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Jubelfeiern in den ehemaligen jüdischen Gebieten

Brennende Synagogen nach Israels Abzug aus dem Gazastreifen

Synagoge im Gazastreifen vor der Zerstörung durch die Palästineser  2005
Synagoge im Gazastreifen vor der Zerstörung durch die Palästineser Foto: Screenshot von ARD-Tagesschau am 12.09.2005
Synagoge im Gazastreifen nach der Zerstörung durch die Palästineser am 12.09.2005

Synagoge im Gazastreifen durch die Palästineser zerstört
Foto: Screenshot von ARD-Tagesschau am 12.09.2005

15.09.2005: Zehntausende Palästinenser haben in den geräumten Siedlungen den Abzug der letzten israelischen Truppen aus dem Gazastreifen gefeiert. Mit lautstarkem Jubel und Schüssen in die Luft drangen sie am Montag, 12.09., in den frühen Morgenstunden in die ehemaligen jüdischen Siedlungen ein. Mehrere Synagogen wurden in Brand gesetzt.

Plünderer stürmen in ehemaligen jüdischen Siedlungen

Zahlreiche Palästinenser sind am Dienstag, 13.09., in die geräumten Gaza-Siedlungen eingedrungen, um dort zu plündern. Die Polizei der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) versuchte vergeblich, die Ortschaften abzusperren.

Die PA bemüht sich vor allem, zu verhindern, dass die zurückgelassenen Gewächshäuser zerstört werden. Premierminister Ahmed Qrea sagte bei einer Rundfahrt durch die ehemalige Siedlung Neveh Dekalim: "Diese Gewächshäuser sind für das palästinensische Volk. Wir wollen nicht, dass jemand etwas anrührt oder beschädigt, das nützlich für unser Volk sein kann." Aufgrund einer Abmachung, die durch internationale Vermittlung getroffen wurde, hatte Israel die technisch modern ausgestatteten Gewächshäuser beim Abzug nicht zerstört.

Qrea fügte hinzu, die Palästinenser sollten auch aufhören, Synagogen zu plündern: "Ihr werdet nicht von einem Pfeiler, Kunststoffrohren oder Holzstücken profitieren, die ihr mitnehmt. Beschützt sie, weil sie euch gehören."

Zur selben Zeit überwältigten Plünderer Hunderte Wachleute, die Gewächshäuser in der nahe gelegenen Siedlung Gadid absichern wollten. Viele der Sicherheitskräfte teilten laut der Tageszeitung "Ha´aretz" mit, sie könnten dem Plündern kein Ende setzen. "Sie nehmen Plastikfolien, Schläuche, alles, was in ihre Hände gerät", sagte ein palästinensischer Polizist. Etwa 80 Prozent der Gewächshäuser seien noch unbeschädigt. Doch Plünderer seien mit Leuchtkörpern, Kabeln und Drähten weggegangen. Dabei würden die Polizisten ignoriert, fügte ein Kollege hinzu. Ein Palästinenser habe seine Beute erst fallen lassen, als er von Polizisten geschlagen wurde.

Im südlichen Gazastreifen strömten erneut Hunderte Palästinenser über die ägyptische Grenze und wieder zurück. Sie wollten billig Zigaretten, Medikamente und Käse erwerben. Dabei kletterten sie trotz der ägyptischen Militärpräsenz über eine Mauer und gruben darunter Tunnel. (eh)

Hamas-Führer beten in verlassener Synagoge

Ranghohe Vertreter der radikal-islamischen Hamas haben sich am Montagabend in einer Synagoge in der geräumten Siedlung Kfar Darom getroffen. Sie beteten und drückten ihre Dankbarkeit für den "Sieg über Israel" aus.

Hamas-Führer Mahmud a-Sahar hatte das Treffen in der Synagoge im Gazastreifen einberufen. Wie ein Kameramann der Nachrichtenagentur AFP gegenüber der Tageszeitung "Jediot Aharonot" berichtete, sprachen die Palästinenser das moslemische Abendgebet. Ein weiteres Gebet war dem "Sieg über Israel" gewidmet.

Brennende Synagogen nach Israels Abzug aus dem Gazastreifen

Bereits in der Nacht zum Montag hatten Palästinenser vier Synagogen angezündet, darunter eine in Kfar Darom. Der frühere Sprecher der Siedlung, Ascher Mivzari, sagte als Reaktion: "Wir empfinden Schmerz über diese Angelegenheit. Wir beten und hoffen auf den Tag, an dem das Volk Israel zurückkehren und die Siedlungen und Synagogen wieder aufbauen wird. Was in Gusch Katif und in den Synagogen geschehen ist, ist eine gewaltige Schande für den Staat Israel."

