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Trauriges Comeback

Vor 30 Jahren führten die USA die Todesstrafe wieder ein

17.01.2007: Die USA ignorieren den weltweiten Trend zur Abschaffung der Todesstrafe. Darauf hat amnesty international am 30. Jahrestag der Hinrichtung von Gary Gilmore hingewiesen. Gilmore wurde am 17. Januar 1977 im US-Bundesstaat Utah hingerichtet – es war die erste Hinrichtung, nachdem die USA die Todesstrafe fast 10 Jahre ausgesetzt hatten. „Gilmore war der Erste in einer langen Reihe von Todeskandidaten“, sagte Oliver Hendrich, Todesstrafen-Experte der deutschen Sektion von amnesty international (ai). Seit 1977 sind in den USA mehr als über 1.050 Todesurteile vollstreckt worden. „Die Todesstrafe verhindert weder Verbrechen noch bringt sie den Angehörigen der Opfer die oft erwartete Genugtuung, erklärte Hendrich.“ Die USA sind einer letzten demokratisch verfassten Staaten, die an der Todesstrafe festhalten.

Oberster US-Gerichtshof 1972 : Todesstrafe „willkürlich und unberechenbar“

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 1972 festgestellt, die Todesstrafe werde „willkürlich und unberechenbar“ angewandt und verletze so den achten Zusatz zur US-Verfassung, der „grausame und ungewöhnliche“ Strafen verbietet. „Doch statt die Todesstrafe daraufhin abzuschaffen, überarbeitete der Gesetzgeber die entsprechenden Gesetze“, kritisierte Hendrich. 1976 entschied der Oberste Gerichtshof, dass die neuen Gesetze die Anwendung der Todesstrafe wieder ermöglichen.

Todesstrafe ist in 128 Staaten abgeschafft

Als Menschenrechtsorganisation ist ai grundsätzlich gegen die Todesstrafe, weil sie das Recht auf Leben verletzt und die grausamste Form unmenschlicher und erniedrigender Bestrafung ist. Weltweit schaffen immer mehr Staaten diese Strafe ab. Heute wenden 128 Staaten die Todesstrafe nicht mehr an, 69 Staaten halten daran fest, aber der Großteil der Hinrichtungen werden in nur wenigen Staaten vollstreckt. Nur 6 Staaten sind für 91 Prozent der Hinrichtungen verantwortlich: China (1.010), Iran (177), Pakistan (82), Irak (65), Sudan (65) und die USA (53) mehr über Hinrichtungszahlen 2006

1981 das letzte Todesurteil in der DDR

Mit dem Untergang des Nazi-Regimes war das Ende der Todesstrafe in Deutschland noch nicht besiegelt. In Westdeutschland wurde am 11. Mai 1949 im Gefängnis von Berlin-Moabit am Raubmörder Berthold Wehmeyer mit dem Fallbeil die letzte Hinrichtung vollstreckt. Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft und besiegelte das Ende der Todesstrafe. Ein Antrag der Bayernpartei, sie wieder einzuführen, um NS-Größen angemessen bestrafen zu können, fand Anfang der 1950er Jahre keine Mehrheit. In der DDR wurde 1981 das letzte Todesurteil vollstreckt, 1987 wurde sie abgeschafft.

Weltweit sitzen mehr als 20.000 Menschen in Todestrakten

„Die Zahl der Staaten, die Todesurteile verhängen und vollstrecken, schwindet, doch weltweit sitzen mehr als 20.000 Menschen in Todestrakten, davon fast 3.400 in den USA“, erklärte Hendrich. Laut ai-Statistik wurden 2005 weltweit mindestens 2.148 Menschen hingerichtet (2004: 3.797).

Quelle: Pressemitteilung vom amnesty international Deutschland, 18.01.2007

Autor: Uwe Schütz

 

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