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Hintergrund-Infos

Wie entstand unser Kalender?


Julianischer Kalender

Unser heutiger Kalender geht auf den römischen Staatsmann Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) zurück. Im Jahre 46 vor Christi Geburt brachte er die Ideen dafür von seinen Feldzügen aus Ägypten mit. Sein Kalender heißt ihm zu Ehren "julianischer Kalender" und ist klar und einfach aufgebaut. Deshalb verbreitete er sich schnell.

Wie funktionierte der julianische Kalender?

Im julianischen Kalender dauerte ein normales Jahr 365 Tage. Alle 4 Jahre folgte ein Schaltjahr mit 366 Tagen, um das Kalenderjahr an das tatsächliche Sonnenjahr anzupassen. Denn dieses dauert länger, genau 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten. So lange braucht die Erde, um einmal um die Sonne zu kreisen. Die fehlenden rund 6 Stunden holte das Schaltjahr mit dem 366. Tag auf. Dann hatte das Kalenderjahr nur noch etwa 12 Minuten mehr als das tatsächliche Sonnenjahr.

Überall, wo die Römer waren, verbreitete sich der julianische Kalender. Die christliche Kirche und der Papst unterstützten ihn – mit einer Änderung: Ab dem Mittelalter begann die Kirche mit dem Jahrezählen ab Christi Geburt – im Jahre des Herrn, lateinisch anno Domini nostri Jesu Christi, abgekürzt AD. Das Jahr davor erhielt die Bezeichnung 1 vor Christi Geburt – lateinisch ante Christum natum, abgekürzt AC. Das heißt: Ein Jahr 0 gab und gibt es nicht!

Woher kommt das Wort Kalender?

Es stammt vom lateinischen calendae. So nannten die Römer früher den 1. Tag eines Monats. An diesem mussten sie ihre Zinsen und Schulden bezahlen. Den Tag rief ein römischer Beamter öffentlich aus – das lateinische Wort für "ausrufen" ist calare. Der alte lateinische Begriff calendarium stand dementsprechend für "Schuldbuch".

Wie entstand unser heutiger gregorianische Kalender?

Der julianische Kalender erwies sich soweit als gut. Allerding summierte sich im Laufe der Jahrhunderte die Differenz von 12 Minuten zwischen Kalender- und tatsächlichem Sonnenjahr auf ganze 10 Tage. Deshalb fand im 16. Jahrhundert das Osterfest viel zu früh statt. Im echten, astronomischen Sonnenjahr war von Frühling noch keine Spur – da war laut Kalender schon Zeit für Ostern! Das störte den amtierenden Papst Gregor XIII. Und weil Ostern neben Weihnachten das wichtigste Fest der christlichen Kirche ist, reformierte er im Jahr 1582 den julianischen Kalender. Er legte den Frühlingsanfang auf den 21. März. Und als Berechnungsgrundlage für das Osterfest galt nun: Am Sonntag nach dem 1. Vollmond nach dem 21. März findet Ostern statt.

Schaltjahre gibt es nach gregorianischem Kalender nur dann, wenn die Jahreszahl ohne Rest durch 4 teilbar ist. Sie fallen bei den vollen Jahrhunderten (z. B. 1700) aus – es sei denn, diese Jahreszahl ist durch 400 ohne Rest teilbar (z. B. 1600 oder 2000). Durch diese Änderungen erreichte Papst Gregor, dass die Abweichung vom Sonnenkalender erst in 3.300 Jahren 1 Tag beträgt.

Quelle: simplify-Newsletter vom 02.01.2012

 

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