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KW 13 / 2010

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Friedrich von Bodelschwingh 

Bethel - Haus Gottes

Zum 100. Todestag von Friedrich von Bodelschwingh (dem Älteren)

Friedrich von Bodelschwingh 1906, Gemälde von Wilhelm Zimmer
Friedrich von Bodelschwingh 1906
* 06.03.1831 in Tecklenburg, † 02.04.1910 in Bethel, Gemälde von Wilhelm Zimmer Öl/Leinwand 112 x 78 cm
Westfälische Diakonissenanstalt
Sarepta Bethel, Bielefeld

02.04.1910: Im Alter von 79 Jahren stirbt Friedrich von Bodelschwingh. Er hinterlässt eine kirchlich und kommunal selbständige Siedlung, in der Kranke und Gesunde wie in einer großen Familie zusammen leben und arbeiten.

Bodelschwinghs Leben hätte ganz anders verlaufen können, denn er kommt in einer Adelsfamilie zur Welt und einen Teil seiner Kindheit verbringt er mit dem Kronprinzen (Kaiser Friedrich III.) in Berlin. Nach dem Abitur und einer landwirtschaftlichen Ausbildung wird er zunächst Gutsverwalter im Pommern. Dort reift durch eine Predigt in ihm der Wunsch, Missionar zu werden.

Nach seinem Theologiestudium geht er wegen seines schon damals angeschlagenen Gesundheitszustandes nicht nach Afrika oder China, sondern nach Paris und kümmert sich insbesondere um deutsche Auswanderer, die vom Straßenkehren und Lumpensammeln leben. Nach sechs Jahren (1864) kehrt Bodelschwingh wegen der angegriffenen Gesundheit seiner Frau nach Deutschland zurück und übernimmt im Ruhrgebiet eine Pfarrstelle. Dort sterben 1869 innerhalb von zwei Wochen alle vier Kinder an Diphtherie.

Drei Jahre später wagt das Ehepaar in Bielefeld einen Neuanfang: Bodelschwingh übernimmt die "Anstalt für Epileptische", und das Ehepaar bekommt weitere vier Kinder. Die Entwicklung der Einrichtung treibt er mit enormer Kraft voran. Jedes Jahr werden neue Häuser gebaut, und immer mehr Kranke und Hilfsbedürftige können aufgenommen werden. Wo er Not sieht, hilft er schnell und unbürokratisch. So entwickelt er auch Programme gegen Armut und Arbeitslosigkeit. Sein Motto: Arbeit statt Almosen".

Bodelschwingh gibt dem Ort den hebräischen Namen "Bethel", "Haus Gottes".

* * *

Obwohl die Liste der Einrichtungen, die durch Bodelschwingh im Laufe seines Lebens gegründet wurden, sehr lang ist, war er vor allem Seelsorger, zu dem jeder jederzeit kommen konnte. Sein Ziel war immer, allen Menschen - auch Menschen mit Behinderungen - ihre Gottesebenbildlichkeit zu vermitteln und sie in die Nachfolge Jesu zu führen. Und so kämpfte Bodelschwingh gegen falsche Barmherzigkeit von Pflegern und Angehörigen der Kranken, die das Verhalten der Bewohner mit ihrer Krankheit entschuldigten: Dadurch würden sie sich nur noch haltloser ihren Stimmungen hingeben.

Bodelschwingh half den Kranken, ihre Taten und Stimmungen vor Gott und den Menschen zu verantworten und lehrte, dass die erste Frage aller nicht sein sollte: Was kann ich von meinem Nächsten erwarten? Sondern: Was kann der Nächste von mir erwarten?

Uwe Schütz

mehr bei uns aus der Zeit:
mehr bei uns über Friedrich von Bodelschwingh und über Diakonie:
 
06.03.1831 : Geburt von Friedrich von Bodelschwingh
24.02.1848 : Marx und Engels veröffentlichen Komunistisches Manifest
27.01.1859 : Geburt von Wilhelm II., dem letzten deutschen Kaiser
25.08.1900 : Friedrich Nietzsche stirbt in Weimar
02.04.1910 : Friedrich von Bodelschwingh stirbt in Bethel

Lebenslauf von Friedrich von Bodelschwingh

Johann Hinrich Wichern
- Wegbereiter der Diakonie zum 200. Geburtstag

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2:25 s, mp3, 64 kbit/s, 1.139 KB

 

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