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Bezahlung von Bischöfen durch den Freistaat

Die bayerischen Grünen wollen die Aufkündigung des Konkordats mit der katholischen Kirche

28.08.08: Der Streit zwischen CSU und Grünen über das Staat-Kirche-Verhältnis geht weiter. Der bayerische Grünen-Chef Sepp Daxenberger befürwortet ebenfalls eine Aufkündigung des Konkordats zwischen dem Freistaat und der katholischen Kirche. «Bei einem Gesetz, das auf die Enteignung der Kirche vor über 200 Jahren Bezug nimmt, kann man ja ruhig mal nachdenken, ob das so noch richtig ist», sagte Daxenberger der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstagsausgabe) in München. CSU-Generalskeretärin Christine Haderthauer warf den Grünen vor, christliche Traditionen über Bord werfen zu wollen.

Das Konkordat regelt unter anderm die Bezahlung von Bischöfen durch den Freistaat

Daxenberger unterstützte damit eine Forderung von Grünen-Fraktionschef Sepp Dürr. Das Konkordat regelt unter anderem die Besoldung der Bischöfe durch den Freistaat. «Bei der Bezahlung der Bischöfe hat Sepp Dürr das Richtige gesagt, aber er hat den falschen Zeitpunkt erwischt», sagte der Parteichef. Er fügte hinzu: «Da stimmen und auch viele Kirchenleute zu. Diese sind nicht glücklich darüber, dass ihr Spitzenpersonal vom Staat bezahlt wird.»

Daxenberger kündigte an, dass der umstrittene Parteitagsbeschluss der Grünen, religiöse Symbole aus den Klassenzimmern zu verbannen korrigiert werde: «Das war anders gemeint, eigentlich ging es nur um das Kopftuch, das wir nicht in Klassenzimmern haben wollten.»

«Wer das Konkordat in Frage stellt, legt die Axt an die geistigen Wurzeln unserer Gesellschaft»

CSU-Generalsekretärin Haderthauder schreibt in einem Gastbeitrag für die katholische Wochenzeitung «Tagespost» (Würzburg), das Christentum sei nicht irgendeine «x-beliebige Religion». Die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und der Politik sei in keinem anderen Bundesland so konstruktiv und fruchtbar wie in Bayern.

Die Kirchen übernähmen wichtige Aufgaben etwa im sozialen Bereich, in Bildung und Erziehung, in der Alten- und Krankenpflege, schreibt die CSU-Politikerin. Sie fügte hinzu: «Wer das Konkordat infrage stellt, legt die Axt an die geistigen Wurzeln unserer Gesellschaft.» Ähnlich äußerte sich der Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CSU und Europapolitiker Ingo Friedrich.

2007 zahlte Freizeit 60 Mio. an die Katholische und 19 Mio. an die Evangelische Kirche

Die katholische Kirche erhielt im vergangenen Jahr 60 Millionen Euro vom Freistaat, die Evangelisch-Lutherische Kirche bekam 19 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen. Mit anderen Kirchen und Freikirchen bestehen solche Verträge nicht.

Quelle: jesus.de-Newsletter vom 28.08.2008 /epd

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