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Hintergrund-Infos

Suez-Kanal


Der Suezkanal (auch Sueskanal) ist ein Schifffahrtskanal in Ägypten zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues, der das Mittelmeer über den Isthmus von Sues mit dem Roten Meer verbindet und der Seeschifffahrt zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den Weg um Afrika erspart.

Suezkanal - Karte, Lage mit Satellitenansicht
Der Suez-Kanal verbindet das Mittelmeer mit Port Said (oben im Foto) mit dem Roten Meer mit der Stadt Suez (unten im Foto). Die Einnahmen Ägyptens durch Handels- und Kriegsschiffe werden auf eine Million US-Dollar pro Tag geschätzt. Bild von Yolan Chériaux unter Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.5, from File:SuezCanal-EO.JPG (public domain - NASA) and Image:LocationAntarctica.png (public domain - CIA). Quelle: wikipedia.de

Er wurde am 17. November 1869 eröffnet. Seine Länge beträgt 162,25 km. Seit der 2009 fertiggestellten Vertiefung ist er einschließlich der nördlichen und südlichen Zufahrtskanäle 193,30 km lang.[1] Der Kanal bildet die Grenze zwischen Afrika und Asien.[2]

Der Sueskanal ist ein schleusenloser Meerwasserkanal, der – im Gegensatz zu Kanälen wie dem Panamakanal, die einen Höhenunterschied überwinden – keinen ständigen Wassernachschub benötigt.

Der Kanal kann von allen Schiffen (Handels- und Kriegsschiffen) aller Nationen zu allen Zeiten (Friedens- und Kriegszeiten) zu gleichen Bedingungen benutzt werden. Für Kriegsschiffe kriegführender Nationen gelten bestimmte Einschränkungen, zum Beispiel Durchfahrt ohne Halt und keine Versorgung. Dies wurde in der nach wie vor geltenden Konvention von Konstantinopel vom 29. Oktober 1888 vereinbart. Kriegsschiffe sollen ihre Durchfahrt beim ägyptischen Außenministerium, dem Verteidigungsministerium und der Behörde für maritime Sicherheit anmelden.

Von Juni 1967 (Sechstagekrieg) bis Juni 1975 war der Sueskanal gesperrt.

Geschichtlicher Überblick

1854
Am 30. November 1854 erhält der französische Jurist und Diplomat Ferdinand de Lesseps vom ägyptischen Vizekönig Muhammad Said eine erste Konzession für den Bau und Betrieb des Sueskanals für 99 Jahre. Großbritannien übt vergeblich diplomatischen Druck aus, um den Kanalbau durch Lesseps zu verhindern.
1856
Nach einem positiven Zwischenbericht dieser Kommission erhält Lesseps am 5. Januar 1856 von Said Pascha die zweite, detailliertere Konzession, mit der auch eine Beschreibung der Kanalbauarbeiten und die Satzung der Sueskanal-Gesellschaft fixiert werden.

1858
Am 15. Dezember 1858 wird die "Compagnie universelle du canal maritime de Suez zu gründen, als ägyptische Gesellschaft mit Sitz in Alexandria und einer Hauptverwaltung in Paris gegründet. Zeichnung der Aktien verläuft schleppend. Nachdem lediglich knapp 56 % des Grundkapitals von 200 Mio. Francs - überwiegend von französischen Investoren - gezeichnet sind ,springt der Vizekönig ein und übernimmt die restlichen 44 % der Anteile. Präsident der Gesellschaft wird Lesseps, Vizepräsident wird der Triestiner Bankier Pasquale Revoltella, der ebenfalls einen größeren Aktienanteil besitzt

1959
Am 25. April 1859 werden die Bauarbeiten feierlich auf dem Strandabschnitt eröffnet, an dem später der zu Ehren von Said Pascha „Port Said“ gebaut wird.
1869
Am 17. November 1869 findet im Beisein vieler Fürsten und vieler geladener Europäer die Eröffnung des Kanals unter dreitägigen Festlichkeiten statt.
Der Betrieb des Kanals ist anfangs hochgradig unrentabel. Bis 1870 betragen die Gebühreneinnahmen gerade mal 4 Millionen Francs; Ägypten steht vor dem Bankrott.
1875
1875 übernimmt die Regierung von Großbritannien dessen Aktienanteil und erhält damit entscheidenden Einfluss auf den Kanal.

