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KW 04 / 2020

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Vor 70 Jahren: Israel proklamiert Jerusalem als Hauptstadt

Der israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion 1949 vor dem israelischen Parlament, der Knesset, in Tel Aviv: „Es wird immer nur eine Hauptstadt geben“
Der israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion 1949 vor dem israelischen Parlament, der Knesset, in Tel Aviv: „Es wird immer nur eine Hauptstadt geben“ Foto: Pinn Hans, GPO | CC BY-NC-SA 2.0

23.01.1950: In einer Parlamentssitzung proklamiert Ministerpräsident Ben-Gurion Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel, und das Parlament beschließt den Bau eines Regierungs- und eines Parlamentsgebäudes in Jerusalem.

* * *

Nach dem UN-Teilungsplan zwei Jahre zuvor sollte Jerusalem unter UN-Verwaltung bleiben. Doch am Ende des Krieges, der Israel wenige Stunden nach Gründung wieder auslöschen sollte, wird die Waffenstillstandslinie mitten durch Jerusalem gezogen: Den Ostteil einschließlich Altstadt und Tempelberg bekam Jordanien.

Als Ben-Gurion Jerusalem 1950 als Hauptstadt ausrief, war die Stadt also geteilt. Nach dem Sieg im Sechs-Tage-Krieg (1967) gliederte Israel auch den Osten Jerusalems in sein Staatsgebiet ein.

International wurde Jerusalem aber nie als Hauptstadt anerkannt. Wer diplomatische Beziehungen aufnahm, richtete seine Botschaft in Tel Aviv ein. Erst 2017 erkannte Russland als weltweit erster Staat West-Jerusalem als die Hauptstadt Israels an. Doch die arabische Welt betrachtet Jerusalem als „ewige Hauptstadt Palästinas“.

Briefmarkenblock „Al Quds – the Capital of Palestine“ (Jerusalem, die Hauptstadt von Palästina)
Briefmarkenblock der Vereinigten Arabischen Emirate 2019 mit der Aufschrift: „Al Quds – the Capital of Palestine“ (Jerusalem, die Hauptstadt von Palästina). „Quds“ ist der arabische Name von Jerusalem Quelle: Middle East Monitor

Heute wird ja gerne von der „Heiligen Stadt dreier Weltreligionen“ gesprochen. Im Koran kommt der Name der Stadt nicht vor. Erst mit den Kreuzfahrern bekam die Stadt im Islam eine gewisse Bedeutung. In der Bibel kommt Jerusalem über 800mal vor. Am tiefsten verwurzelt ist die Stadt aber im Judentum. Auch nach der Vertreibung durch die Römer wurde die Hoffnung auf Rückkehr nicht aufgegeben. Zum alljährlichen Passafest grüßte man sich weltweit mit: „Nächstes Jahr in Jerusalem“.

Wohl um keine andere Stadt der Welt wurde und wird so viel gestritten, gekämpft, geklagt und geweint. Vor mehr als 2.500 Jahren hat der jüdische Prophet Sacharja vorausgesagt, dass sich die ganze Welt gegen Jerusalem verbünden wird, sich aber daran verheben wird (Sacharja 12,3). Man könnte meinen, das erleben wir gerade: Jedes Jahr richten sich die meisten der verabschiedeten UN-Resolutionen nicht etwa gegen diktatorische Regime, sondern einseitig gegen Israel.

Aber am Ende der Welt, so heißt es beim Propheten Jesaja, wird Gott richten und Gerechtigkeit schaffen (Jesaja 2, 2). Bis dahin können die drei Weltreligionen ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, in Jerusalem Versöhnung zu leben.

Uwe Schütz

mehr bei uns aus der Zeit: mehr bei uns zum Thema:  

1949 : George Orwells Roman "1984" kommt in den Handel
1949 : Genfer Konventionen
1949 : Gründung der DDR
1949 : 1. Bundespräsident verspricht Entschädigungen für jüdische NS-Opfer

1950 : Israel proklamiert Jerusalem als Hauptstadt
1950 : 1. Taschenbuch in Deutschland
1950 : Gründung der ARD
1950 : Beginn des Korea-Kriegs

1947 : UNO beschließt Teilungsplan für das britische Mandatsgebiet
1948 : Gründung des Staates Israel
1949 : Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und den Nachbarstaaten
1950 : Israel proklamiert Jerusalem als Hauptstadt
1959 : Gründung der Fatah
1967 : Sechs-Tage-Krieg
1972 : Palästinensischer Überfall auf die israelische Olympia-Mannschaft in München
1973 : Israel bittet Bundeskanzler Willy Brandt um Vermittlung mit Ägypten
1973 : Jom-Kippur-Krieg
1987 : Beginn der 1. Intifada und Gründung der Hamas
1990 : 22 Tote bei Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem
1994 : Autonomie-Abkommen zwischen Israel und PLO
2005 : Abzug der Israelis aus dem Gaza-Streifen

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