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450 Jahre "Religionsfrieden"

Köhler warnt vor Verdrängung der Kirchen aus der Mitte der Gesellschaft

25.09.2005: Bei einem Festakt zum 450. Jahrestag des Augsburger Religionsfriedens sagte Köhler in Augsburg, die Kirchen dürften nicht aus Bereichen herausgedrängt werden, in denen sie über Jahrhunderte ihren Beitrag geleistet haben. Köhler sprach sich für einen «Dialog der Kulturen für Frieden und Stabilität» aus. Nur so könne man die neuen Herausforderungen durch Fundamentalismus und Terrorismus bewältigen.

Der Bundespräsident würdigte die Rolle der Kirchen in Deutschland, die sie auch künftig wahrnehmen müssten. «Ich denke hier besonders an die Schule und an den von den Kirchen erteilten Religionsunterricht, auf den wir nicht verzichten sollten.» Die Menschen suchten wieder stärker nach geistlicher Orientierung. Dies habe vor allem der Weltjugendtag in Köln gezeigt. Der Enthusiasmus der jungen Christen sei nicht nur eine Chance für die Kirche, sondern eine Chance für alle Deutschen. Gleichzeitig warnte der Bundespräsident vor einer «Relativierung aller Werte und Haltungen». Die Menschen müssten wissen, was sie unterscheide und was sie verbinde.

Vertreter beider Kirchen würdigten das historische Ereignis

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, würdigten in einem gemeinsamen Gottesdienst die Bedeutung des historischen Ereignisses für das Miteinander der Konfessionen. Der Religionsfrieden habe den Frieden zwischen den Konfessionen ermöglicht, sagte Huber. «Von Augsburg lernen, heißt Frieden lernen.» Lehmann sagte, der Religionsfrieden bestärke die Ökumene.

Edmund Stoiber forderte stärkeren Dialog zwischen Christentum und Islam

Auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) forderte einen stärkeren Dialog zwischen Christentum und Islam, um religiösen Fundamentalismus entgegenzuwirken. «Toleranz heißt aber auch Anerkennung und Achtung der Lebensweise, Gesetze und Traditionen des Landes, in dem man lebt.» Der Religionsfriede von Augsburg habe gezeigt, dass religiöse Konflikte mit Vernunft und Toleranz lösbar seien, sagte Stoiber.

Am 25. September 1555 erkannte die Katholische Kirche die "Lutheraner" an

Nach langen Religionskriegen hatten der katholische Kaiser Karl V. und die evangelischen Reichsfürsten am 25. September 1555 in Augsburg vereinbart, die militärischen Auseinandersetzungen zu beenden. Die Lehren des Reformators Martin Luther wurde offiziell als neue Konfession anerkannt. So gelang es, einen religiösen Konflikt politisch zu lösen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass der jeweilige Landesfürst seinen Untertanen die Religion befehlen konnte und Andersgläubige auswandern durften. Der Religionsfrieden förderte die konfessionelle Zweiteilung Deutschlands.

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Augsburger Religionsfrieden von 1555


 

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