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Kundgebung der Israelfreunde am 24. August 2002 vor dem Reichstag in Berlin

26.08.2002, 17:00 Uhr: Rund 4.000 Menschen haben am Samstag in der Bundeshauptstadt für Israel und gegen Antisemitismus demonstriert: Die "BILD"-Zeitung würdigte die Demo auf Seite 1 und die "Jerusalem Post" berichtete über den Auftritt in Berlin. Allein aus den Hochwassergebieten Sachsens kamen Hunderte Freunde Israels – ihnen drückte jedoch der Bundesverband Jüdischer Studenten in Deutschland (BJSD) Flugblätter in die Hand, in denen er sich von der Veranstaltung "distanzierte".

Unter dem Motto "Deutschland an der Seite Israels" hatten Christen und andere Israelfreunde aus ganz Deutschland ihre Unterstützung und Solidarität mit dem Staat Israel zum Ausdruck gebracht. Bei einem Marsch durch das Regierungsviertel und einer abschließenden Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude riefen sie die Politiker auf, sich uneingeschränkt für das Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels auszusprechen und konsequent jede Form von Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen. Die Medien sollen zudem ihre Berichterstattung im Nahostkonflikt auf Tatsachen beschränken und Nachrichten von persönlichen Meinungen frei halten.

Hauptredner Ludwig Schneider (Jerusalem), der Herausgeber der Zeitschrift "Nachrichten aus Israel", kritisierte das einseitige Bild Israels in deutschen Medien, das von "arabischer Propaganda" geprägt sei und mahnte zu mehr Wahrhaftigkeit und eine darauf gründende Solidarität mit Israel. Grußworte übermittelten unter anderem der Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Günter Nooke und der Ur-Enkel von Kaiser Wilhelm II., Philip Prinz von Preußen.

Die Initiative "Deutschland an der Seite Israels" ist ein Zusammenschluß von christlichen Israelorganisationen und Gemeinden unter der Führung der "Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem" (ICEJ, Stuttgart), der "Christlichen Freunde Israels" (Altensteig) und "Die Brücke Berlin-Jerusalem" (Berlin).

Der Vorsitzende der ICEJ, Jürgen Bühler, zog eine positive Bilanz der Demonstration. Wenn die Politiker in Deutschland die Präambel des Grundgesetzes wahrnahmen wollten, müssten sie an der Seite Israels stehen. Nur so kämen sie der "Verantwortung vor Gott und den Menschen" nach. Am Freitag waren die Veranstalter der Demonstration von Israels Botschafter in Deutschland, Shimon Stein empfangen worden.

Neben der Kundgebung plant die Initiative weitere Aktionen: In der Woche vor der Bundestagswahl wird ein offener Brief in deutschen Tageszeitungen veröffentlicht, der die Anliegen der Kundgebung noch einmal deutlich für Politiker und Öffentlichkeit formuliert. Außerdem werden Christen aller Wahlkreise ermutigt, ihre Wahlkandidaten aufzusuchen und sie über ihre Haltung gegenüber Israel, dem Nahostkonflikt und antisemitischen Tendenzen in Deutschland zu befragen. Die Antworten aller Kandidaten werden im Internet unter der Adresse www.deutschland-israel.de veröffentlicht.

Für Misstöne sorgte eine Flugblatt-Aktion des Bundesverbandes Jüdischer Studenten in Deutschland (BJSD). Der Studentenbund hatte bereits im Frühjahr eine Veranstaltung von Ludwig Schneider gestört und verbreitet, der Journalist setze sich für "Judenmission" ein. Ein Vorwurf, den die Organisatoren der Demonstration zurückwiesen.

Einige Teilnehmer erklärten, sie fühlten sich von den Anschuldigungen verletzt. "Wir sind hier, um an Israels Seite zu stehen und nicht, um zu missionieren", sagte eine Demonstrantin, die am Morgen aus Sachsen angereist war. Allein aus Sachsen kamen trotz des Hochwassers zehn Busse voller Menschen, die ihre Aufräumarbeiten für einen Tag unterbrochen hatten, um sich in aller Öffentlichkeit an die Seite Israels zu stellen.

In dem Flugblatt heißt es unter dem Titel "Falsche Freunde sind wahre Feinde": "Der BJSD distanziert sich mit aller Deutlichkeit von den Initiatoren dieser Demonstration. Das Ziel der meisten Gruppierungen, welche diese Demonstration unterstützen, ist es, jeden Juden zum Glauben an Jesus zu missionieren. Zu diesem Zweck werden Seminare organisiert, Feste veranstaltet und christliche Propaganda in Synagogen verteilt. Das Existenzrecht von Juden wird nicht anerkannt, insofern sie nicht an Jesus glauben, d.h. den christlichen Glauben annehmen. Diese Bestrebungen verurteilen wir aufs Schärfste. Gleichzeitig distanzieren wir uns von der politischen Ausrichtung der Veranstaltung."

Die Vorsitzende des BJSD, Viktoria Dolburd (Berlin), hatte noch im vergangenen Herbst an einem Seminar teilgenommen, in dem Vertreter christlicher und jüdischer Gruppen gemeinsam darüber diskutierten, wie die Öffentlichkeitsarbeit "pro Israel" gestärkt werden könne.

Quellen: www.israelnetz.de und www.deutschland-israel.de

Uwe Schütz, AREF

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