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Ökumenische Erklärung

Kirchen kritisieren soziale Benachteiligung von Familien

17.04.08: Spitzenvertreter der evangelischen und katholischen Kirche haben eine soziale Benachteiligung von Familien in Deutschland kritisiert. Politik, Wirtschaft und Verwaltung müssten für familienfreundlichere Arbeitsbedingungen sorgen, heißt es in einer am Mittwoch in Bad Herrenalb veröffentlichten Erklärung zur «Zukunft der Familie» der badischen evangelischen Landeskirche und der katholischen Erzdiözese Freiburg. Das Dokument war zuvor vom badischen Landesbischof Ulrich Fischer und dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch unterzeichnet worden.

Kirchen fordern familiengerechtes Steuersystem

Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, ein familiengerechtes Steuersystem zu schaffen. «Wir fordern einen fairen finanziellen Lasten- und Leistungsausgleich für Familien», sagte der badische evangelische Landesbischof Fischer vor Journalisten. Auch Kindertagestätten sollten in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben umfassend und mit hoher Qualität wahrzunehmen. Im Bereich der frühkindlichen Bildung engagierten sich auch die Kirchen stark.

Das kirchliche Leitbild der Ehe und Familie sei keine Diskriminierung anderer Lebensformen, betonte Fischer. Darin seien sich evangelische und katholische Kirche einig. Mit der Erklärung sei erstmals ein ökumenisches Zeichen der Unterstützung von Familien gesetzt worden, das in Kirche, Gesellschaft und Politik ausstrahlen solle.

Familie: «Lernort des Lebens, des Glaubens und der Werte»

Nach den Worten von Erzbischof Robert Zollitsch ist das Thema Familie virulent in der Gesellschaft. Die Erklärung solle deutlich machen wie wichtig Familien als «Stütze und unersetzliche Grundlage der Gesellschaft sind». In seiner Predigt in der Bad Herrenalber Klosterkirche bezeichnete er die Familie als «Lernort des Lebens, des Glaubens und der Werte».

Kinder dürften kein Armutsrisiko sein

Besonders Frauen würden benachteiligt, wenn sie Erziehung und Pflege in der Familie leisten, heißt es in der Erklärung. Demografische Entwicklungen, Wertewandel, wirtschaftliche und soziale Probleme wirkten sich negativ auf die Familien aus und setzten diese bewährte Lebensform einer großen Belastungsprobe aus. Die Politik habe die «notwendigen praktischen Konsequenzen bei weitem noch nicht ausreichend gezogen», um der wachsenden sozialen Ungleichheit entgegenzutreten. Kinder und Familien dürften kein Armutsrisiko sein.

Die Erklärung enthält auch eine Selbstverpflichtung der Kirchen. Sie wollen in ihren Einrichtungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärker fördern und kirchliche Gesetze, Arbeitsabläufe sowie Vorschriften auf ihre Familienfreundlichkeit überprüfen.

Quelle: jesus.de-Newsletter vom 17.04.2008 / ep

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