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Spannungen zwischen Hamas und Fatah wachsen

Fünf Hamas-Mitglieder und ein siebenjähriges Mädchen bei Bombenanschlag gestorben

28.07.2008: Die radikal-islamische Hamas macht die Fatah-Partei für einen Bombenanschlag am Freitag verantwortlich, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen und hat am Wochenende mehr als 160 Anhänger der Fatah im Gazastreifen verhaftet.

Die Explosion hatte sich nahe eines Cafés am Strand von Gaza ereignet. Wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtet, war die Bombe unter einem Fahrzeug versteckt. Fünf Mitglieder der Hamas sowie ein siebenjähriges Mädchen starben, 22 Palästinenser wurden verletzt.

Die Fatah weist jede Beteiligung zurück

Zu dem Anschlag bekannte sich eine Gruppe namens "Al-Awdah", sie soll der Fatah angehören, heißt es in dem Bericht weiter. Die Fatah selbst weist jedoch jede Beteiligung zurück. Sie geht davon aus, dass das Attentat Teil eines internen Streits zwischen Hamas-Mitgliedern sei.

Die Spannungen zwischen Hamas und Fatah haben sich seit der Explosion zugespitzt

Mehr als 160 Mitglieder oder Anhänger der Fatah wurden von der radikal-islamischen Gruppe verhaftet. Mehr als 40 Gebäude wurden durchsucht oder geschlossen. Laut Augenzeugen wurden Straßensperren in verschiedenen Teilen des Gazastreifens errichtet. Polizisten der Hamas durchsuchten Palästinenser dort nach Waffen und Sprengsätzen.

Unterdessen hat auch die Fatah im von ihr kontrollierten Westjordanland mit Maßnahmen gegen die Hamas begonnen. In einer großangelegten Razzia wurden am Montagmorgen in Nablus mehr als 50 Mitglieder der Organisation verhaftet. Das meldet die palästinensische Nachrichtenagentur "Ma´an". Unter den Festgenommenen sei auch der Bürgermeister der Stadt, Hafid Schahin. Auch in Tulkarm und Dschenin wurden etwa 35 Hamas-Aktivisten verhaftet.

Abbas ruft zu Einheit auf

Allen Streitigkeiten zum Trotz hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zur nationalen Einheit aufgerufen. Er hatte sich am Sonntag in Kairo mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak getroffen. Während der Zusammenkunft verurteilte Abbas den Anschlag. Er sei schrecklich und inakzeptabel. Zugleich betonte er, dass er die Anschuldigungen der Hamas nicht akzeptiere. Die Fatah oder ihre Untergruppen seien nicht für das verantwortlich, was passiert ist. Er schlug vor, dass ein unabhängiges palästinensisches Komitee die Vorfälle vom Freitag untersuchen sollte.

Zugleich betonte Abbas seine Bereitschaft zu Gesprächen mit der Hamas ohne Vorbedingungen. In den kommenden Tagen würde Ägypten Vertreter der rivalisierenden Gruppen zu einem entsprechenden Treffen einladen.

Quelle: israelnetz.de-Newsletter vom 28. Juli 2008

 

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