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Matthäus 5, 31-32

gesendet am 7. Oktober 2007 von Dr. Hans Frisch
 

Es ist auch gesagt (5.Mose 24,1):
»Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.«
Ich aber sage euch:
Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht;
und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe
Matthäus 5, 31-32

Jeder wird zugeben, das ist ein schwieriger Text! Aber vielleicht doch nicht.

"Euch ist gesagt - ich aber sage euch", diese Formulierung zieht sich durch die Bergpredigt. Meist wird ein Gesetz aus dem Alten Testament zitiert, und im zweiten Teil wird ihm irgendwie widersprochen - so auch hier.

Das Gesetz sagt: "Wer sich von seiner Frau scheidet der soll ihr einen Scheidebrief geben."
Das ist schon mal besser, als nur: "Ich verstoße dich!" drei Mal wiederholt, und die Frau ist draußen.
Ein Scheidebrief, da ging es um rechtliche Begründung, um Klärung der Eigentumsverhältnisse, und so etwas. Doch immer lag die Entscheidung für die Scheidung allein beim Mann.

Es geht beim Einwand Jesu nicht um Ehescheidung in unseren Sinn, es geht um die Scheidung des Mannes von seiner Frau, ohne dass die Frau sich wehren könnte.
Sie bleibt an ihr Treueversprechen gebunden, es sei denn, sie hätte die Ehe gebrochen. Die Konsequenz wird in einer anderen Bibelübersetzung deutlicher sichtbar:
"Es ward gesagt: Wer seine Frau entläßt, gebe ihr einen Abstandsbrief! Ich aber sage euch: Wer seine Frau entläßt - außer dem Fall der Unzucht - der macht, dass sie zum Ehebruch genommen wird. Und wer eine Entlassene heiratet: Der bricht die Ehe."

"dass sie zum Ehebruch genommen wird" - eine Frau konnte kaum allein existieren, rechtlich und wirtschaftlich wäre sich schwer benachteiligt gewesen. Deshalb musste sie jede Gelegenheit zu einer neuen Ehe ergreifen. Da ihr vor Gott gegebenes Versprechen nicht aufzulösen ist, wird sie durch die Entlassung aus ihrer Ehe zum Ehebruch gedrängt, und die neue Ehe ist Ehebruch.

Sicher wollte Jesus nicht ein Gesetz aufstellen, das härter ist als das mosaische Gesetz - doch er will den Mann an die Heiligkeit seines Eheversprechens gemahnen, und das dürfte schon damals nicht selten nötig gewesen sein.

Dr. Hans Frisch

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