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"Gott ist nicht tot"

Die Wochenzeitung "DIE ZEIT" über christlichen Glauben in Deutschland

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DIE ZEIT vom 21.12.2005 (Nr.52)
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Die Lage der Kirchen sei zwar prekär, aber diese Gesellschaft ist christlicher, als sie von sich denkt, schreibt Ulrich Greiner in der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT vom 21.12.2005 (Nr.52) unter dem Titel "Gott ist nicht tot". "Zeitgenossen, die gern Nietzsches Satz »Gott ist tot« auf den Lippen führen, vergessen meist, dass dieser Verlust niemanden mehr geschmerzt hat als Nietzsche selber".

DIE ZEIT-Autor Greiner belegt seine Aussage auch gleich mit Zitaten von Friedrich Nietzsche :

In seinem Buch Die fröhliche Wissenschaft tritt der »tolle Mensch« auf und ruft: »Wohin ist Gott? Ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet – ihr und ich!« Und er fragt verzweifelt: »Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Gott ist tot! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?«

"Inszenierung von Religion beweist noch nichts"

Das Sterben von Papst Johannes Paul II., die Wahl Joseph Ratzingers, der Weltjugendtag in Köln oder der Evangelische Kirchentag in Hannover hätten "die besten Sendeplätze und die Titelseiten der Zeitungen" gefüllt. Doch diese "Inszenierung von Religion beweist noch nichts", schreibt Greiner.

"Niemand kann wissen, was jeder Einzelne unter den Tausenden von Betern ... gedacht, empfunden, geglaubt hat. Sicher ist nur: Es handelte sich um eine sanfte Demonstration. Sie hat gezeigt, dass diese Gesellschaft christlicher ist, als sie von sich denkt. Zwar ist die Lage der Kirchen prekär. ... Aber der Glaube ist nicht verschwunden."

Greiner kritisiert Zeitgeist der Kirchen: Botschaft "bekömmlich" gemacht

"DIE Zeit"-Autor Greiner spart nicht mit Kritik an den Kirchen:

"Dass die Botschaft der Bibel so wenig gekannt ist, liegt nicht allein an der Bildungsferne unseres so genannten Bildungssystems, es liegt auch an den Kirchen.

Aus Furcht, den neuesten Trend des Zeitgeistes zu verpassen und die letzten Schäflein zu verlieren, haben sie allzu lange die bekömmlichen Seiten ihrer Botschaft ausgestellt und die schwierigen versteckt. Sie wollten modern sein und waren doch nur opportunistisch, " , so Greiner.

"Wie sie einst Waffen segneten, so neigen sie nun dazu, dem allseits Üblichen ihren Segen zu erteilen. Da fällt es nicht weiter auf, wenn Hamburger Bischöfe die Anzeigenbeilage der örtlichen Zeitung, die das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels befördern soll, mit Grußworten einleiten. Sicherlich hat der Widerstand, den der neue Papst solch vorauseilender Anpassung sichtbar entgegensetzt, zu seinem Ansehen beigetragen."

Christliche Botschaft muss dort wieder anknüpfen, wo sie hergekommen ist

DIE ZEIT:

"Nur wenige Getreue noch nehmen teil am Leben der Gemeinden, Gotteshäuser werden geschlossen und verkauft, Macht und Einfluss früherer Zeiten sind dahin. Aber der Glaube ist nicht verschwunden. Und das alles bedeutet doch nur, dass der christlichen Botschaft die Chance gegeben ist, dort wieder anzuknüpfen, wo sie herkommt."

DIE ZEIT:

"Denn alles nahm seinen Anfang ganzen unten, in einem erbärmlichen Stall, und die Ersten, die davon in Kenntnis gesetzt wurden, die Hirten, waren ebenso machtlos und arm wie das Kind in der Krippe. Seitdem sind die Armen und Machtlosen in ihrer Würde anerkannt. Hier hat der Gedanke der Gleichheit und der Brüderlichkeit sein Fundament. Hier begann die Verschmelzung von heidnischer Antike und jüdischem Monotheismus, von Philosophie und Offenbarungsreligion. »Im Anfang war das Wort« – die Erkenntnis des Evangelisten Johannes begründet das abendländische Denken."

Das Christentum sei immer schwach gewesen, wenn es stark war, und stark, wenn es schwach war. Greiner schließt seinen Artikel mit den Worten: "Ob Gott tot ist, hängt von uns ab".

Quelle: www.zeit.de, direkter Link zum Artikel

Autor: Uwe Schütz, 21.12.2005


 

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