1882
Der Widerstand in der Bevölkerung gegen den Einfluss der Briten führt zur Urabi-Bewegung, deren Niederschlagung (1882) die Besetzung Ägyptens durch Großbritannien zur Folge hat.
1888
Am 29. Oktober 1888 wird der Sueskanal durch die Konvention von Konstantinopel zu einer neutralen Zone erklärt und die freie Durchfahrt für Handels- und Kriegsschiffe proklamiert. Sie soll in Friedens- und Kriegszeiten gelten. Die Schutzherrschaft wird Großbritannien übertragen.
1914
Trotzdem wird das Kanalgebiet im Ersten Weltkrieg zum Kriegsschauplatz. Großbritannien ruft am 29. Oktober 1914 in Ägypten das Kriegsrecht aus und die Mittelmächte versuchen bis Mitte 1916, den Briten die Kontrolle über den Kanal streitig zu machen.
1922
Auch nachdem 1922 das Protektorat aufgehoben und das Königreich Ägypten errichtet worden ist, behält Großbritannien die Kontrolle über die Kanalzone.
1936
1936 wird die Kontrolle Großbritanien über die Kanalzone vertraglich geregelt. Eigentümer und wirtschaftlicher Nutznießer des Kanals, der inzwischen hohe Gewinne abwirft, bleibt weiterhin die Compagnie universelle du canal maritime de Suez.

1940
Die britische Kontrolle über den Kanal bleibt auch im Zweiten Weltkrieg erhalten. Offensiven italienischer und deutsch-italienischer Truppen in Richtung Sueskanal im September 1940 bzw. ab Februar 1941 werden zurückgeschlagen.

1956

Unter dem ägyptischen Präsidenten Nasser wird der Kanal am 26. Juli 1956 - zwölf Jahre vor Ablauf der Konzession der Kanalgesellschaft - verstaatlicht.

Dies löst die sogenante Suezkrise aus. Am 29. Oktober 1956 greifen israelische, britische und französische Truppen Ägypten an. Durch das Eingreifen der UNO, der USA und der Sowjetunion wird die Auseinandersetzung jedoch relativ rasch beendet und der Kriegsschauplatz am 22. Dezember 1956 wieder geräumt. Versenkte Schiffe versperren die Durchfahrt jedoch noch bis 1957.

1957
Am 10. April 1957 passiert das italienische Schiff Oceania als erstes den für den Schiffsverkehr wieder zugänglichen Sueskanal auf seiner Fahrt nach Australien
1967

Im Sechstagekrieg rückt Israel am 9. Juni 1967 wieder bis zum Kanal vor und besetzt sein Ostufer. Der Kanal bleibt für die Schifffahrt geschlossen und bildet vorübergehend die Grenze zwischen Ägypten und Israel. Israel errichtete am Ostufer eine Verteidigungslinie, die Bar-Lew-Linie. 14 Schiffe sitzen für acht Jahre im Kanal fest - darunter die deutschen Schiffe Nordwind und Münsterland, die 1975 freikommen und im Mai1975 aus eigener Kraft im Hamburger Hafen einlaufen.

1973

Im Jom-Kippur-Krieg wird der Kanal am 6. Oktober 1973 von ägyptischen Truppen gestürmt und mittels neuartiger sowjetischer Pioniertechnik, darunter vor allem schnell zu errichtende Pontonbrücken vom Typ PMP, überwunden.

Den Israelis gelingt ebenfalls in einem Gegenangriff am 16. Oktober ein Brückenschlag über den Kanal. Am Kriegsende setzt sich Israel am Südwestufer fest. Die ägyptischen Armee ist am Ostufer weitgehend eingeschlossen und droht, aufgerieben zu werden.

Gemäß dem Waffenstillstandsabkommen zieht sich die israelischen Truppen auf der Ostseite in den Sinai zurück. Der gesamte Kanal geriet so wieder vollständig unter ägyptische Kontrolle. Dies ermöglicht Ägypten die Wiederöffnung des Kanals durch Ägypten im Juni 1975.

2014
Ägypten beginnt im August 2014 mit der Erweiterung und Vertiefung des Suezkanals. Die Erweiterung soll im August 2015 fertig sein und die gleichzeitige Passage der Schiffe in beider Richtungen ermöglichen.
  Am 29. September 2014 kollidieren etwa 9 km südlich von Port Said die Frachtschiffe MV Colombo Express (unter deutscher Flagge) und MV Maersk Tanjong (Singapur) miteinander . Der Unfall führte zu Verzögerungen im Kanal.

mehr bei uns:

Der Suez-Kanal in unserem Kalenderblatt

Autor dieser Webseite: Uwe Schütz, November 2014, Quelle: wikipedia.de


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