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Das Kalenderblatt

Eine Kalenderwoche zurück

KW 44 / 2006

Eine Kalenderwoche weiter
Sonntag, 7 bis 11 Uhr frische Brötchen 

Sonntagskultur

Bäckerladen, Schild : Frische Brötchen am Sonntag. Foto: Uwe Schütz10 Jahre Sonntagsbrötchen

Sonntag, 03.11.1996: Zum ersten Mal dürfen Deutschlands Bäcker frische Sonntagsbrötchen verkaufen. Einige Geschäfte verzeichnen regen Andrang, aber viele Bäcker machen noch keinen Gebrauch vom neuen Ladenschlussgesetz.

Zehn Monate lang hat die schwarz-gelbe Koalition um eine Neuregelung des Ladenschlusses gerungen: Der FDP gingen die Pläne nicht weit genug, dem Arbeitnehmerflügel der CDU gingen sie viel zu weit. Am 21.6.1996 verabschiedete der Deutsche Bundestag mit einer dünnen Mehrheit von vier Stimmen die Lockerung der Ladenschlusszeiten auf 20 Uhr.

Seither steht das Ladenschlussgesetz immer wieder einmal zur Debatte. Die kleinen Geschäfte sind für deutliche Beschränkungen der Öffnungszeiten, während große Ladenketten dagegen sind.

Seit der Föderalismusreform 2006 liegt der Ladenschluss in der Hoheit der Länder. Es ist eine schleichende Aushöhlung des Sonntagsschutzes zu beobachten. In Berlin, Brandenburg und Sachsen dürfen die Läden in diesem Jahr erstmals an allen Adventssonntagen aufmachen. mehr

* * *

An der Tür eines kleinen Bäcker- und Lebensmittelladens las ich dazu einen interessanten Diskussionsbeitrag:

"Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage."

Die Sonntagsruhe geht zurück auf das Sabbatgebot der 10 Gebote:

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
Aber am 7. Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.
aus 2. Mose 20

Bis heute werden die Gebote häufig als moralische Keule verstanden, obwohl Jesus dies Gebot bereits vor 2.000 Jahren "zurecht gerückt" hat:

Der Sabbat wurde doch für den Menschen geschaffen
und nicht der Mensch für den Sabbat.
Markus 2, 27 nach Übersetzung "Hoffnung für alle"

Ging es in der Vergangenheit um Arbeiten, die aus biologischen oder technischen Gründen notwendig waren, so sprechen neue Verordnungen von "Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und Feiertagen zur Befriedigung von Bedürfnissen der Bevölkerung".

Dahinter stecken natürlich wirtschaftliche Interessen. Entscheiden tun aber wir, wie wir den Sonntag gestalten und welche Dienstleistung wir am Sonntag in Anspruch nehmen. Das Erscheinungsbild von Familien und Gemeinden spricht eine viel deutlichere Sprache als synodale Beschlüsse und politische Reden.

Stell dir vor, es ist Sonntag und keiner geht hin !

Uwe Schütz

mehr bei uns:
Sabbatgebot im Wortlaut
EKD sagt NEIN zur Lockerung der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen

 

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