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Bibelflash
Markus 12, 29 - 31

gesendet am April 2010 von Dr. Hans Frisch
 

Jesus aber antwortete ihm:
Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften«
Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

Markus 12, 29-31

Dieses Doppelgebot der Gottesliebe und der Nächstenliebe wird auch bei Matthäus und bei Lukas zitiert, und kaum ein Gebot wird häufiger genannt als dieses - ja, die "christliche Nächstenliebe" wird oft als das eigentliche Zentrum des christlichen Glaubens angesehen.

Man muss schon sehr ungenau hinsehen, um zu einer solchen Deutung zu kommen. Die Worte reden nicht von "christlicher", allenfalls von "jüdischer Nächstenliebe", denn ausdrücklich wird das mosaische Gesetz zitiert. Es ist das wichtigste Gesetz des Alten Testaments - meint Jesus und meint der Pharisäer, mit dem Jesus spricht.

Ich würde sagen, es ist das wichtigste menschliche Gesetz, denn arm wäre die Welt ohne die Nächstenliebe unendlich vieler Menschen, unabhängig von ihrem religiösen Glauben.
Dass es auch den Christen gilt, ist selbstverständlich.

Ein Problem aber ist: Liebe lässt sich nicht befehlen. Der stärkste Grund zu lieben ist, geliebt werden. Alle frisch Verliebten unter uns spüren das - auch die Kinder Israel hatten damals, direkt nach der Errettung aus Ägypten keine Schwierigkeit, das Gebot zu akzeptieren. Doch später musste Gott sie immer wieder erinnern an seine Liebe zu ihnen. "Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade" sagt er durch den Propheten. Jesus hat uns eigentlich nur ein Gebot gegeben: "Ein Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe". Er hat es beim Abschied, vor der Passion gesagt, dem absoluten Beweis seiner Liebe.

Gott sei Dank, jede menschliche Liebe befreit und motiviert zur Nächstenliebe. Christen sollte sie noch leichter fallen, eigentlich selbstverständlich geschehen.
Wahrscheinlich liegt hier der Grund, warum die Diakonie unter dem Zeichen des Kreuzes der größte Arbeitgeber in unserem Land geworden ist.

Dr. Hans Frisch

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