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"Vision von einem unabhängigen palästinensischen Staat"

Abbas stellt erstmals konkrete Forderungen für zukünftigen Palästinenserstaat

12.10.2007: Der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat am Mittwoch erstmals konkrete Forderungen zur Größe eines zukünftigen palästinensischen Staates gestellt. Israel müsse sich vollständig aus den Gebieten zurückziehen, die es im Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzt habe. Ein palästinensischer Staat werde dann 6.205 Quadratkilometer groß sein, so Abbas.

Nahost-Friedenskonferenz könnte im November in Washington stattfinden

Palästinensische Vertreter bereiten sich derzeit auf eine mögliche Nahost-Friedenskonferenz vor, die im November stattfinden könnte. Die amerikanische Regierung hatte ein solches Gipfeltreffen in Washington vorgeschlagen. Grundlage für die Gespräche solle laut US-Außenministerin Condoleezza Rice eine Zwei-Staaten-Lösung sein, nach der Israel und ein palästinensischer Staat souverän und friedlich nebeneinander existieren könnten.

In einem Interview mit dem Fernsehsender "Palestine TV" sagte Abbas: "Wir haben im Westjordanland und im Gazastreifen 6.205 Quadratkilometer. Wir wollen sie so, wie sie sind." Es war das erste Mal, dass er eine genaue Angabe über die Größe eines zukünftigen Staates machte.

Westjordanland, Gazastreifen und ein Teil von Ost-Jerusalem

Wie aus dem Verhandlungspapier der Palästinenser, das der Nachrichtenagentur "Associated Press" vorliegt, hervorgeht, wünschen sie sich neben dem Westjordanland und dem Gazastreifen einen Teil von Ost-Jerusalem und kleine Bereiche entlang der Grenze zum Westjordanland. Abbas erklärte, sein Plan werde von den Resolutionen der Vereinten Nationen unterstützt. "Dies ist unsere Vision von einem unabhängigen palästinensischen Staat mit voller Souveränität innerhalb seiner Grenzen und mit eigenem Wasser und anderen Ressourcen."

Die Sprecherin der israelischen Regierung, Miri Eisin, sagte, sie wolle die Forderung nicht kommentieren und damit Verhandlungen vorgreifen. Allerdings, merkte sie an, überträfen die palästinensischen Forderungen alles, was Israel zu geben bereit sei.

Quelle: Israelnetz-Newsletter vom 11.10.2007