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Palmsonntag
gesendet am 24.03.2002 von Pfr. Götzger
 

Damals, kurz vor dem Passahfest, war Jesus vor den Toren Jerusalems von einer riesigen Menschenmenge stürmisch begrüßt und als Spross aus dem alten Königsgeschlecht Davids bejubelt worden. Ganz Sportliche waren sogar auf die Palmen am Straßenrand geklettert und hatten Zweige abgeschlagen, mit denen sie ihm zuwinkten. Und weil der Palmzweig das Wappen Israels war, hatte
diese Geste genauso einen tieferen Sinn wie die Begrüßung als Nachkomme Davids.

Jesus sollte als Messias, als von Gott gesandter Retter, das Volk in den Freiheitskampf gegen die römischen Besatzer führen. Dazu, meinten die Leute, hätte Gott ihn geschickt. Daß er auf einem Esel ritt, dem Tier des Friedens und der Friedlichen, störte nicht. Sie merkten es in ihrer Begeisterung vielleicht nicht einmal, obwohl auch das ein Signal war in dieser leidenschaftlichen Demonstration.

Natürlich hat Jesus die Menge nicht zur Burg hinaufgeführt, wo die römischen Soldaten schon auf den Beginn der Unruhen warteten. Er ritt auf seinem Esel in den Tempelhof und warf dort die fliegenden Händler mit ihrem Kram hinaus.

Das Menschen zu Gott finden können, war ihm wichtiger als alle Politik. Und als sie das merkten, verflog ihre Begeisterung für Jesus und sie ließen ihn fallen wie eine heiße Kartoffel. Er war nicht ihr Mann, und seine Gegner bekamen freie Bahn. Die Lektion dieser Geschichte stimmt nachdenklich:

Jesus läßt sich nämlich nicht vor unseren Karren spannen. Er bleibt sich und seinem Auftrag immer treu. Wer ihn finden will, muß ihn nehmen, wie er wirklich ist und wichtig nehmen lernen, was ihm wichtig ist. Sonst ist Enttäuschung unvermeidlich. Wir sollten uns das gut merken an diesem Palmsonntag.

Pfarrer Karl Christian Götzger, mit freundlicher Genehmigung

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Palmsonntag - Showdown in Jerusalem

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