Unterdessen kritisierte Israels Staatspräsident Mosche Katzav laut der "Jerusalem Post" die Palästinensische Autonomiebehörde (PA). Dass Synagogen im Gazastreifen angezündet und geplündert wurden, sei ein schmerzhafter Misserfolg für die PA. Sie habe ihren ersten Test nach dem Abzug der israelischen Armee nicht bestanden mehr

PA-Präsident Abbas: 1. Teil Palästinas ist befreit

Palästineser-Präsident Abbas bei dem Interview am 12.09.2005 vor Journalisten
Palästineser-Präsident Abbas bei dem Interview am 12.09.2005 vor Journalisten
Foto: Screenshot von ARD-Tagesschau am 12.09.2005

Palästinenserführer Mahmud Abbas hat die palästinensische Bevölkerung nach dem israelischen Abzug aus Gaza zum Feiern aufgefordert. Die Palästinenser hätten begonnen, den ersten Teil Palästinas zu befreien, sagte er am Montag, 12.09.2005, vor Journalisten (siehe Bild).

Dieses Ereignis sei sehr erfreulich für die arabischen und islamischen Nationen, so Abbas laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA. Die Palästinenser würden in Frieden leben. Die besetzten Gebiete würden befreit und ein unabhängiger Staat werde eingerichtet.

Bereits am Sonntag wiederholte Abbas seine frühere Aussage, die israelische Besatzung des Gazastreifens sei nach dem Rückzug nicht beendet. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, zu intervenieren und Israel zu zwingen, seinen Verpflichtungen nachzukommen. "Der Gazastreifen ist ein großes Gefängnis, und der Abzug der Armee ändert die Lage nicht."

Bezüglich der Anarchie im Gazastreifen sagte der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gegenüber der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera": "Geben Sie mir Zeit bis Ende des Jahres, und ich werde das Chaos kontrollieren können. Jetzt, wo der israelische Rückzug beendet ist, werden wir besser mit dem Problem fertig werden." Allerdings werde er nicht versuchen, die radikal-islamische Hamas zu entwaffnen, um die Kontrolle der PA durchzusetzen. "Das wäre ein nutzloser Schritt, der einen Bürgerkrieg auslösen würde."

Israelischer Truppenabzug aus Gaza beendet - Kassam-Rakete auf Israel

Truppenabzug der Israelis im Gaza-Streifen, Einholen der Israel-Fahne. Foto: Screenshot von ARD-Tagesschau am 11.09.2005

Die israelische Armee hat am frühen Montagmorgen des 12. September den Abzug aus dem Gazastreifen beendet. Während die Truppen das Gebiet verließen, feuerten Palästinenser eine Kassam-Rakete auf die israelische Wüstenstadt Sderot ab - bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

Um 1 Uhr begannen die Konvois, aus dem Gazastreifen in Richtung israelisches Gebiet zu rollen. Ihre Stellungen übernahmen palästinensische Polizisten. Sie hissten dort palästinensische Fahnen. Rund zwei Stunden später passierte der erste Panzer den Kissufim-Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Israel.

Gegen 7 Uhr Ortszeit verschlossen Soldaten ein Tor an dem Übergang, nachdem Kommandeur Aviv Kochavi als letzter Armeeangehöriger den Gazastreifen verlassen hatte. Auf der israelischen Seite hissten die Soldaten eine Israel-Flagge, die sie zuvor vom bisherigen Hauptquartier im Gazastreifen entfernt hatten. Das berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz".

"Die Mission ist erfüllt und eine Ära ist vorbei", sagte Brigadegeneral Kochavi. "Von nun an trägt die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) die Verantwortung für das, was im Gazastreifen geschieht. Die Verantwortung für die Sicherheit der Staatsbürger bleibt hingegen bei uns." Vor 38 Jahren hatte Israel den Gazastreifen im Sechs-Tage-Krieg von Ägypten erobert.

Palästinenser boykottieren Übergabe-Zeremonie

Ursprünglich wollten die Israelis in einer abschließenden Zeremonie am Eres-Grenzübergang Landkarten vom Gazastreifen an die Palästinenser übergeben. Doch am Sonntag teilte die PA der israelischen Regierung mit, dass die Palästinenser nicht daran teilnehmen würden. Als Begründung sagte der Sprecher des Innenministeriums, Tawfik Abu Chussa, dem israelischen Rundfunk: "Wir weigern uns, die Entscheidung zu akzeptieren, die Synagogen nicht zu zerstören. Deshalb weigern wir uns, an der Zeremonie teilzunehmen."

Ein weiterer Grund sei Israels Vorhaben, den Rafah-Übergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten monatelang zu schließen. "Sie werfen uns diese beiden Probleme ins Gesicht, und das ist wirklich unfair", beschwerte sich Chef-Unterhändler Saeb Erekat.

Von israelischer Seite hieß es, es liege im palästinensischen Interesse, die Landkarten zu bekommen. Dort seien Infrastruktur, landwirtschaftliche Grundstücke, Elektrizität und Industriegebiete eingezeichnet. Die Palästinenser schafften extremistischen Gruppen Raum, die die von Israel geräumten Gebiete übernehmen wollten. Trotz der Absage blieben israelische Sicherheitsbeamte am Sonntagnachmittag an dem Übergang, falls es sich die Palästinenser doch noch anders überlegen sollten.

AREF, 15.09.2005 Quelle: Israelnetz.de-Newsletter

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