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Hintergrund-Infos

Titanic
Titanic-Film von James Cameron

Die Titanic war seiner Zeit das größte Passagierschiff der Welt

Die RMS Titanicwar ein Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Sie wurde in Belfast auf der Werft von Harland & Wolff gebaut und war bei der Indienststellung am 2. April 1912 das größte Schiff der Welt.

Die äußeren Abmessungen der Titanic entsprachen denen der Olympic, wegen einiger Detailmodifikationen beinhaltete die Titanic aber etwas mehr umbauten Raum und war so das größte Schiff der Welt. Die Titanic war 269,04 Meter lang, 28,19 Meter breit, 53,33 Meter hoch (Unterkante Kiel bis Oberkante Schornstein), hatte 10,54 Meter Tiefgang, 46.329 Bruttoregistertonnen Rauminhalt, 39.380 Tonnen Leermasse und 13.767 Tonnen Tragfähigkeit.

Die Jungfernfahrt sollte das Prestige der Schifffahrtslinie White Star Line erhöhen und auch für die noch im Bau befindliche Gigantic werben. Der an Bord in allen Klassen gebotene Komfort und der insbesondere in der Ersten Klasse ausgezeichnete Service sollten dazu beitragen und gegenüber anderen Reedereien, die den Nordatlantik befuhren, den bereits gewonnenen Vorsprung sichern helfen.

Die Titanic gehört aufgrund der einzigartigen Umstände, die mit ihr und ihrem Untergang verbunden werden, zu den bekanntesten Schiffen der Geschichte und hat einen festen Platz in der Kultur vor allem der westlichen Welt. Weltweit beschäftigen sich Literatur, bildende Kunst sowie Film und Fernsehen regelmäßig mit den Ereignissen und Umständen ihrer letzten Fahrt und des Untergangs. Ihr Name gilt als Synonym für schwerwiegende Unglücke und die Unkontrollierbarkeit der Natur durch technische Errungenschaften.

Die erste und letzte Fahrt der Titanic begann in Southampton

Die Titanic begann ihre Jungfernfahrt von Southampton nach New York am Mittwoch, 10. April 1912 unter ihrem Kapitän Edward John Smith. Das Schiff legte kurz nach 12 Uhr von seinem Liegeplatz im Hafen von Southampton ab. Aufgrund eines vorangegangenen Kohlestreiks befanden sich mehr Schiffe im Hafen als üblich. Als die Titanic an den Dampfern New York und RMS Oceanic vorbeifuhr, rissen die Halteleinen der New York aufgrund des von der Titanic ausgehenden Sogs. Daraufhin trieb die New York langsam auf die Titanic zu. Ein Zusammenstoß wurde knapp verhindert, der Vorfall verzögerte die Abfahrt der Titanic um eine Stunde. Am frühen Abend ankerte die Titanic vor Cherbourg in Frankreich, wo noch weitere Fracht und 274 Passagiere per Tender an Bord gebracht wurden. 22 Passagiere, die nur den Kanal überqueren wollten, gingen von Bord.

Die Kollision der Titanic mit dem Eisberg

Am Sonntag, 14.04.1912, gegen gegen 23:40 Uhr entdeckt der Ausguck Frederick Fleet direkt voraus einen Eisberg. Er läutet dreimal die Alarmglocke und gibt die Warnung direkt telefonisch an die Brücke weiterleitete, wo sie vom 6. Offizier James P. Moody entgegengenommen wird. Schon während des Telefonats bemerkt Fleets Kollege Reginald Lee, dass sich die Titanic zu drehen beginnt, so dass der wachhabende Offizier Murdoch den Eisberg bereits entdeckt haben muss und umgehend ein Backbord-Umrundungsmanöver einleitete. Der Abstand zum Eisberg war aber schon zu gering: Die Titanic kollidiert bei voller Reisegeschwindigkeit mit ihrer vorderen Steuerbordseite mit dem circa 300.000 Tonnen schweren Eisgebilde.

Die Evakuierung der Titanic

Obwohl für die Evakuierung mehr als zwei Stunden Zeit zur Verfügung standen, starben zwischen 1490 und 1517 der über 2200 an Bord befindlichen Personen – hauptsächlich wegen der unzureichenden Zahl an Rettungsbooten und der Unerfahrenheit der Besatzung im Umgang mit diesen. Wegen der hohen Opferzahl zählt der Untergang der Titanic zu den großen Katastrophen der Seefahrt.

