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Ende des Geiseldramas in Afghanistan

Nach Deal mit Taliban wurden die 19 koreanischen Geiseln freigelassen

31.08.07: Die 19 in Afghanistan gefangen gehaltenen südkoreanischen Geiseln sind frei. Die diplomatischen Gespräche mit den Taliban warem am Dienstag-Nachmittag erfolgreich beendet worden. Im Gegenzug sagte die Regierung Südkoreas den bereits zuvor geplanten Abzug ihrer Truppen zu und willigte ein, bis Freitag alle südkoreanischen Missionare aus Afghanistan auszuweisen. Weltweit wurde der Verhandlungsdurchbruch mit einer Mischung aus Freude und Skepsis aufgenommen.

Westliche Beobachter fürchten Durchbruch der Taliban auf der internationalen Bühne

Internationale Beobachter befürchten, dass sich die Lehren aus dem Entführungsfall tief in das Gedächtnis der Taliban einbrennen könnten, was zu weiteren Geiselnahmen ermutigen würde. Auch wenn die Taliban von ihrer Forderung abrücken mussten, die Geiseln ausschließlich im Austausch gegen inhaftierte Talibankämpfer freizulassen, würden die Taliban das Verhandlungsergebnis als Signal werten, ihre Interessen mit Druck auf Regierungen durchsetzen zu können. "Die Zeit" berichtet, westliche Geheimdienste sähen in den direkten Verhandlungen zwischen der südkoreanischen Regierung mit den Taliban einen "Durchbruch der Terroristen auf der internationalen Bühne". Ein Vertreter des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA habe die Haltung der südkoreanischen Regierung ebenfalls als "verheerend" bezeichnet, heißt es weiter.

Ob zusätzlich zu dem Abzugsversprechen Lösegelder gezahlt wurden, ist nicht bekannt. Die Korean Times hatte vor einigen Tagen berichtet, die Regierung in Seoul biete den Widerstandskämpfern für die Freilassung aller 19 Geiseln 500.000 Dollar – die Taliban hingegen hätten 500.000 Dollar pro Geisel gefordert.

Für den entführten Deutschen habe sich die Lage indes verschlechtert, sagte ein deutscher Geheimdienstexperte gegenüber "zeitonline". Der aktuelle Fall würde die Situation für den Bauingenieur "erheblich erschweren", weil sich Deutschland niemals auf direkte Verhandlungen mit den Taliban einlassen würde.

Die koreanischen Geiseln waren Mitte Juli entführt worden. Zwei Südkoreaner wurden von den Taliban getötet mehr

Autor: Uwe Schütz, 31.08.2007


 

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