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KW 24 / 2009

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Kosovo-Flagge 

Europas Pulverfass

10 Jahre Friedenstruppe KFOR im Kosovo

Bundeswehrsoldaten mit ihrem Jeep als KFOR-Friedenstruppe im winterlichen Kosovo
Bundeswehrsoldaten mit ihrem Jeep als KFOR-Friedenstruppe im winterlichen Kosovo Foto: Frank Faas

12.06.1999: Auf Befehl des NATO-Rates rückt zwei Tage nach Einstellung ihrer Luftangriffe (24.03.1999 - 10.06.1999) die 51.000 Mann starke Friedenstruppe KFOR (Kosovo Force) in den Kosovo ein.

Der Rückzug der jugoslawischen Armee wird von der Friedenstruppe genau überwacht, und die während des Kosovokrieges in die Nachbarländer geflüchteten kosovo-albanischen Volksgruppen können in ihre Heimat zurückkehren.

* * *

Deutschlands erster Krieg nach dem Krieg wurde offiziell als Erfolg verbucht, aber eigentlich war es ein Sieg für den verhassten jugoslawischen Präsidenten Milosevic. Denn er bewahrte Serbien vor NATO-Besatzung und Entmündigung gemäß Rambouillet-Vertrag.

2003, vier Jahre nach dem Krieg: Flüchtlinge aus dem Kosovo in einer Sporthalle in Vranje im Süden Serbiens. Auch 5 Jahre nach dem NATO-Krieg leben sie auf engstem Raum ohne Privatsphäre und ohne Hoffnung, in ihre Heimat zurückkehren zu können. Foto: Uwe Schütz

Wir haben eigentlich keines unserer offiziellen Ziele erreicht: Wir verhinderten keine humanitäre Katastrophe, sondern ließen sogar gleich beim Einrücken der KFOR eine zweite Katastrophe zu: Sie schaute nämlich lange weg, wenn die albanischen "Freiheitskämpfer" der UCK ihre "Säuberungen" gegen andere Volksgruppen, aber auch gegen gemäßigte Landsleute fortsetzten. Die UCK wurde dann auch nicht gemäß UN-Resolution (1242) entwaffnet, sondern nur (z.B. in TMK) umbenannt.

Und alle Reden, im Kosovo eine multiethnische Gesellschaft aufzubauen, sind auch Makulatur: Denn um ihre Häuser, oder was davon übrig ist, zurückzuerhalten, müssten die vertriebenen nichtalbanischen Minderheiten langwierige Gerichtsverfahren auf sich nehmen. Aber was sollen sie auch in dem seit 2008 unabhängigen Kosovo? Die Wirtschaft liegt am Boden, und das Land hängt am Tropf der UNO, der EU und an den Überweisungen seiner Landsleute in der EU.

Wer will schon in ein Land investieren, in dem die Bildung seit Jahrzehnten am Boden liegt und Korruption und organisierte Kriminalität blühen. Und da helfen auch keine Bundeswehrsoldaten. Deshalb sollten wir in unseren Wohnzimmersesseln nicht so schnell unsere Nasen rümpfen, wenn von Zeit zu Zeit irgendwo da draußen ein Bundeswehrsoldat durchdreht oder makabre Scherze macht. Wir stecken viel tiefer in dem Schlamassel drin.

Uwe Schütz

 

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Geschichtliche Hintergründe zum Kosovo-Konflikt
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