zur AREF-Startseite

Hintergrund-Infos

Vincent van Gogh

Vincent van Gogh

Vincent Willem van Gogh, 1872 (mit 19)
Vincent Willem van Gogh, 1872 (mit 19)
* 30. März 1853 - † 29.07.1890
Foto: gemeinfrei, wikipedia.de

 

Vincent Willem van Gogh (* 30. März 1853 in Groot-Zundert; † 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise) war ein niederländischer Maler und Zeichner; er gilt als einer der Begründer der modernen Malerei. Nach gegenwärtigem Wissensstand hinterließ er 864 Gemälde und über 1,000 Zeichnungen, die alle in den letzten zehn Jahren seines Lebens entstanden.

Sein Hauptwerk, das stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet wird, übte starken Einfluss auf nachfolgende Künstler aus, vor allem die Fauves und Expressionisten. Während er zu Lebzeiten nur wenige Bilder verkaufen konnte, erzielen seine Werke seit den 1980er-Jahren bei Auktionen Rekordpreise.

Vincent van Gogh führte einen umfangreichen Briefwechsel, der eine Fülle von Hinweisen auf sein malerisches Werk enthält und selbst von literarischem Rang ist.

 

Tabellarischer Lebenslauf

1853

Vincent van Gogh kommt am 30. März 1853 in dem niederländischen Dorf Groot-Zundert als Sohn des Pfarrers Theodorus van Gogh und seiner Frau Anna Cornelia, der Tochter eines Buchbinders, zur Welt. Er bekommt den Namen, den auch sein nicht ein Jahr zuvor bekam, der jedoch nicht lebensfähig war. Sein Bruder Theo, zu dem er später eine innige Freundschaft hatte, kommt vier Jahre später auf die Welt.

1864
Ab 1864 besucht der junge Vincent private Internate in Zundert und Tilburg.
1868
1868 bricht er die Schule ab und wird Lehrling in der Kunsthandlung seines Onkels in Den Haag, wo er Bilder verkauft.
1873
Nach Ende seiner Ausbildung wird Vincent van Gogh 1873 in eine Filiale nach Brüssel und noch im selben Jahr weiter nach London versetzt. Hier verliebt er sich in die Tochter seiner Vermieterin und erlebt eine bittere Enttäuschung.
1875

Zwei Jahre später wird van Gogh nach Paris versetzt. In den dortigen Museen lernt er die Gemälde der bedeutendsten Maler kennen. Darüber hinaus befasst er sich intensiv mit der Bibel. Nachdem er zu Weihnachten 1875 - offenbar unerlaubt - nach Hause fährt, legt ihm sein Vorgesetzter anschließend die Kündigung zum April 1876 nahe, die van Gogh dann auch ausspricht. Hintergrund für die Kündigung war verscheinlich sein Umgang mit Kunden. Er verabscheute als Verkäufer den heuchlerischen Umgang mit Kunden..

Anschließend versucht sich van Gogh in unterschiedlichen Berufen. Nach einer kurzen Anstellung als Hilfslehrer an einer Schule in Ramsgate (Kent) wechselt er zu einer anderen Schule in Isleworth (heute London), die von einem Methodistenpfarrer geleitet wurde. Hier hat er die Möglichkeit, auch als Hilfspfarrer tätig zu sein.

1876

Nachdem er Weihnachten 1876 bei seinen mittlerweile verbringt, kehrt er auf Drängen der Eltern nicht nach England zurück. Es folgt ein kurzes Volontariat in einer Buchhandlung, das van Gogh abbricht, da er sich nun zu einem Theologiestudium entschlossen hat.

Er zieht zu einem Onkel nach Amsterdam, wo er zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung der Universität Privatunterricht in Latein, Griechisch und Mathematik nahm. Nach einem knappen Jahr gab er den Unterricht jedoch wieder auf, da "[…] ich die ganze Universität, die theologische wenigstens, für einen unbeschreiblichen Schwindel halte, wo lauter Pharisäertum gezüchtet wird."

1878
Stattdessen besuchte er ab August 1878 ein Seminar für Laienprediger in Brüssel, wird aber nach der dreimonatigen Probezeit als ungeeignet eingestuft. Eine Vermutung ist, dass er sich im Unterricht nicht untergeordnet hat.
1880
Ab 1880 studiert Vincent van Gogh an der Brüssler Kunstakademie. Er befasst sich seinerzeit vorwiegend mit den Bildern von Jean-Francois Millet (1814-1875) und Honoré Daumier (1808-1879). Das Hauptmotiv Millet´s - die Darstellung des bäuerlichen Lebens - findet sich später auch in den Gemälden van Gogh´s wieder.
1881

Im Sommer 1881 verliebt sich Vincent van Gogh in seine Cousine, die er auch heiraten möchte, jedoch ebenfalls eine Abfuhr erhält.

1882
Enttäuscht zieht Vincent van Gogh ein Jahr später wieder nach Den Haag und unterhält hier eine Beziehung zu einer Prostituierten. Auf Anraten seines Bruders Theo, mit dem er einen intensiven Briefwechsel pflegt, trennt er sich ein Jahr später vor ihr.
In der Folgezeit wohnt van Gogh in Antwerpen und Paris und hat hier durch Kontakte und Museumsbesuche intensive Berührung mit der Kunstszene. Durch die finanzielle Unterstützung seines Bruders kann er sich am Montmartre in einer Künstlergemeinschaft ein kleines Atelier leisten, wo er u.a. Bekanntschaft mit Paul Signac, einem Neo-Impressionisten, macht. Die Methode Signacs, die Farben in Tupfen zu zerlegen, beeinflusste van Gogh stark in seinem zukünftigen Schaffen.
1888

Im Jahr 1888 zieht Vincent van Gogh nach Arles, da ihn die leuchtenden Farben des Südens anziehen. Hier bezieht er in einem Restaurant ein kleines Zimmer. Seinen unverwechselbaren Malstil - mit typischen Merkmalen des Impressionismus - bringt er in Arles zur Vollendung. Mehrfach malt er u.a. die "Brücke von Langlois bei Arles".

