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Hintergrund-Infos

Reich Gottes


Woher kommt der Begriff Reich Gottes?

Das Reich Gottes ist ein Begriff aus dem Tanach, der die Heilige Schrift (Bibel) des Judentums bzw. des sogenannten Alten Testaments der Bibel. Er kommt dort jedoch nur an wenigen Stellen vor.

Im Neuen Testament erscheint der Begriff an 122 Stellen, davon allein 100 mal in den Evangelien. Im Matthäusevangelium wird er ersetzt durch das gleichbedeutende Begriff Himmelreich.

Wann spricht Jesus vom Reich Gottes?

Im Neuen Testament (NT) beginnt Jesus im Anschluss an Johannes den Täufer sein öffentliches Auftreten mit der Botschaft (Markus 1, 15f EU):

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“

In solchen Aussagen wird deutlich, dass Jesus eine Vertröstung auf das Jenseits fernlag. Die Zusagen, dass das Reich Gottes mit dem (1.) Kommen Jesu begonnen hat, werden insbesondere auf Arme und die Gewalt Erleidende (Mt 5,3-9 EU) bezogen.

Mit heilvollen Handeln Jesu habe das Reich auf Erden begonnen, sich zu verwirklichen (Lk 11,20). Nach Lk 17, 20f ist es „mitten unter euch“, könne aber nicht "hier" oder "dort" oder an "äußeren Zeichen" erkannt werden.

Jesus sprach manchmal davon, dasss einige seiner Anhänger noch zu Lebzeiten das Reich Gottes in voller „dynamischer Kraft“ erleben würden (Mk 9,1 EU), bei anderen Gelegenheiten betont er, nur Gott wisse den Zeitpunkt (Mk 13,32 EU).

Jesus bekräftigt am Vorabend seines Todes, dass das Reich Gottes noch ausstehe und erst mit seiner Wiederkunft endgültig da sein werde (Mk 14,25 EU).

In Johannes 3,1-8 EU nennt Jesus eine Bedingung, das Reich Gottes sehen zu können: Man müsse zuvor „aus dem Geist [...] von neuem geboren werden“.

Für Christen sind sein Kommen in diese Welt, sein Tod und seine Auferstehung der entscheidende Anfang dieses Reiches, sein Einbruch in die gottfeindliche Welt.

Die Spannung, was schon heute und was erst in der Ewigkeit realisiert wird, wird aber nicht aufgenommen.

Fehlinterpretationen

Im Alten Testament können wir nachlesen, dass Gott in des Staates eingegriffen hat: Die Propheten verkündeten das Strafgericht über Israel und Juda und über die Philister, Assyrer und Babylonier. Im Neuen Testament ändert sich das: Gott rikt nicht durch bestimmte Länder oder Staaten, sondern durch ein unsichtbares Reich. Es durchdringt allmählich die Gesellschaft und verändert sie, so wie Salz, mit dem man die Speise würzt. Deshalb halte ich es für einen Fehler ein Land heute alttestamentlich zu betrachten.

Der US-amerikanische Philip Yancey vermutet in seinem Buch "Gott findet uns, wo wir ihn nicht suchen", dass viele Christen in den USA deswegen Ungehagen fühlen, weil sie die beiden Reiche, dass sichtbare und das unsichtbare, miteinander vermischen. "Immer wenn eine Wahl vor der Tür steht, debattieren Christen darüber, ob dieser oder jener Kandidat der 'Mann Gottes' für das Weiße Haus ist", so Philip Yancey. Wenn er sich in Gedanken in die Zeit Jesus versetze, könne er sich kaum vorstellen, dass Jesus abzuwägen versuchte, ob nun Tiberius, Oktavius oder Julius Caesar der 'Mann Gottes' für das Römische Imperium wäre. Was in Rom stattfand, spielte sich auf einer völlig anderen Ebene ab als das Reich Gottes.

Auch Paulus verwendet in den Briefen keinen Gedanken auf ein christianisiertes Römisches Reich, sondern kümmerte sich intensiv um einzelne Gemeinden und einzelne Personen in Galatien, Ephesus, Korinth und Rom. In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel, setzt sich dies fort: Sie enthält Botschaften an sieben Gemeinden, verurteilt aber Rom in Bausch und Bogen als "das große Babyolon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden".

Offenbar wächst das Reich Gottes nicht dadurch, dass Menschen es bauen, sondern in dem Menschen Gottes Auftrag tun.

Autor dieser Webseite: Uwe Schütz

EU: Einheitsübersetzung

Quelle: wikipedia.de

mehr bei uns:
Verwendung des Begriffs im Kalenderblatt 2015/24
Verwendung des Begriffs im Kalenderblatt 2010/48