Bei der durch den Kapitän um 0:05 Uhr angeordneten Evakuierung wurde gegen 00:45 Uhr das erste Rettungsboot ins Wasser hinabgelassen. Offiziere und Stewards erhielten zuvor durch Chefoffizier Henry T. Wilde den Auftrag, den Passagieren die Evakuierung lediglich als ein „Bootsmanöver“ zu erklären, jedoch – nachdem der ausgerufene Rat zum Anlegen von Rettungswesten von vielen Reisenden der ersten Klasse als übertrieben angesehen wurde – auf alle Fälle das Anlegen von Rettungswesten durchzusetzen. Offiziell galt beim Fieren der Rettungsboote der so genannte Birkenhead-Grundsatz „Frauen und Kinder zuerst“, jedoch kam es meist darauf an, auf welcher Seite des Schiffes man sich befand und in welcher Klasse man reiste. Von verschiedenen Offizieren, die Boote besetzten, wurden unterschiedliche Praktiken angewendet. Der zweite Offizier Charles Lightoller auf der Backbordseite legte den Befehl eher nach dem Motto „Männer auf keinen Fall“ aus, selbst wenn dadurch ein nicht einmal halb volles Boot gefiert wurde, weil keine weitere Frau bereit war, die noch stabil erscheinende Titanic zu verlassen. Eine Mutter hatte laut Augenzeugenberichten sogar Mühe, ihren 13-jährigen Sohn zu sich in ein Rettungsboot zu nehmen, da der Offizier diesen bereits als Mann ansah. Auf der Steuerbordseite hingegen, wo der erste Offizier Murdoch Aufsicht führte, hatten Männer, darunter auch viele Besatzungsmitglieder, weniger Probleme, in ein Boot zu gelangen. Es wurden auf der Steuerbord-Seite mehr Menschen gerettet als auf der Backbord-Seite.

1/3 der Rettungsbootplätze wurden nicht genutzt

Von den vorhandenen 1178 Rettungsbootplätzen wurden nur 705 genutzt. Statt der teilweise möglichen Kapazität von 65 Passagieren wurden viele Boote nur zur Hälfte besetzt; eines der für 40 Passagiere ausgelegten Rettungsboote wurde sogar bereits gefiert, als sich darin nur 12 Personen befanden. Man befürchtete zunächst, dass die Boote zu zerbrechlich für solch hohe Passagierzahlen sein könnten. Außerdem machte die Titanic noch längere Zeit einen stabilen Eindruck, da sie kaum Schlagseite hatte. Viele der an Bord befindlichen Personen glaubten, die Titanic sei ein sichererer Ort als die kleinen Rettungsboote. Einen weiteren Beitrag zum mangelnden Gefahrenbewusstsein könnte das Orchester der Titanic unter Leitung des Kapellmeisters Wallace Hartley geleistet haben. Die acht Musiker, von denen keiner den Untergang überlebte, hatten auf Anordnung der Schiffsführung auf dem Bootsdeck Ragtime-Musik und andere heitere Stücke gespielt, um Panik zu vermeiden. Erst als offensichtlich wurde, dass das Schiff bald sinken würde und nur noch wenige Rettungsboote übrig blieben, brach Panik unter der Mannschaft und den Passagieren aus. Von den zum Schluss gefierten Booten wurden einige mit über 70 Menschen überbesetzt.

Die Zahl der Rettungsboote entsprach den Vorschriften

Nach dem Untergang war für die Untersuchungskommissionen die Ausrüstung mit Rettungsbooten von wesentlicher Bedeutung. Rechnerisch wären mindestens 63 Boote für die Rettung aller 3.300 Menschen an Bord benötigt worden, falls die Titanic mit voller Kapazität von 2.400 Passagieren und 900 Besatzungsmitgliedern gefahren wäre. Bei der Jungfernfahrt stand nur für 1.178 Personen, ungefähr die Hälfte der gut 2.200 Menschen an Bord, Platz in einem Rettungsboot zur Verfügung. Diese geringe Anzahl von Rettungsbooten war gesetzeskonform: Das entsprechende Gesetz aus dem Jahre 1896 legte nicht die mögliche Passagieranzahl, sondern die Tonnage des Schiffes zugrunde und regelte die Rettungsbootanzahl für Schiffe bis zur Kategorie „Über 10.000 Bruttoregistertonnen“, der zur damaligen Zeit höchsten vorstellbaren Größe für Passagierschiffe. Für diese größte Schiffskategorie waren demnach 962 Bootsplätze vorgeschrieben; allerdings durfte diese Anzahl abhängig von den wasserdichten Schotten eines Schiffes reduziert werden. Die Titanic hätte daher laut Gesetz nur Rettungsboote für 756 Personen mitführen müssen.

Die Titanic sinkt und nur jeder 3. Mensch überlebt

Um 2 Uhr 20 sinkt die "Titanic". 1513 Menschen kommen ums Leben. Vier amerikanische Multimillionäre gehören zu den prominentesten Toten. Erst gegen vier Uhr ist die "MSS Carpathia" an der Unglücksstelle und rettet nur noch 711 Menschen. Die SS Californian, die dem Unglücksort am nächsten war, konnte nicht zu Hilfe kommen, weil ihr Bordfunker dienstfrei hatte und schlafen gegangen war. Viele Erkenntnisse aus den Fehlern beim Untergang der Titanic führten zu einer langen Liste neuer Vorschriften.

