben und sahen zu, ohne einzugreifen. Ein Beamter, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagte: "Die Leute haben das Recht, das zu tun, was sie tun."

Israelisches Kabinett änderte Entscheidung

Synagoge im Gazastreifen vor der Zerstörung durch die Palästineser  2005
Synagoge im Gazastreifen vor der Zerstörung durch die Palästineser Foto: Screenshot von ARD-Tagesschau am 12.09.2005

Im vergangenen Jahr hatte das israelische Kabinett entschieden, dass die Synagogen abgerissen werden sollten. Doch seit der Räumung der Siedlungen haben Rabbiner die Regierung aufgefordert, eine andere Lösung zu finden. Demnach sollten die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) oder internationale Vertreter die Bethäuser beschützen. Israel dürfe nichts mit der Zerstörung der Synagogen zu tun haben. Die Palästinenser weigerten sich jedoch, weil nichts zurückbleiben sollte, das an die Besatzung erinnerte.

Am Sonntag revidierte das israelisches Kabinett seine Entscheidung: Mit 14 zu 2 Stimmen entschieden die Minister, die Synagogen nicht zu zerstören. Der PA-Vorsitzende Mahmud Abbas sagte am Montag, die Gebäude würden wie alle anderen abgerissen: "Sie haben leere Gebäude zurückgelassen, die früher Tempel waren, aber sie haben alle religiösen Symbole entfernt, und es sind keine religiösen Stätten mehr." Aus Washington kam Kritik an der israelischen Entscheidung. Dadurch gerieten die Palästinenser in eine Lage, "wo alles kritisiert werden kann, was sie tun".

Israel bittet UNO um Hilfe

Unterdessen informierte Israels Außenminister Silvan Schalom den UN-Generalsekretär Kofi Annan über den Kabinettsbeschluss. Die moralische Verantwortung für die Synagogen werde dadurch an die PA übergeben. "Das ist der erste moralische Test für die palästinensische Führung." Er bat Annan, seinen Einfluss bei der internationalen Gemeinschaft und der PA geltend zu machen, damit die Synagogen nicht beschädigt werden.

Wie die Tageszeitung "Ma´ariv" berichtet, begrüßte Annan die Entscheidung. Sie entspreche einem UN-Beschluss aus dem Jahr 2001, in dem zur Wahrung von heiligen Stätten aufgerufen werde. Der Generalsekretär versprach, mit Abbas zu sprechen, damit dieser die Verantwortung übernehme.

Quelle: israelnetz.de-newsletter vom 12.09.2005

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