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Hintergrund-Infos

Heiligabend als Geisel im Iran


„Eine Frau als Geisel im Iran - 444 Tage Gast bei Khomeini” von Kathryn Koob,
„Eine Frau als Geisel im Iran - 444 Tage Gast bei Khomeini” von Kathryn Koob, Hänssler-Verlag 1984 (Das Buch ist nur noch gebraucht erhältlich)

"Schöne Bescherung!" (Teil 2)

1979: Heiligabend als Geisel in US-Botschaft im Iran

24.12.1979: Die US-Amerikanerin Kathryn Koob sitzt als eine von 52 Geiseln in der US-Botschaft in Irans Hauptstadt Teheran. Zu diesem Heiligabend schreibt sie in ihr Tagebuch:

Inzwischen darf ich zeitweilig meinen Sitzplatz verlassen. Gegen 17.30 Uhr öffnet sich die Tür. Man bringt mir einen künstlichen Tannenzweig. Meine weihnachtlichen Basteleien haben die Neugier meiner jungen Bewacherinnen geweckt.

So kann Kathryn Koob erzählen, was ihr Weihnachten bedeutet und wie sie es zu Hause in der Familie feiert. Sie vergleicht die Adventszeit mit der Vorbereitungszeit des islamischen Ramadan. Eine längere Diskussion gibt es über Joseph, denn nach dem Koran hatte Marjam (Maria) nie einen Mann.

Plötzlich kommt eine Hand durch den Türspalt, und jemand fragt:

„Hätten Sie gern eine Bibel?”

„Eine alte King-James-Bibel wird mir gebracht. Diese Bibel sollte mir in den vielen Monaten, die noch vor mir lagen, ein treuer Begleiter werden.”

04.11.1979: Khomeini-Anhänger stürmen die US-Botschaft in Teheran, Iran, und nehmen nehmen das US-amerikanische Personal als Geiseln.
1979: Khomeini-Anhänger demonstrieren vor der US-Botschaft in Teheran
Foto: Screenshot von ZDF-History

Inzwischen ist es 23 Uhr geworden. Auch heute Abend, am Heiligen Abend, schreien die Studenten:

„Nieder mit Amerika”
(„Marg bar Ahmrika”)

Aber plötzlich erklingen die Glocken der Kirche von gegenüber und das Schreien auf der Straße erinnert Kathryn an das "Kreuzige!", das damals der Mob schrie.

„Durch Weihnachten hindurch kann ich Karfreitag sehen.”

„In Hektik, Lärm und Aufruhr wurde Christus geboren;
und mitten in all diesem Lärm und Aufruhr hier in Teheran konnte ich seine Geburt feiern.”
Kathryn Koob in "Eine Frau als Geisel im Iran”

Bevor sich Kathryn zum Schlafen fertig macht, bringt ihr die Bewacherin einen Teller mit Gebäck. Froh teilt Kathryn diese Süßigkeiten mit ihr. Denn - so schreibt sie -:

„Weihnachtsgeschenke taugen eigentlich nur dann etwas,
wenn man sie mit jemandem teilen kann.”
Kathryn Koob in "Eine Frau als Geisel im Iran”

Autor dieser Webseite: Uwe Schütz

mehr bei uns :
"Schöne Bescherung" Teil 1
Vorgeschichte : Hintergründe der Geiselnahme
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Quelle: "Eine Frau als Geisel im Iran" von Kathryn Koob, Hänssler-Verlag


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