Noch im selben Jahr mietet er den Flügel eines Hauses in Arles und gründet dort eine Künstlergemeinschaft mit Paul Gauguin (1848-1903), den er in Paris kennen gelernt hatte. Für das Gästezimmer von Gauguin malt er mehrere Bilder mit seinen bekannten Sonnenblumenmotiven, die nun durch typische expressionistische Merkmale gekennzeichnet sind. Van Gogh versucht mit diesen Gemälden nicht etwa ein genaues Abbild der Natur wiederzugeben, sondern vielmehr durch leuchtende Farben einen fröhlichen Eindruck beim Betrachter zu erwecken. Vincent van Gogh kann somit als bedeutender Wegbereiter des späteren Expressionismus angesehen werden.

Bereits kurze Zeit später kommt es zu Spannungen zwischen van Gogh und Paul Gauguin, in deren Folge Gauguin seine Abreise ankündigt. In panischer Angst vor der nun erneut drohenden Einsamkeit verliert Vincent van Gogh die Nerven und schneidet sich das rechte Ohr ab.

Das Scheitern der Künstlergemeinschaft mit Paul Gauguin veranlasst Vincent van Gogh, sich nach und nach aus der Gesellschaft zurückzuziehen und konzentriert sich beinah ausschließlich auf die Malerei.

1889

Im Alter von 36 Jahren begibt sich van Gogh freiwillig in eine Heilanstalt für Geisteskranke bei Saint-Rémy-de-Provence, wo in der Folgezeit zahlreiche ausdrucksstarke Gemälde entstehen. Noch im selben Jahr wird er wieder aus der Heilanstalt entlassen, ohne dass ihm geholfen werden kann.

Vincent reist anschließend zu seinem Bruder Theo nach Paris und lässt sich bei Auvers-sur-Oise nieder. Hier wohnt Dr. Gachet, ein großer Bewunderer der Gemälde van Goghs. U.a. deshalb und da sich Dr. Gachet um den Gesundheitszustand van Gogh´s kümmern kann, hat Theo diesen Ort für ihn ausgesucht. Hier entsteht auch eines der bekanntesten Werke van Goghs, das "Bildnis des Dr. Gachet".

1890

In Auvers entsteht im Juli 1890 das vielleicht ausdrucksstärkste Bild van Goghs, das "Getreidefeld mit Raben", womit nach eigenen Aussagen "Traurigkeit und äußerste Einsamkeit" ausgedrückt werden soll.

Im Juli schleppt er sich mit einer schweren Schussverletzung von einem Weizenfeld zwei Kilometer zurück ins Dorf und erzählt, er selbst habe geschossen. Vincent van Gogh stirbt 29 Stunden (am 29. Juli 1890) später im Beisein seines Bruders Theo.

 

Hat sich Vincent van Gogh selbst das Leben genommen?

Vincent Willem van Gogh, Selbstbildnis mit Strohhut, Öl auf Leinwand
Vincent Willem van Gogh, * 30. März 1853 - † 29.07.1890
Selbstbildnis mit Strohhut, Öl auf Leinwand,
Paris, Winter 1887/ 88 Foto: gemeinfrei, wikipedia.de

Leben und Tod von Vincent van Gogh ist Stoff für viele Legenden. Der an Depressionen leidende Maler starb am 29. Juli 1890 nach einen Schuss in die Brust.

In jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, die gegen die Suizid-Theorie sprechen. So hat es etwa den Nachbarsjungen Rene Secretan gegeben, der eine Waffe besaß und ungeschickt damit umging. Der 16-Jährige hatte sich zudem häufiger mit Vincent van Gogh getroffen. Außerdem habe der Maler wenige Tage vor seinem Tod noch Farben bestellt, was gegen einen geplanten Suizid spreche, schreiben Steven Naifeh und Gregory White Smith in ihrem Buch.

Nicht zuletzt zweifelt der Forensiker Dr. Vincent Di Maio daran, dass sich Vincent van Gogh als Linkshänder so einfach in die linke Seite der Brust hätte schießen können. Zudem gebe es keine historischen Belege zu möglichen Schießpulver- oder Schmauchspuren an den Händen des Malers.

Und warum sollte jemand, der sich das Leben nehmen will, sich mit seiner schweren Schussverletzung zwei Kilometer weit zurück ins Dorf schleppen? Vincent van Gogh sagte, er selbst hätte geschossen. Es klingt für mich so, als wollte er jemanden schützen. Diese Theorie passt auch zum Wesen des Künstlers. Vincent van Gogh, der an ein Leben nach dem Tode glaubte, könnte den Unfall als Ausweg aus seiner psychischen Misere akzeptiert haben. Wer auf ihn schoss, bleibt offen.

Uwe Schütz

Quelle: wikipedia.de

Autor dieser Webseite: Uwe Schütz

mehr bei uns:
Vincent van Gogh im Kalenderblatt


Hinweis: Für die Inhalte anderer Web-Seiten - auch über Links von dieser Seite - sind ausschließlich deren Autoren verantwortlich !
menus supported by: Deluxe-Menu.com