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Hintergrund-Infos

Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer

Glauben - denken - leben

Er war noch keine 40 Jahre alt, als er am 09.04.1945 im Konzentrationslager Flossenbürg bei Weiden in der Oberpfalz/Bayern zusammen mit Admiral Wilhelm Canaris und Generalmajor Hans Oster hingerichtet wurde.

Dietrich Bonhoeffer gehörte zu den kreativsten Köpfen des kirchlichen Widerstandes im Dritten Reich:

Bereits

mit 21 Jahren war er Doktor der Theologie,

mit 25 Jahren Privatdozent an der Berliner Universität.

Durch Aufenthalte in Barcelona, New York und London verfügte er über ausgezeignete ökumenische Kontakte. 1934 erhielt er eine Einladung von Mahatma Gandhi nach Indien, dessen gewaltfreier Widerstand ihn besonders interessierte.

Der Besuch Gandhis kam nicht zustande, weil die Bekennende Kirche in Deutschland ihn zum Leiter eines Predigerseminars berief. 1939 reiste Bonhoeffer in die USA, wo ihm eine Professur angeboten worden war. Doch bald kehrte er nach Deutschland zurück. Er wollte seinem Land im Kriegsfall zur Verfügung stehen.

Hier schloß sich der Kriegsdienstverweigerer Bonhoeffer dem politischen Widerstand an.

Am 05. April 1943 wurde er verhaftet. Er kam zunächst in das Militärgefängnis in Berlin-Tegel, nach dem 20. Juli 1944 in das Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin, dann in das KZ Buchenwald.

In der Bekennenden Kirche war Bonhoeffer umstritten. Sein Widerstand gegen den Nationalsozialismus schien manchen eher politisch motiviert als vom christlichen Glauben getragen. Sein Protest gegen die Anwendung des Arier-Paragraphen in der Kirche stieß auf Unverständnis, sein Eintreten gegen die Judenverfolgung auf Desinteresse.

Auch als theologischer Wissenschaftler war Bonhoeffer eher ein Außenseiter, wenn er z.B. in seiner Promotion die Kirche als soziologisches Phänomen dogmatisch untersuchte, oder wenn er angesichts einer "mündig" gewordenen Welt und eines "säkular" gewordenen Menschen eine "nicht-religiöse Interpretation der biblischen Begriffe" forderte.

Bonhoeffers theologisches Werk ist Fragment geblieben. Er hat dennoch die Theologie und Praxis der Kirche angeregt wie nur wenige im 20. Jahrhundert. Bekannt ist das in der Gefangenschaft geschriebene Gebet "Von guten Mächten treu und still umgeben ...", es wurde als Lied (Nr. 65) in das neue Evangelische Gesangbuch aufgenommen.

Christof Warnke

 

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