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Hintergrund-Infos

Frank Försters Schicksal in Malaysia

Frank Förster schreibt im Untersuchungsgefängnis in Malaysia Tagebuch

Unter dem Titel "Angst ist schlimmer als der Tod" hat Frank Förster seine Tagebuchaufzeichnungen in der malayischen Untersuchungshaft als Buch veröffentlicht. Im Vorwort des Buches schreibt er:

"Über den Fall Frank Förster wurde im Juli und Dezember 1986 und im Januar 1987 sehr viel berichtet. Fast täglich informierten die Medien über die Geschehnisse in Malaysia. Es entstanden sogar Serien mit Schlagzeilen wie "Hängen sollst du unter Palmen" oder "Im Schatten des Galgens ... Aufgrund meines Tagebuchs beschreibe ich, was wirklich geschah, oder vielmehr, wie ich die Dinge aus meiner Perspektive beobachtete." (Seite 7)

Die Frage nach Gott stellte sich für Frank F. nicht

"Unter normalen Umständen wäre ich nicht bereit gewesen, mich mit Frage nach dem Sinn des Lebens oder mit Gedanken über Gott zu befassen, um eine Antwort für das Warum meiner Situation zu finden." (Seite 8)

Wie kam es also dazu, dass Frank Förster doch nach Gott fragte ?

Am Anfang glaubte Frank F., er käme aus eigener Kraft wieder aus dem Knast heraus. Die letzten Hoffnungen verflogen, als ihm ein Mitarbeiter seiner Anwaltkanzlei eröffnete:

"Die Gesetze sind sehr hart in Malaysia. Mein Boss wird das Beste für euch tun, aber in dieser Lage müsst ihr auf Gott vertrauen. Nur er kann euch wirklich helfen."

Für Frank F. ist das "Geschwätz". Er glaubt nicht an Gott und ist mit 17 aus der Kirche ausgetreten. (Seite .31)

Der erste Gerichtstermin wird mehrfach vertagt. "Angst ist schlimmer als der Tod" schreibt Frank F. am 14. Dezember 1983 in sein Tagebuch und schwört Rache.

An Weihnachten lässt Frank F. - wegen der Abwechslung - eine Predigt "über sich ergehen". (Seite 41)

Nach vier Monaten - Frank F. ist gerade nach verschärfter Haft wieder im "normaler" Haft - sucht er eine Antwort auf die Frage, warum gerade er so tief in der Klemme sitzen muss:

"Es gibt sicherlich tausende von Menschen, die in ihrem Leben viel größere Fehler gemacht haben. Warum ich ? Warum hat man mich erwischt ? Warum ausgerechnet in Malaysia ?Ist es Zufall .. Pech ? Ich komme mir so hilflos vor. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mir nicht selbst nicht helfen, sondern muss mich auf andere Menschen verlassen, Menschen, die ich nicht kenne und denen ich nicht vertraue. Es muss doch jemanden geben, dem man vertrauen kann.

Vielleicht gibt es doch einen Gott. Ich möchte nicht an Gott glauben. An Gott glauben bedeutet schwach sein. (Seite 55)

Frank F. probiert es

Trotzdem betet Frank F. und schreibt es in sein Tagebuch:

"Gott, ich kenne dich nicht und verstehe dich nicht. Ich wollte dich nie verstehen und habe dir den Rücken zugekehrt. Diese Suppe habe ich mir selber eingebrockt, aber ich komm da aus eigener Kraft nicht mehr raus. ... Lieber Gott ... ich habe kein Recht dazu, von dir Hilfe zu erwarten, trotzdem bitte ich dich, hilf mir, ich schaff es nicht alleine."

Dann passierte etwas, was Frank F. nicht erwartete:

Draußen leuchtete ein Stern auf, nur ganz kurz, und Frank F. fragt sich: "Ein Augenzwinkern von Gott" oder nur ein Flugzeug ?

