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KW 17 / 2022

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Aufbruch ins 21. Jahrhundert?

Vor 25 Jahren: Bundespräsident Roman Herzog hält seine „Ruck-Rede“

Berlin, 26.04.1997: Im Adlon-Hotel hält Bundespräsident Roman Herzog seine "Ruck-Rede" zum „Aufbruch ins 21. Jahrhundert“.
Berlin, 26.04.1997: Im Adlon-Hotel hält Bundespräsident Roman Herzog seine "Ruck-Rede" zum „Aufbruch ins 21. Jahrhundert“.
Die Idee der "Berliner Rede" wurde von seinen Nachfolgern im Amt jährlich weitergeführt (bis 2013). Bundespräsident Horst Köhler bezog sich bei der Annahme seiner Wahl 2004 auf Herzogs Rede und fragte: Warum bekommen wir den Ruck noch immer nicht hin? Foto: Screenshot von Phonix
Bundespräsident Roman Herzog bei seiner "Ruck-Rede" im wiederaufgebauten Adlon-Hotel am 26.04.1997 in Berlin
Bundespräsident Roman Herzog und Plenum bei seiner "Ruck-Rede" im wiederaufgebauten Adlon-Hotel am 26.04.1997 in Berlin Foto: Screenshot von 20-Uhr-Tagesschau

26.04.1997: Im wiederaufgebauten Adlon-Hotel in Berlin hält Bundespräsident Roman Herzog eine Rede unter dem Titel „Aufbruch ins 21. Jahrhundert“.

Er komme gerade aus Asien, wo eine unglaubliche Dynamik herrsche, berichtet der Bundespräsident, Staaten, die noch vor kurzem als Entwicklungsländer galten, würden sich innerhalb einer Generation zum Kreis der führenden Industriestaaten entwickeln. Diese Vision würde die Leute geradezu beflügeln.

In Deutschland würden dagegen „Krisenszenarien gepflegt“, Deutschland drohe zurückzufallen. Wer Initiative zeige, wer neue Wege gehen wolle, drohe „unter einem Wust von wohlmeinenden Vorschriften zu ersticken“. Herzog fragt, ob es wirklich ein Naturgesetz sei, dass man bis zu 19 Behörden fragen müsse, wenn man einen Produktionsbetrieb bauen wolle, obwohl er neue Arbeitsplätze schaffe?

Bildung müsse „das Megathema unserer Gesellschaft“ werden, so der Bundespräsident, und die Ausbildungsinhalte gehörten auf den Prüfstand. „Wir müssen unserer Jugend zu mehr Selbstständigkeit, zu mehr Bindungsfähigkeit, zu mehr Unternehmensgeist und mehr Verantwortungsbereitschaft Mut machen“, so Roman Herzog, durch Deutschland müsse „ein Ruck gehen“.

* * *

Für einen Bundespräsidenten waren es 1997 ungewohnt deutliche Worte, dass aus dem Land der Erfinder ein Land der Mahner und Warner geworden war.

Sechs Jahre später schaffte die rot-grüne Bundesregierung mit der „Agenda 2010“ dazu einen Anfang, international wieder wettbewerbsfähig zu werden. Danach fand die sogenannte „Ruck-Rede“ leider nur noch satirische Beachtung.

Unsere Bundesregierungen sahen sich nur noch im Krisenmodus: „Finanzkrise“, „Flüchtlingskrise“, „Ukraine-Krise“, „Corona-Krise“ und dazwischen die „Klimakrise“. Man nahm immer mehr Geld in die Hand, nur um irgendwelche Löcher zu stopfen, damit das Schiff nicht untergeht.

Doch Segler wissen: Nicht wie der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommt es an.

Autor: Uwe Schütz
Sprecher: Heiko Müller

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mehr aus der Zeit: mehr bei uns über Politik in Deutschland:  

1996 : Rechtschreibreform im deutschen Sprachraum
1996 : 1. Sonntagsbrötchen in Deutschland
1997 : Tod von Hermann Hoffmann
1997 : Ruck-Rede des Bundespräsidenten Roman Herzog
1997 : Unterzeichnung der NATO-Russland-Grundakte
1997 : Tod von Lady Diana
1997 : Tod von Mutter Teresa
1997 : Klimakonferenz in Kyoto
1997 : TITANIC kommt in die Kinos

1990 : Wiedervereinigung Deutschlands
1996 : Rechtschreibreform im deutschsprachigen Raum
1997 : Ruck-Rede des Bundespräsidenten Roman Herzog
2001 : 1. Pisa-Studie
2003 : Bundeskanzler Gerhard Schröder verkündet die Agenda 2010
2008 : Bundesverkehrsminister verkündet das Aus der Magnetschwebebahn (Transrapid)
2010 : Bundestag beschließt Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke
2015 :
Flüchtlingskrise
2021 : Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin
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