Unglücksursache: "Zu hohe Geschwindigkeit"

Die britische Untersuchungskommission kam zu dem Schluss: „Zu hohe Geschwindigkeit in von Eisbergen durchsetzten Gewässern“. Allerdings wurde Kapitän Smith bei der Untersuchung vom Vorwurf der Fahrlässigkeit freigesprochen, denn Kurs und Geschwindigkeit zu halten war bei klarer Sicht damals gängige Praxis auf den Schnelldampfern. Selbst Kapitäne der Hauptkonkurrenten erklärten, dass sie unter den gleichen Umständen genauso gehandelt hätten.

Die Entscheidung von Kapitän Smith beruhte auf einer groben Fehleinschätzung bezüglich der Sichtbarkeit von Eisbergen unter den Bedingungen in der Unglücksnacht. Die Nacht war zwar klar, doch aufgrund von Neumond besonders dunkel. Hinzu kam absolute Windstille und daher eine spiegelglatte See, so dass keine Wellen vorhanden waren, die sich an Eisbergen brechen konnten, was eine Sichtung erleichtert hätte. Das Eisfeld selbst war viel größer und weiter nach Süden ausgedehnt als alle vorherigen, die seit Beginn der Dampfschifffahrt beobachtet worden waren. Die enormen Ausmaße des Eisfeldes waren nicht genau bekannt, denn erst nach der Titanic-Katastrophe wurde eine internationale Eispatrouille eingerichtet, die Position und Driftgeschwindigkeit von Eisbergen ermittelt und an die Schiffsführungen weiterleitet..

Wo liegt das Wrack der Titanic?

Die Titanic sank über zehn Seemeilen ostsüdöstlich ihrer im Notruf angegebenen Position im Nordatlantik (ungefähre Position 41° 44' N, 49° 57' W). Das Wrack wurde am 01.09.1985 in 3.800 m Tiefe entdeckt.

Kurs der Titanic und ungefähre Lage des Wracks
Kurs der Titanic und ungefähre Lage des Wracks (X) Die Titanic sank über zehn Seemeilen ostsüdöstlich ihrer im Notruf angegebenen Position. Das Wrack wurde am 01.09.1985 in 3.800 m Tiefe entdeckt.
Foto: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Titanic_Lage.jpg, „public domain“

Legenden um den Untergang der Titanic

Blaues-Band-Legende

Eine der verbreitetsten Legenden in Bezug auf die Titanic besagt, die White Star Line habe versucht, bei der Jungfernfahrt das Blaue Band als Ehrung für die schnellste Transatlantiküberquerung zu gewinnen. Insbesondere im deutschen Sprachraum ist diese falsche Behauptung noch immer besonders populär. Grund dafür ist der Erfolg des 1939 erstmals erschienen Romans „Titanic“ von Josef Pelz von Felinau, in dem der Autor diese angebliche Wettfahrt aus rein dramaturgischen Gesichtspunkten der auch ansonsten wenig realistischen Geschichte beifügte. Das Werk war sowohl Grundlage für den

Beim Entwurf der Titanic war ganz bewusst der Reisekomfort einer hohen Geschwindigkeit vorgezogen worden. Man vermied starke Vibrationen, die sich vor allem in den Kabinen bemerkbar gemacht hätten, in dem man sich für eine moderate Reisegeschwindigkeit von 21 Knoten entschied. Damit lag die Titanic schon bei ihrem Entwurf deutlich unter den 25 Knoten der damaligen Inhaberin des Blauen Bandes, der RMS Mauretania der Cunard Line.

Das 90-Meter-Leck

Zur Erklärung der Tatsache, dass die unsinkbare Titanic doch gesunken war, musste natürlich von einem „angemessenen Schaden“ ausgegangen werden. Entsprechend ließ ein Zeichner seiner Phantasie freien Lauf und zeigte in einem Bild, wie der Eisberg mit einem einer Messerklinge ähnlichen Vorsprung ein mehrere Meter breites und lückenloses 90 Meter langes Leck in die Außenhaut schlitzt. Solche und ähnliche Darstellungen prägten lange Zeit die Vorstellungen von der Kollision mit dem Eisberg. Dagegen hatte Edward Wilding bereits 1912 als gesamte Leckfläche nur ungefähr 1,2 m² berechnet.

Da der Bug sich beim Aufprall auf den Meeresgrund tief in den Boden gegraben hat, ist der größte Teil der Eisbergschäden nicht direkt einsehbar. Erst bei einer Expedition im Jahre 1996 wurden mit einem speziellen Sonargerät sechs Lecks gefunden.

Quelle: wikipedia.de

 

Inhalt:
Kurs der TITANIC
Warum so viele Todesopfer?
1/3 der Rettungsboote nicht genutzt
Unglücksursache
Wo liegt das Wrack?
Legenden über die Titanic

 

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