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Unruhen nach Tod eines Häftlings in Megiddo

Wo liegt Megiddo und was hat Megiddo bekannt gemacht?
Das Mediddo-Gefängnis liegt im Norden Israels nahe der Grenze zum palästinensischen Autonomiegebiets (Westbank)

In einem israelischen Gefängnis ist ein 30-jähriger palästinensischer Häftling gestorben

25.02.2013: Ein palästinensischer Häftling ist am Samstag, 23.02.2013, in einem israelischen Gefängnis gestorben. Die Todesursache des 30-jährigen Mannes ist umstritten.

Todesursache steht noch nicht fest

Laut Angaben der Londoner Tageszeitung „Asch-Schark al-Awsat“ heißt der tote Häftling der 30-jährige Familienvater Arafat Dscharadat. Er wurde am 18. Februar inhaftiert, als er bei einem Angriff in seinem Heimatort nahe Hebron, Sa‘ir, einen Israeli verletzt hatte. Bevor er in dem israelischen Gefängnis in Megiddo verstarb, hatte Dscharadat über heftige Rückenschmerzen und über alte Verletzungen geklagt. Reanimierungsversuche des Rettungsdienstes blieben erfolglos.

Auf palästinensischer Seite spricht man von Folter

Von palästinensischer Seite wurden nach dem Zwischenfall Stimmen laut, nach denen der zweifache Familienvater infolge von Folter gestorben sei. Eine Sprecherin des Gefängnisses gab jedoch als Todesursache Herzversagen an. In Anwesenheit von Familienangehörigen und Vertretern der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) wurde der Leichnam deshalb obduziert. Nachweisliche Verletzungen könnten auch auf Wiederbelebungsversuche zurückgeführt werden. Das israelische Gesundheitsministerium teilte mit, dass die Todesursache noch nicht festgestellt sei. Der Autopsiebericht müsse abgewartet werden, hieß es laut der Zeitung „Jediot Aharonot“ am Montag.

Palästinensische Häftlinge verweigerten am Tag darauf die Nahrungsaufnahme

Als Reaktion auf die Todesnachricht verweigerten Tausende von palästinensischen Häftlingen am Sonntag die Nahrungsaufnahme. Außerdem kam es in verschiedenen Städten im Westjordanland zu Massenprotesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und palästinensischen Demonstranten.

Der Tod des Häftlings spielt der palästinensischen Propaganda in die Karten

Ein Vertreter des israelischen Verteidigungsministers, Amos Gilad, vermutete, dass die Proteste der Palästinenser eine taktische Maßnahme seien. Möglicherweise wollten sie vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama im kommenden Monat internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In einem Radiointerview warnte er jedoch davor, dass die Proteste außer Kontrolle geraten könnten. Die politische Situation im Westjordanland ist seit Monaten angespannt, in den letzten Tagen wird von palästinensischer und israelischer Seite vor der Möglichkeit des Ausbruchs einer Dritten Intifada gewarnt.

Megiddo gehört zum Weltkulturerbe

Weltweite Aufmerksamkeit erlangte die Justizvollzugsanstalt Megiddo in Nordisrael 2005, als auf ihrem Gelände die vielleicht älteste christliche Kapelle des Landes entdeckt wurde. Der Araber Nadschar Arfan, seit 20 Jahren als Archäologe der israelischen Altertumsbehörde tätig, sprach ungeniert von einer "Jahrhundert-Entdeckung". Nach acht Monaten Arbeit hatte die Archäologen und ihre Häftlingshelfer schließlich ein Gebäude von sechs mal neun Metern, dessen Boden mit einem sehr gut erhaltenen Mosaik belegt ist. In mühsamer Kleinarbeit entfernten sie zunächst die zusammengestürzte Decke des Baus, die mit Fresken bemalt gewesen war. Auf dem Boden fanden sie neben geometrischen Figuren und einem Medaillon, in dessen Mitte zwei Fische erkennbar sind, auch drei griechische Inschriften. Megiddo gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Name Megiddo findet sich auch in der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Armageddon, abgeleitet von „Har Megiddo“ (der Berg von Megiddo), ist er als der Ort benannt, wo die letzte große apokalyptische Schlacht stattfinden soll. (Offenbarung 16,16).

Quelle: israelnetz-Newsletter vom 25.02.2013

Autor dieser Webseite: Uwe Schütz

 

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