Wie ernst seine Lage ist, wird Frank F. klar, als sein Fall beim ersten Gerichtstermin am 10.03.84 in den High Court verlegt wird. (Seite 57)

Im Knast hört Frank F. viele persönliche Krimi-Geschichten, auch die von Bob, aber er hat sich verändert. Er erzählt Frank: "Dieses Buch hat mir sehr viele Fragen beantwortet" und tut es auch heute noch und deutet auf seine Bibel. (Seite 62)

Seit Sommer 1985 bekommt Frank Besuch von Betty, einer amerikanerischen Missionarin. Aber mit Fragen wie "Liebst du Jesus?", kann er nichts anfangen.(Seite 106)

Aber mit der Zeit merkt Frank, dass Betty nicht nur von Liebe redet, sondern auch Liebe weitergibt. Eindrucksvoll erklärt Betty, warum Gott einen Sohn hat und warum es trotzdem ein Gott ist (Seite 112)

Frank F. schreibt in seine Tagebuch "Ich bin jetzt Christ"

Am 5.Oktober 1985 schreibt Frank in sein Tagebuch:

"Ich bin jetzt Christ, denn ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist."

Er betet für einen Mitgefangenen, der verschärfte Haft bekommen hat. Am 11. November erlebt er damit seine Gebetserhörung. (Seite 124)

Zwei gute Bekannte von Frank F. werden hingerichtet

Am 7. Juli 1986 ist wieder ein Hinrichtungstermin. Diesmal sind zwei gute Bekannte von Frank F. dabei, die Australier Kevin (28) und Jeffry (29). Ihre Gnadengesuche wurden abgelehnt. Frank schreibt in sein Tagebuch:

"Es ist unmenschlich, aber ich weiß, dasss man in diesem Land nicht anders handeln konnte ... Das Drogenproblem ist der Staatsfeind Nr. 1. Ich glaube nicht, dass man es jemals in den Griff kriegen wird, auch nicht mit drakonischen Strafen. 'Die Todesstrafe erhöht nur die Preise', soll mal ein Richter gesagt haben." (Seite 136)

Im Oktober 1986 versucht Frank F. das "Dankt für alles", was Paulus an die Thessalonicher schrieb, in die Tat umzusetzen. In sein Tagebuch schreibt er:

"Also danke ich dem Herrn, dass ich in dieser feuchten, stickigen und schmutzigen Zelle sitzen darf. Ich bete für meine Rechtsanwälte, für meine Eltern, die Botschaft, Frau Klose, aber auch für den Richter und sogar für den Staatsanwalt und die Polizisten, die mich damals festgenommen haben. Früher habe ich sie gehasst. Heute kann ich das nicht mehr. Es gibt im Moment nur einen Menschen, auf den ich stinksauer bin. Es fällt mir schwer für ihn zu beten, obwohl er Christ ist. ..." (S.145)

Dieser Christ hat zwei Mitgefangene beim Heroinrauchen gesehen und verpfiffen. Frank F. meint dazu, solange sie keine Geschäfte mit Drogen machten, kann er es tolerieren.

Eine Woche vor Beginn der Hauptverhandlung

Am 24. November 1986, eine Woche vor Beginn der Hauptverhandlung, schreibt Frank F. in sein Tagebuch:

"Wenn es nur um mein eigenes Leben ginge, dann hätte ich vielleicht anders entschieden, aber die Verantwortung meiner Familie gegenüber ist zu groß, und deshalb bin ich bereit zu lügen. Ich glaube nicht, dass es Gottes Wille ist, mich sterben zu lassen."

So spricht er am 01.12.1986 die zwei Worte "Nicht schuldig".

Quelle: "Angst ist schlimmer als der Tod", Frank Förster, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1987 (Seitenzahlen wurden dieser Ausgabe entnommen)

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Die unrühmliche Rolle der Presse im Fall "Frank Förster"


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