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Hintergrund-Infos

UN-Teilungsplan Palästina


1947 : UNO beschließt eine Zwei-Staatenlösung

Palästina-Teilungsplan der Vereinten Nationen UN) von 1947. Quelle: Wikipedia.de Copyright: GFDL derivative work created by JamesDay

Der UN-Teilungsplan sah 1947 vor, das verbliebene britische Mandatsgebiet Palästina westlich des Jordans in einen arabischen und einen jüdischen Staat aufzuteilen. Die beiden neuen Staaten sollte eine Wirtschaftsunion verbinden, und sie sollten demokratische Verfassungen erhalten. Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden.

Am 29.11.1947 wird der Plan von der UN-Generalversammlung als Resolution 181 (II) angenommen. 33 Staaten stimmten für die Resolution, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich. 13 Staaten stimmten dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedsstaaten und 10 Staaten enthielten sich der Stimme, darunter Großbritannien und China.

Die jüdisch-zionistische Bewegung akzeptierte den Teilungsplan, die arabischen Staaten lehnt eine Teilung des restlichen britischen Mandatsgebietes ab. Die arabische Bewegung forderte einen gemeinsamen Staat.

Diese Lösung erschien jedoch nicht plausibel, weil die arabische Bevölkerung trotz der jüdischen Einwanderungswellen deutlich in der Mehrheit war.

Bis heute klagen die arabische Bevölkerung, dass damals über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden worden sei.

Großbritanien hatte die Verantwortung an die UNO abgegeben

Die Resolution sollte den Konflikt zwischen arabischen und jüdischen Bewohnern des britischen Mandatsgebiets Palästina lösen.

Die Briten hatten geschwächt durch den 2. Weltkrieg und nicht endende Sabotageakte jüdischer und arabischer Extremisten die Verantwortung an die Vereinten Nationen abgegeben und wollten sich endgültig am 15. Mai 1948 aus dem Land zurückziehen. Eine unabhängige Sonderkommission hatte den Beschluss vom 29. November vorbereitet.

Der Teilungsbeschluss legte unter anderem fest, dass bis zum 1. Oktober 1948 eine verfassungsgebende Versammlung gewählt werden müsse. Die "Jewish Agency", die jüdischen Vertreter bei den britischen Behörden, stimmten dem Plan zu, das palästinensische "Hohe Arabische Komitee" lehnte ab.

Doch schon damals prallten die Gegensätze aufeinander. Die zionistische Bewegung auf der einen Seite, die angeregt durch ihren Vordenker und unter dem Eindruck des einen jüdischen Staat anstrebte.

Bereits 1917 machte Großbritannien den Juden Hoffnungen auf einen eigenen Staat

Obwohl die Briten den UN-Plan nicht unterstützten, waren sie es aus strategischen Gründen gewesen, die durch die "Balfour-Deklaration" von 1917 - benannt nach dem britischen Außenminister Lord Arthur Balfour - den Juden Hoffnungen auf einen eigene Staat gemacht hatten. "Seiner Majestät Regierung betrachtet mit Wohlwollen die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk und wird die größten Anstrengungen machen, um die Errichtung dieses Ziels zu erleichtern."

Die jüdischen Bestrebungen auf einen eigenen Staat gehen auf Theodor Herzl und die zionistische Bewegung zurück. Durch den 2. Weltkrieg und den Holocaust schien die Gründung eines jüdischen Staates noch logischer.

Bis zum Ende des 1. Weltkriegs hatte das Gebiet zum Osmanischen Reich gehört und war 1920 mit dem Vertrag von Sèvre britisches Mandatsgebiet geworden.

Die Folgen des UNO-Beschlusses: Der Konflikt verschärte sich

Der UN-Teilungsbeschluss war der Auftakt für eine Kette von Kriegen zwischen Juden und Palästinensern, die bis heute anhalten. Bereits im Herbst des Jahres 1947 brachen erste Unruhen aus. Die Palästinenser riefen zum Generalstreik auf und forderten eine Revision des UN-Teilungsplans. Infolge dessen kam es in den Städten mit gemischt arabisch-jüdischer Bevölkerung fast täglich zu Anschlägen.

Im Mai 1948 griffen nach der Israels Unabhängigkeitserklärung durch David Ben Gurion die Truppen Libanons, Syriens, Jordaniens, Iraks und Ägyptens von drei Seiten aus Israel gemeinsam an. Trotz der militärischen Überlegenheit und personellen Überzahl gelang es den Angreifern jedoch nicht, Israel militärisch zu besiegen. Ein Grund dafür lag unter anderem in der politischen Zerrissenheit der anti-israelischen Koalition. Ein weiterer Grund war der Überlebenswille und der Mut der Verzweiflung bei den israelischen Truppen.

Nach Anfangserfolgen der arabischen Truppen gelang es Israel im Juni 1948, eine neue Verbindung nach Jerusalem herzustellen. Eine Feuerpause ab dem 11. Juni 1948, von dem UN-Bevollmächtigten Graf Bernadotte durchgesetzt, nutzten beide Seiten, um ihre militärischen Reserven aufzufrischen. Im Oktober 1948 brach Ägypten den Waffenstillstand. Als direkte Folge eroberte Israel den Negev. Auch im Norden war Israels Armee erfolgreich und drängte die arabischen Streitkräfte hinter die libanesische Grenze zurück. Israels Unabhängig-keitskrieg endete formell am 7. Januar 1949.

Der Schuss geht für die arabischen Staaten "nach hinten los"

Israel war es gelungen, aus eigener Kraft zu überleben und zudem noch Gebiete hinzu zu gewinnen. Israel besaß nun statt der im UN-Teilungsplan vorgesehenen 56,4 Prozent Palästinas 77,4 Prozent des Territoriums einschließlich Neu-Jerusalem im Westen der Stadt. Eindeutige Verlierer waren die Palästinenser, denn den ihnen von den Vereinten Nationen zugesprochenen Staat, bestehend aus Westjordanland und Ostjerusalem, hatte sich der transjordanische König Abdallah einverleibt. Damit hatten die Palästinenser nicht nur den ihnen zugesprochenen Staat verloren, sondern mehr als 750.000 Palästinenser wurden zu Flüchtlingen. Für sie war es schlicht DIE Katastrophe, bis heute "al-nakba" genannt.

Palästineser - vertrieben oder geflohen?

Ob die Menschen damals vertrieben wurden oder geflohen sind, darüber wird bis heute gestritten. Beide Seiten haben ihre eigene Sicht. Doch es ist unwahrscheinlich, dass die bis heute zumeist in Flüchtlingslagern lebenden Zeitzeugen und Nachkommen auch im Falle eines eigenen Palästinenserstaates zurückkehren werden. An dieser Frage waren auch die Friedensbemühungen zwischen Barak und Arafat gescheitert.

Gibt es einen Ausweg?

Letztendlich geht der Konflikt bis auf die Rivalität der Söhne Abrahams, Isaak und Ismael zurück. Es ist deshalb nicht nur ein politischer, sondern auch ein geistlich-religiöser Konflikt, in dem die Christen eine Brücken- und eine Vermittlerposition einnehmen können. Seien es Christen von außen, die palästinensischen Christen oder auch die messianischen Juden. Es geht um das Land ihres Erlösers, der seine Jünger auch zu Friedensstiftern beauftragt hat.

Autor dieser Webseite: Uwe Schütz

 

 

 

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